
Patreon oder Memberful: Ab rund 961 Dollar Umsatz kippt die Gebühr

Aus Patreons Plattformgebühr von 10 Prozent für nach dem 4. August 2025 veröffentlichte Seiten und Memberfuls Standardpreis von 49 US-Dollar monatlich plus 4,9 Prozent Transaktionsgebühr ergibt sich ein Schnittpunkt bei rund 961 US-Dollar bezahltem Monatsumsatz. Darunter kostet Patreon in dieser Rechnung weniger, darüber Memberful. Zahlungsabwicklung, Währungsumrechnung und Steuern sind darin noch nicht enthalten.
Für eine Mitgliedschaft ohne bestehende Website spricht Patreons gehostete Seite mit integrierten Chats und Beiträgen. Wer Inhalte bereits auf einer eigenen Website veröffentlicht und dort die Marke sichtbar halten will, findet bei Memberful passende Werkzeuge für Zugang und Bezahlung. Memberful kann allerdings auch selbst eine Website bereitstellen. Der Gebührenvorteil allein entscheidet daher weder über den geeigneten Ort für Inhalte noch über die tatsächlichen Gesamtkosten.
Die Plattformgebühren bei vier Umsatzstufen
Die Vergleichsrechnung setzt erfolgreich bezahlte Mitgliedschaften und einen Monatsumsatz ohne Umsatzsteuer voraus. Patreon erhält davon im betrachteten Standardtarif einen festen Anteil; bei Memberful kommen ein monatlicher Grundpreis und ein kleinerer Umsatzanteil zusammen. Die Beträge zeigen ausschließlich diese Plattformkosten, nicht den Betrag, der nach allen Abzügen ausgezahlt wird.
- 500 US-Dollar Monatsumsatz: Patreon kostet 50 Dollar, Memberful 73,50 Dollar. Patreon liegt um 23,50 Dollar niedriger.
- 1.000 US-Dollar Monatsumsatz: Patreon kostet 100 Dollar, Memberful 98 Dollar. Memberful liegt um 2 Dollar niedriger.
- 2.500 US-Dollar Monatsumsatz: Patreon kostet 250 Dollar, Memberful 171,50 Dollar. Memberful liegt um 78,50 Dollar niedriger.
- 5.000 US-Dollar Monatsumsatz: Patreon kostet 500 Dollar, Memberful 294 Dollar. Memberful liegt um 206 Dollar niedriger.
Die Differenz der beiden Umsatzanteile beträgt 5,1 Prozentpunkte. Teilt man Memberfuls monatlichen Grundpreis durch diese Differenz, erhält man 960,78 Dollar. Unterhalb dieses Umsatzes wiegt der Grundpreis stärker; darüber wächst Patreons prozentualer Abzug schneller. Knapp oberhalb der Schwelle ist der Unterschied gering: Schon ein zusätzlich benötigter Dienst kann den rechnerischen Vorteil aufzehren. Bei höherem Umsatz wird der Abstand größer, solange die verglichenen Tarife und die Annahmen gleich bleiben.
Was Zahlungsabwicklung und Steuern an der Rechnung ändern
Auf beiden Seiten fallen Kosten außerhalb der verglichenen Plattformgebühren an. Bei Patreon hängen die Zahlungsgebühren unter anderem von Zahlungsmethode und Auszahlungswährung ab; Währungsumrechnung und Auszahlung können weitere Abzüge auslösen. Memberful wickelt Zahlungen über Stripe ab. Für deutsche Stripe-Konten nennt der Standardtarif für EWR-Standardkarten 1,5 Prozent plus 0,25 Euro je Zahlung. Dieser Europreis für eine bestimmte Kartenkategorie lässt sich nicht pauschal auf die Dollarbeispiele aufschlagen.
Die feste Gebühr je Zahlung macht auch die Zahl der Mitglieder relevant. Ein Umsatz aus vielen kleinen Mitgliedschaften verursacht mehr solcher Einzelbeträge als derselbe Umsatz aus wenigen größeren Zahlungen. Für Creator in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz zählen außerdem die tatsächlich genutzten Währungen, Karten und Auszahlungswege. Wer Mitgliedschaften in Euro anbietet, sollte die Dollar-Schwelle deshalb nicht als unveränderte Euro-Schwelle lesen. Sie beschreibt das Verhältnis der Plattformtarife, keine allgemeingültige Grenze für den Nettoerlös.
