Swissquote oder Saxo: Die Depotgebühr entscheidet beim langen Halten

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 6
Swissquote oder Saxo: Die Depotgebühr entscheidet beim langen Halten

Wer Schweizer Wertschriften kauft und lange hält, hat bei Saxo einen Kostenvorteil bei der Verwahrung: Die Bank erhebt keine Depotgebühr. Swissquotes Depotgebühr von 20 bis höchstens 50 Franken pro Quartal richtet sich nach dem Wert der Anlagen; Mehrwertsteuer kommt hinzu. Oberhalb eines Depotwerts von einer Million Franken fällt bei Swissquote zusätzlich eine Gebühr an.

Der Verwahrungsvorteil beantwortet allerdings nur einen Teil der Kostenfrage. Bei SIX-Aktienorders beginnen beide Anbieter mit einer Courtage von drei Franken, berechnen grössere Aufträge aber unterschiedlich. Swissquotes Aktientarif für die Schweiz und die USA steigt in festen Stufen bis auf 190 Franken je Auftrag; zusätzlich fallen 0,85 in der jeweiligen Handelswährung für Echtzeitinformationen an. Beim häufigen Handel zählt daher neben dem Depotwert auch die übliche Ordergrösse.

Was ein ruhendes Depot kostet

Eine Depotgebühr fällt auch ohne neue Käufe oder Verkäufe an. Bei Swissquote zählt der Wert der gehaltenen Anlagen, Bargeld dagegen nicht. Bleibt ein Depot über ein volles Jahr in der niedrigsten Stufe bis 50’000 Franken, ergeben vier Quartalsgebühren einschliesslich der ausgewiesenen Mehrwertsteuer von 8,1 Prozent zusammen 86,48 Franken. Für denselben Wertschriftenbestand beträgt Saxos Verwahrgebühr null Franken.

Steigt der Depotwert, wächst dieser feste Kostenblock: Bei 100’000 Franken ergeben sich für Swissquote rechnerisch 108,10 Franken im Jahr, bei 150’000 Franken 162,15 Franken. Die Rechnung unterstellt einen während des Jahres unveränderten Wert in der jeweiligen Gebührenstufe. Kaufkosten, Produktkosten und Abgaben sind darin nicht enthalten. Gerade bei einem lange gehaltenen Portfolio ohne weitere Orders bleibt die Verwahrung deshalb der gut sichtbare Preisunterschied.

Wie die Ordergrösse den Abstand verändert

Bei SIX-Aktienorders steigt Swissquotes Courtage in Wertstufen, während Saxo einen prozentualen Tarif mit Mindestbetrag verwendet.

Swissquotes Einstiegscourtage gilt bei Schweizer Aktien nur für Aufträge bis 500 Franken. Für einen Auftrag über 2’000 und bis 10’000 Franken beträgt die Courtage 29 Franken; unmittelbar oberhalb dieser Stufe sind es 49 Franken. Saxos SIX-Tarif beträgt 0,08 Prozent des Auftragswerts, mindestens drei Franken. Die festen Stufengrenzen bei Swissquote und der prozentuale Tarif bei Saxo führen somit bei grösseren Aufträgen zu einem anderen Abstand als beim kleinsten Kauf.

Ein hypothetisches Profil mit 24 SIX-Aktienorders zu je 10’000 Franken zeigt die Grössenordnung. Bei Swissquote kosten Courtage und transaktionsbezogene Echtzeitgebühr zusammen 716,40 Franken. Unter der zusätzlichen Annahme, dass der Depotwert das ganze Jahr höchstens 50’000 Franken beträgt, kommen 86,48 Franken Verwahrung hinzu: insgesamt 802,88 Franken für diese Kostenarten. Bei Saxo ergeben 0,08 Prozent von 10’000 Franken acht Franken je Auftrag, also 192 Franken für 24 Aufträge ohne Depotgebühr.

Das Beispiel beschreibt einen aktiven Handel mit hohem Jahresumsatz im Verhältnis zum gehaltenen Bestand. Es ist keine Prognose für eine bestimmte Anlagestrategie. Umsatzabgabe, mögliche Börsenspesen und die Geld-Brief-Spanne sind bei beiden Rechnungen ausgeklammert. Auch eine andere Börsenregion oder eine abweichende Saxo-Kontostufe kann den Preis einer konkreten Order verändern.

Monatliche ETF-Käufe haben eigene Tarife

Monatliche SIX-ETF-Käufe verursachen bei regulären Orders Gebühren; geeignete ETFs können bei Saxo über AutoInvest ohne Kaufcourtage erworben werden.

