
Yuh oder Neon: Beim Auslandskauf kippt der Gebührenvorteil

Wer aus der Schweiz regelmässig internationale Aktien kauft und dafür Franken wechseln muss, fährt bei kleinen Orders mit neon nach den ausgewiesenen Gebühren günstiger. Yuhs Preisliste nennt für Wertpapierorders bis 10’000 Franken eine Courtage von 0,5 Prozent und für einen Währungswechsel weitere 0,95 Prozent. Zusammen sind das rechnerisch rund 1,45 Prozent des Kaufbetrags, bevor die Schweizer Umsatzabgabe hinzukommt.
Bei neon kosten Käufe und Verkäufe internationaler Aktien laut Gebührenübersicht für Wertschriften jeweils 1,0 Prozent, ohne separate Wechselgebühr; für Schweizer Aktien und ETFs sind es 0,5 Prozent. Damit kehrt sich der Vergleich der Handelscourtage bei einer internationalen Aktie mit nötigem Währungswechsel um. Für einen ETF-Sparplan oder die Nutzung der Karte im Ausland gelten andere Kostenpositionen.
Welche Kosten gehören zur Anlage?
Bei beiden Apps gibt es ein Konto ohne laufende Grundgebühr und ein Depot ohne Verwahrungsgebühr. Für eine Anlageentscheidung zählen deshalb vor allem Kauf und Verkauf, ein nötiger Währungswechsel, die eidgenössische Umsatzabgabe und bei Fonds die laufenden Produktkosten. Diese Posten entstehen zu verschiedenen Zeitpunkten: Eine kostenlose Sparplanausführung beseitigt weder die Steuer beim Kauf noch die spätere Verkaufsgebühr.
Bei Schweizer Wertschriften beträgt der Anlegeranteil an der Umsatzabgabe 0,075 Prozent, bei ausländischen 0,15 Prozent. Massgeblich ist bei einem ETF sein Domizil, nicht allein die Währung, in der er gehandelt wird. Die Total Expense Ratio, kurz TER, belastet das Fondsvermögen laufend. Ohne einen konkret gewählten ETF lässt sich dieser Betrag nicht seriös in die Modellrechnungen einsetzen.
ETF-Sparplan: Der Anteilspreis kann wichtiger sein als die Courtage
Ein bedingt vergleichbares Beispiel: Monatlich werden 200 Franken in denselben, in Franken gehandelten Schweizer ETF investiert, sofern er bei beiden Apps erhältlich ist und kein gebührenfreier Sparplankauf greift. Bei zwölf Käufen im Jahr ergeben sich 2’400 Franken Anlagebetrag und bei 0,5 Prozent Courtage jeweils zwölf Franken Kaufkosten. Die Umsatzabgabe beträgt zusätzlich 1,80 Franken. Ein späterer Verkauf sämtlicher Anteile zu einem unveränderten Wert würde erneut zwölf Franken Courtage und 1,80 Franken Umsatzabgabe auslösen; die TER kommt während der Haltedauer hinzu.
Für ausgewählte ETFs bieten beide Apps Sparplankäufe ohne Courtage an. Dann entfallen im Beispiel die zwölf Franken Kaufcourtage, während Umsatzabgabe, TER und ein späterer Verkauf weiterhin kosten. Die Auswahl der begünstigten Produkte ist entscheidend: Ein gebührenfreier Kauf eines anderen Fonds beantwortet die Kostenfrage für den gewünschten ETF nicht.
Der Vergleich von InvestGuide Schweiz beschreibt einen weiteren Unterschied: Yuh ermöglicht den Erwerb von Bruchteilen, neon investiert im Sparplan in ganze Anteile. Kostet ein ETF-Anteil mehr als die monatliche Sparrate, bleibt bei neon Geld zunächst unverwendet und kann erst bei einer späteren Ausführung eingesetzt werden. Bei einem günstigeren Anteil fällt diese Einschränkung weniger ins Gewicht. Für kleine Sparraten kann die Ausführung daher mehr bewirken als ein Unterschied bei der ausgewiesenen Courtage.
Internationale Aktie: Kauf und Verkauf getrennt rechnen
Für das zweite Profil werden zwölf Käufe einer internationalen Einzelaktie zu jeweils umgerechnet 500 Franken angenommen. Die Käufe summieren sich auf 6’000 Franken. Bei Yuh entstehen rechnerisch 30 Franken Courtage und, falls jeder Kauf einen Wechsel aus Franken erfordert, 57 Franken Wechselgebühr: zusammen 87 Franken. Bei neon ergeben 1,0 Prozent Handelscourtage 60 Franken ohne separate Wechselgebühr. Die Umsatzabgabe für einen ausländischen Titel beträgt in beiden Fällen zusätzlich neun Franken. Damit stehen für die Käufe unter diesen Annahmen 96 Franken bei Yuh und 69 Franken bei neon.
