beehiiv oder Substack: Ab 490 Dollar kippt die Gebührenrechnung

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit
beehiiv oder Substack: Ab 490 Dollar kippt die Gebührenrechnung

Bei höchstens 1.000 aktiven Kontakten stehen beehiivs 49 US-Dollar Monatsgebühr für Scale ohne Umsatzbeteiligung den zehn Prozent Umsatzanteil von Substack gegenüber: Bei 490 US-Dollar monatlichem Umsatz aus Bezahlabos sind die Plattformkosten gleich hoch. Oberhalb davon ist beehiiv in dieser Preisstufe günstiger, darunter Substack. Zahlungsgebühren sind in diesem Vergleich noch nicht enthalten.

Für die langfristige Wahl reicht der Abo-Umsatz allein nicht aus. beehiivs Monatsgebühr steigt mit der Zahl aktiver Kontakte, unabhängig davon, wie viele davon bezahlen. Substack erhebt dagegen keine monatliche Plattformgebühr, auch wenn die kostenlose Leserliste wächst. Die passende Antwort hängt deshalb zugleich von Umsatz, Listengröße und den benötigten Funktionen ab.

Die Umsatzschwelle wächst mit der Kontaktliste

Für den Gebührenvergleich wird der monatliche Bruttoumsatz aus Bezahlabos mit Substacks Umsatzanteil multipliziert und dem passenden beehiiv-Scale-Preis gegenübergestellt. Bei monatlicher Zahlung nennt beehiivs Tabelle der Kontaktstufen 49 US-Dollar bis 1.000 aktive Kontakte, 89 US-Dollar bis 5.000 und 169 US-Dollar bis 25.000. Eine Liste mit 20.000 Kontakten fällt damit in die letzte dieser Stufen.

Rechnerisch liegt der Gleichstand für diese drei Listen bei 490, 890 beziehungsweise 1.690 US-Dollar monatlichem Abo-Umsatz. Erst oberhalb der jeweils passenden Schwelle fällt Substacks Umsatzanteil höher aus als beehiivs Monatsgebühr. Wer jährlich statt monatlich für Scale zahlt, erhält einen anderen Monatspreis; für die folgenden Beispiele gilt durchgehend monatliche Zahlung.

Bei beehiiv ist die Zahl der aktiven Kontakte die relevante Größe für die Preisstufe, nicht die Zahl der zahlenden Leser. Das ist besonders für Newsletter mit einer großen kostenlosen Leserschaft entscheidend: Eine zusätzliche Kontaktstufe kann Kosten auslösen, ohne dass der Abo-Umsatz steigt. Bei unveränderter Kontaktzahl erhöht umgekehrt zusätzlicher Abo-Umsatz die Scale-Gebühr nicht.

Sechs Szenarien mit kostenlosen und bezahlten Abos

Die folgenden Beispiele sind hypothetisch. Im Bezahlmodell abonnieren jeweils ein Prozent der Kontakte für zehn US-Dollar pro Monat; im kostenlosen Modell gibt es keinen Abo-Umsatz. Aufgeführt sind ausschließlich die Plattformgebühr von beehiiv beziehungsweise Substacks Umsatzanteil. beehiivs kostenloser Launch-Tarif ist auf 2.500 aktive Kontakte begrenzt und enthält keine Bezahlabos.

  • 1.000 Kontakte, kostenlos: Substack und beehiiv Launch kosten jeweils null US-Dollar Plattformgebühr. Wer keine Scale-Funktionen benötigt, hat bei dieser Listengröße keinen Preisvorteil durch einen der beiden Tarife.
  • 1.000 Kontakte, bezahlt: Zehn zahlende Leser erzeugen 100 US-Dollar Monatsumsatz. Substacks Anteil beträgt zehn US-Dollar, beehiiv Scale kostet 49 US-Dollar. Substack liegt in diesem Beispiel um 39 US-Dollar niedriger.
  • 5.000 Kontakte, kostenlos: Substack bleibt ohne monatliche Plattformgebühr. Für beehiiv ist Launch zu klein; die passende Scale-Stufe kostet 89 US-Dollar im Monat, obwohl keine Bezahlabos verkauft werden.
  • 5.000 Kontakte, bezahlt: Fünfzig zahlende Leser erzeugen 500 US-Dollar Monatsumsatz. Substack behält 50 US-Dollar, beehiiv berechnet 89 US-Dollar. Der Abstand beträgt erneut 39 US-Dollar zugunsten von Substack.
  • 20.000 Kontakte, kostenlos: Substack verlangt weiterhin keine monatliche Plattformgebühr. Bei beehiiv fällt für diese Listengröße die Scale-Stufe zu 169 US-Dollar an.
  • 20.000 Kontakte, bezahlt: Zweihundert zahlende Leser erzeugen 2.000 US-Dollar Monatsumsatz. Substacks Anteil beträgt 200 US-Dollar, beehiivs Gebühr 169 US-Dollar. Bei den Plattformkosten liegt beehiiv hier um 31 US-Dollar niedriger.