Bei ETFs kommt es darauf an, welches Produkt und welcher Kaufweg gewählt werden. Swissquote verlangt für bestimmte an der SIX gehandelte ETF Leaders gestaffelt drei bis neun Franken Courtage; für andere ETFs verweist die Bank auf ihre Aktienpreisliste. Bei Saxo kosten reguläre SIX-ETF-Orders 0,08 Prozent, mindestens drei Franken. Der monatliche AutoInvest-Sparplan umfasst dagegen eine begrenzte ETF-Auswahl ohne Kaufcourtage und ohne Depotgebühr.

Für ein hypothetisches Monatsprofil mit zwölf Käufen eines in Franken gehandelten SIX-ETFs zu je 400 Franken liegen Swissquotes Courtage und Echtzeitgebühr bei zusammen 46,20 Franken. Bleibt das Depot in der niedrigsten Gebührenstufe, steigen diese beiden Kostenarten einschliesslich Verwahrung auf 132,68 Franken im Jahr. Zwölf reguläre Käufe bei Saxo kosten mindestens 36 Franken; bei einem für AutoInvest verfügbaren ETF entfällt die Kaufcourtage. Die Rechnung setzt Käufe ohne Währungswechsel voraus. Ein ETF zu 500 Franken kann bei Swissquotes ETF-Leaders-Tarif bereits in die höhere Courtage-Stufe fallen; die Produktauswahl ist deshalb Teil des Vergleichs.

Fremdwährung und Marktdaten getrennt betrachten

Bei einem US-Titel oder einem ETF in einer anderen Kontowährung kann der Währungswechsel die Handelskosten spürbar erhöhen. Saxos Umrechnungsgebühr beträgt 0,25 Prozent gegenüber dem jeweiligen Devisenmittelkurs, wenn Handels- und Basiswährung voneinander abweichen. Bei einer hypothetischen Umrechnung im Gegenwert von 10’000 Franken wären das 25 Franken für diesen Vorgang. Ein späterer Verkauf mit Rückumrechnung wäre ein weiterer Vorgang; bei ausschliesslich in Franken abgewickelten Käufen fällt dieser Kostenposten nicht an.

Swissquote gibt die Courtage in Franken an und rechnet eine in anderer Währung belastete Handelsgebühr ohne Aufschlag zum Interbankenmittelkurs um. Das betrifft die Umrechnung der Gebühr, nicht automatisch den gesamten Betrag eines Wertpapierkaufs. Für einen Vergleich von US-Käufen gehören deshalb die tatsächliche Handelswährung und der beim Kauf verwendete Wechselkurs in eine eigene Zeile neben die Courtage. Eine pauschale Gleichsetzung der Gebührenumrechnung mit dem Währungswechsel des Anlagebetrags würde die Kosten verzerren.

Ebenso sind Swissquotes 0,85 je Transaktion von freiwilligen Abonnements für zusätzliche Echtzeit-Datenfeeds zu unterscheiden. Wer solche Marktdaten benötigt, hat einen laufenden Posten, der auch in Monaten mit wenigen Aufträgen anfallen kann. Die Plattformgebühr pro Transaktion wächst dagegen mit der Zahl der Käufe und Verkäufe. Für einen passiven Anleger ohne Datenabonnement und einen aktiven Händler mit solchen Diensten entstehen damit unterschiedliche Jahresrechnungen.

Steuerunterlagen und Wertschriftenübertrag

Auch Steuerunterlagen können den Jahrespreis verändern, wenn sie regelmässig benötigt werden. Saxo bietet einen kostenlosen E-Steuerauszug an. Bei Swissquote kostet der digitale Standard-Steuernachweis für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz 85 Franken; ein eSteuerauszug ist darin enthalten. Dieser Betrag gehört nur in ein Anlegerprofil, das den entsprechenden Nachweis tatsächlich bezieht. Die jährliche Depotgebühr und der Preis des Steuernachweises sind getrennte Leistungen.

Bei einem späteren Depotwechsel zählt zudem die Zahl der übertragenen Positionen. Swissquote berechnet für die elektronische Auslieferung einer Wertschriftenposition 50 Franken beziehungsweise 50 Euro oder US-Dollar bei Positionen in diesen Währungen. Ein hypothetischer Übertrag von drei Franken-Positionen würde damit 150 Franken kosten. Dieser einmalige Betrag ist weder Courtage noch Verwahrung und verteilt sich nicht automatisch auf jedes Anlagejahr.

Für die Wahl zwischen den Banken ergibt sich so eine klare Grenze: Beim langen Halten ohne Transaktionen bleibt Saxos fehlende Depotgebühr ein dauerhafter Vorteil. Mit regelmässigen Orders bestimmen zusätzlich Auftragswert, ETF-Tarif, Börsenplatz und Währungswechsel den Abstand. Steuerunterlagen und ein möglicher Übertrag ändern die Rechnung nur für Anleger, die diese Leistungen tatsächlich nutzen.

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