Beim späteren Verkauf zum unveränderten Gesamtwert fallen erneut Courtage und Umsatzabgabe an. Werden die Erlöse bei Yuh wieder in Franken gewechselt, ergibt die gleiche Rechnung für Kauf und Verkauf zusammen 192 Franken gegenüber 138 Franken bei neon. Bleibt ein Fremdwährungserlös hingegen als Fremdwährungsguthaben bestehen, entfällt der angenommene Rückwechsel zunächst. Kursbewegungen, Ertragssteuern und mögliche Unterschiede zwischen Ausführungskursen sind in diesem Beispiel nicht enthalten.
Der Vergleich lässt sich nicht auf jeden ausländischen ETF übertragen: neon berechnet für ETFs die andere Courtagekategorie. Auch bei Yuh entsteht der Wechselposten nur, wenn für die jeweilige Transaktion tatsächlich eine Währung umgetauscht wird. Die beiden Gebührenmodelle unterscheiden sich also nach Titelart und nach der Währung, die für Kauf oder Verkauf eingesetzt wird.
Auslandsnutzung: Kartenwechselkurs und Bargeld verändern die Rechnung
Für Kartenzahlungen gelten andere Regeln als für Wertpapierorders. Die Dienstleistungspreise von neon nennen für neon free einen Aufschlag von 0,35 Prozent auf den Mastercard-Kurs; neon plus verzichtet auf diesen Aufschlag und kostet bei jährlicher Zahlung 20 Franken. Für Bargeldbezüge im Ausland berechnet neon free 1,5 Prozent des Betrags, neon plus 1,0 Prozent. Bei Yuh kostet ein Währungswechsel 0,95 Prozent; eine Abhebung im Ausland hat zusätzlich eine feste Gebühr von 4,90 Franken.
Bei angenommenen Fremdwährungskäufen im Gegenwert von 6’000 Franken wären das rechnerisch 57 Franken für einen nötigen Wechsel bei Yuh, 21 Franken Aufschlag bei neon free oder 20 Franken Jahresgebühr bei neon plus ohne eigenen Wechselkursaufschlag. Die Rechnung setzt voraus, dass bei Yuh aus Franken gewechselt wird; ein bereits vorhandenes Guthaben in der Zahlungswährung verändert sie. Bargeldbezüge, einmalige Kartengebühren und Unterschiede zwischen den verwendeten Referenzkursen sind in diesem einfachen Kartenbeispiel nicht eingerechnet.
Einen breiteren Massstab liefert die Moneyland-Studie vom Mai 2026: Für ihr festgelegtes Jahresprofil errechnet sie 76,10 Franken Gesamtkosten bei neon plus und 101,40 Franken bei Yuh. Das Profil umfasst neben Kontozahlungen Karteneinkäufe von insgesamt 6’000 Franken in Euro, US-Dollar und thailändischen Baht sowie Bargeldbezüge im In- und Ausland. Moneyland berücksichtigte auch die Abweichung der ermittelten Wechselkurse vom Interbankenkurs. Der Abstand von 25,30 Franken beschreibt genau diese Nutzung; er ist keine pauschale Jahresgebühr für alle Kundinnen und Kunden.
Was für die Kontowahl den Ausschlag gibt
Wer häufig internationale Einzelaktien aus Franken kauft, hat bei kleinen Orders mit neon den günstigeren ausgewiesenen Kaufpreis, sobald bei Yuh die Wechselgebühr anfällt. Bei einem ETF-Sparplan entscheidet neben dem konkreten Produkt, ob der Kauf von der Courtage befreit ist und ob Bruchteile für die Sparrate benötigt werden. Für intensive Auslandsnutzung spricht das untersuchte Jahresprofil für neon plus; wer selten reist oder häufig Bargeld bezieht, hat eine andere Kostenverteilung.
Für das Alltagskonto sind ausserdem Überweisungen vom Karteneinsatz zu trennen: Eine Zahlung mit der Debitkarte folgt nicht denselben Wechsel- und Servicegebühren wie eine internationale Banküberweisung. Die passende App ergibt sich deshalb aus den tatsächlich genutzten Leistungen und aus dem gewählten neon Plan, nicht aus einer einzelnen Prozentzahl für den Wertschriftenhandel.
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