Die angenommene Bezahlquote und der Abo-Preis sind in allen drei Bezahlbeispielen gleich. Trotzdem wechselt der Kostenvorteil erst im größten Szenario, weil Abo-Umsatz und Kontaktzahl unterschiedliche Seiten der Rechnung beeinflussen. Für einen konkreten Newsletter sind daher die tatsächlichen zahlenden Abos und der angebotene Preis aussagekräftiger als eine pauschale Umrechnung der gesamten Liste in mögliche Einnahmen.

Was die Dollarbeträge in Euro und Franken bedeuten

Der EZB-Referenzkurs vom 30. September 2026 beträgt 1,1355 US-Dollar und 0,9478 Schweizer Franken je Euro. Damit entsprechen 49 US-Dollar rechnerisch rund 43,15 Euro oder 40,90 Franken; 490 US-Dollar entsprechen rund 431,53 Euro oder 409 Franken. Die Werte dienen der Einordnung und sind keine zugesagten Rechnungs- oder Auszahlungsbeträge.

Für Newsletter in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz bleibt die Kostenschwelle am klarsten, wenn Plattformpreis und erwarteter Abo-Umsatz zunächst in derselben Währung stehen. Wechselkurse und mögliche Umrechnungsgebühren können den Betrag verändern, der auf einem Konto ankommt. Hinzu kommen gegebenenfalls Steuern; sie sind in den Szenarien ebenso wenig eingerechnet wie Kosten eines Plattformwechsels.

Export, Werbung, Empfehlungen und Zahlungen

Export: Die Funktionsübersicht von Substack führt Datenexport für beide Plattformen auf; Substack nennt zudem den Export der eigenen Abonnentenliste. Eine exportierbare Liste macht einen Wechsel möglich, erledigt aber nicht automatisch die Übernahme laufender Bezahlabos. Deren Zahlungsbeziehungen und Zugangsrechte müssen zum Zielsystem passen. Dieser Aufwand lässt sich aus den Monatsgebühren nicht ableiten.

Werbung: beehiiv bietet sein Ad Network im Scale-Tarif an. Das kann den Fixpreis für einen Newsletter rechtfertigen, der Anzeigen als Einnahmequelle nutzen will. Der Zugang zum Netzwerk ist jedoch noch kein erzielter Werbeumsatz. Für einen Newsletter ohne geplante Anzeigen gehört deshalb kein angenommener Werbeerlös in die Gebührenrechnung.

Empfehlungen: Beide Plattformen bieten Möglichkeiten, andere Newsletter zu empfehlen. Substack verbindet diese mit einer Reader-App und Notes; beehiiv bietet ein Empfehlungsnetzwerk bereits im kostenlosen Launch-Tarif und zusätzliche Wachstumsfunktionen auf Scale. Für die Wahl zählt, welche Art von Leserschaft der Newsletter erreichen soll. Aus dem Vorhandensein einer Empfehlungsfunktion lässt sich keine feste Zahl neuer Abonnenten berechnen.

Zahlungsabwicklung: Substacks Umsatzanteil und beehiivs Scale-Preis sind Plattformkosten. Bei bezahlten Abos kommen Gebühren des Zahlungsdienstleisters hinzu; die genauen Abzüge hängen unter anderem von Zahlungsart und Land ab. Deshalb zeigen die Schwellenwerte den Unterschied zwischen den Plattformmodellen, nicht den endgültigen Nettoerlös eines Creators.

Welche Rechnung für die Wahl zählt

Für einen rein kostenlosen Newsletter ist Substack bei Listen oberhalb der Launch-Grenze nach Plattformgebühr günstiger. Bei Bezahlabos entscheidet zunächst der zur aktiven Kontaktzahl passende Scale-Preis: Liegt der monatliche Abo-Umsatz über dem Zehnfachen dieses Preises, ist beehiiv bei den verglichenen Plattformkosten günstiger. Liegt er darunter, kostet Substacks Umsatzanteil weniger.

Danach können die benötigten Funktionen den Ausschlag geben. Ein werbefinanzierter Newsletter kann beehiivs Ad Network höher gewichten; wer Leser über Substacks App und Notes erreichen möchte, bewertet dessen Umfeld anders. Export und Zahlungsabwicklung betreffen schließlich den Aufwand und den Nettoerlös. Sie ändern nichts an der Gebührenformel, können aber die wirtschaftlich passende Plattform verändern.

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