Steuern gehören in eine eigene Kostenzeile. Die Plattformrechnung verwendet Umsatz vor Umsatzsteuer und berücksichtigt weder eine mögliche Steuer auf die Mitgliedschaft noch Steuern auf Anbietergebühren. Bei grenzüberschreitenden Zahlungen können sich damit sowohl die Steuerbeträge als auch die Bemessungsgrundlage einzelner Zahlungsgebühren ändern. Wer die Belastung einer Patreon-Seite genauer aufschlüsseln möchte, findet die einzelnen Posten bei den zusätzlichen Patreon-Abzügen.
Wann eine eigene Website für Memberful spricht
Memberful passt besonders gut, wenn eine bestehende Website bereits der Hauptort für Artikel, Podcast-Folgen oder andere Inhalte ist. Für WordPress gibt es eine Anbindung, mit der sich bezahlte Zugänge in die vorhandene Seite einfügen lassen. Das kann einen separaten Mitgliederbereich unter einer anderen Marke ersparen. Der Vorteil ist weniger eine einzelne Funktion als die Möglichkeit, Inhalte, Anmeldung und Bezahlschranke in einen bestehenden Auftritt einzubauen.
Eine vorhandene Website ist dennoch keine Voraussetzung. Mit Memberfuls Website-Baukasten lassen sich Seiten unter eigener Domain, Beiträge, Kommentare und Bezahlschranken betreiben; Beiträge können auch per E-Mail an Mitglieder gehen. Damit wird die Wahl konkreter: Soll die Mitgliedschaft auf einer bereits etablierten Seite wachsen, ist Memberful naheliegend. Muss der Veröffentlichungsort erst entstehen, stehen zwei gehostete Angebote gegenüber, deren Bedienung und gewünschte Mitgliederwege stärker ins Gewicht fallen als die bloße Existenz einer Website.
Wie sich Community und Newsletter unterscheiden
Patreon verbindet die gehostete Creator-Seite mit Beiträgen, Chats, Umfragen und Kommentaren. Gespräche können damit unmittelbar dort stattfinden, wo Mitglieder die bezahlten Inhalte sehen. Für Creator, deren Angebot von laufender Beteiligung lebt, kann dieser gemeinsame Ort den höheren Umsatzanteil rechtfertigen. Das gilt besonders, wenn andernfalls ein zusätzlicher Community-Dienst eingerichtet und betreut werden müsste.
Auch E-Mail ist bei Patreon Teil des Veröffentlichungswegs: Nach der Patreon-Anleitung für Newsletter wird eine Ausgabe als Beitrag veröffentlicht und zugleich als E-Mail verschickt; der Zugang kann kostenlos oder bezahlt sein. Memberful bietet ebenfalls Newsletter und Kommentare sowie Anbindungen an externe Community-Werkzeuge. Die Frage lautet daher nicht, welcher Dienst überhaupt E-Mail oder Interaktion ermöglicht, sondern wo Mitglieder miteinander sprechen sollen und wie eng diese Gespräche an die Inhalte gebunden sein müssen.
Welche Wahl zum Mitgliedschaftsmodell passt
Ein einfacher Entscheidungsweg beginnt beim Ort der Inhalte. Gibt es eine eigene Website, die auch künftig das Zentrum der Mitgliedschaft bleiben soll, spricht die Einbindung für Memberful. Fehlt ein solcher Ort und sollen Beiträge, Zahlungen und Gespräche unmittelbar zusammenkommen, spricht das für Patreon. Wer zwar ohne Website startet, aber einen eigenständigen Markenauftritt aufbauen will, kann stattdessen Memberfuls gehostete Seiten nutzen.
Danach kommt die Art der Community: Regelmäßige Chats und Umfragen direkt beim Content stärken Patreons Angebot. Eine bereits anderswo organisierte Community lässt sich mit Memberful eher an den bestehenden Veröffentlichungsweg anschließen. Erst im letzten Schritt sollte der erwartete bezahlte Monatsumsatz den Ausschlag geben. Unterhalb des rechnerischen Schnittpunkts ist Patreon bei den Plattformgebühren günstiger; oberhalb gewinnt Memberful dort an Abstand. Nahe der Grenze können Zahlungsgebühren und benötigte Zusatzwerkzeuge die Reihenfolge leicht verändern.
Für eine ältere Patreon-Seite gilt möglicherweise ein Bestandstarif. Dann muss ihr tatsächlicher Plattformanteil in die Rechnung eingesetzt werden. Die hier verglichenen Kosten beschreiben neue Seiten im Standardtarif und Memberfuls regulären Standardpreis; ein bestehendes Mitgliedschaftsgeschäft kann deshalb einen anderen Schnittpunkt haben.
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