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Patreon kostet mehr als 10 Prozent: Diese Abzüge werden leicht übersehen

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 5
Patreon kostet mehr als 10 Prozent: Diese Abzüge werden leicht übersehen

Bei Patreons 10%-Standardmitgliedschaft sind 10 Prozent nur die Plattformgebühr, nicht der gesamte Abzug. Die Patreon-Preisübersicht führt zusätzlich Zahlungsabwicklung, Währungsumrechnung, Auszahlung und anfallende Steuern auf. Schon eine gewöhnliche Webzahlung kostet einen neuen Standard-Creator deshalb mehr als 10 Prozent des Mitgliedspreises.

In einem klar abgegrenzten Euro-Szenario bleiben von 10 Euro rechnerisch 8,31 Euro vor Auszahlungsgebühr und Steuern auf Patreons Gebühren. Bei 2 Euro sind es wegen des festen Anteils der Standard-Zahlungsabwicklung nur rund 1,38 Euro. Ein betroffener iOS-In-App-Kauf zum unveränderten Preis kann den Erlös vor weiteren Abzügen auf 6 Euro reduzieren.

Welche Gebühren für neue Creator-Seiten gelten

Patreon-Mitgliedszahlung mit Plattformgebühr und weiteren getrennten Abzügen

Die 10%-Standardmitgliedschaft gilt für Creator-Seiten, die nach dem 4. August 2025 veröffentlicht wurden. Seiten, die spätestens an diesem Stichtag veröffentlicht waren und seitdem öffentlich geblieben sind, können weiterhin einen Legacy-Tarif mit einer anderen Plattformgebühr nutzen. Wird eine solche Seite unveröffentlicht und später erneut veröffentlicht, wechselt sie nach Patreons Angaben zur Standardmitgliedschaft.

Für die Beispielrechnung ist diese Abgrenzung entscheidend. Die aktualisierte Gebührenübersicht für Creator nennt für die 10%-Standardmitgliedschaft bei Euro-Auszahlungen eine Zahlungsabwicklung von 3,4 Prozent plus 0,35 Euro. Der günstigere Micropayment-Satz von 5 Prozent plus 0,15 Euro bis einschließlich 3 Euro steht dagegen in der gesonderten Tabelle für berechtigte Legacy-Mitgliedschaften und darf nicht pauschal auf neue Standardseiten übertragen werden.

Dieselbe Übersicht weist 2,5 Prozent für eine erforderliche Währungsumrechnung aus. Bei Euro-Auszahlungen werden außerdem 0,50 Euro je lokaler Überweisung, 0,75 Euro über Payoneer oder 1 Euro über PayPal genannt. Soweit gesetzlich vorgeschrieben, kann Patreon zusätzlich Mehrwertsteuer, GST oder Umsatzsteuer auf seine Plattformgebühren erheben.

So sind die Euro-Szenarien abgegrenzt

Die folgenden Rechnungen unterstellen eine neue 10%-Standardmitgliedschaft, eine reguläre Zahlung über Web oder Android und eine Auszahlung in Euro. Der verarbeitete Betrag entspricht im Modell dem genannten Levelpreis; eine mögliche Steuer auf den Kauf des Mitglieds, Währungsumrechnung, Steuern auf Creator-Gebühren und die spätere Auszahlungsgebühr bleiben zunächst außen vor.

Das ist keine universelle Erlösprognose. Patreon berechnet die Zahlungsabwicklung pro Zahlung, und der prozentuale Anteil kann sich auf den einschließlich anwendbarer Steuern verarbeiteten Betrag beziehen. Auch Zahlungsart und Standort des Mitglieds können die tatsächliche Belastung beeinflussen.

Für das vereinfachte Modell lautet die Rechnung: Mitgliedspreis minus 10 Prozent Plattformgebühr minus 3,4 Prozent Zahlungsabwicklung minus 0,35 Euro. Die Ergebnisse werden auf Cent gerundet. Erst danach lassen sich die jeweils tatsächlich anfallenden Währungs-, Steuer- und Auszahlungskosten ergänzen.

Was von 2, 5, 10, 20 und 50 Euro bleibt

Patreon-Mitgliedspreise von 2 bis 50 Euro mit unterschiedlich hohen Nettoerlösen

Die Szenarien zeigen vor allem die Wirkung des festen Betrags von 0,35 Euro. Je niedriger der Mitgliedspreis ist, desto größer wird sein relativer Anteil:

  • 2 Euro: 0,20 Euro Plattformgebühr und rund 0,42 Euro Zahlungsabwicklung lassen etwa 1,38 Euro übrig. Der effektive Abzug beträgt rund 30,9 Prozent.
  • 5 Euro: Nach 0,50 Euro Plattformgebühr und 0,52 Euro Zahlungsabwicklung bleiben 3,98 Euro. Das entspricht einem Abzug von 20,4 Prozent.
  • 10 Euro: 1 Euro Plattformgebühr und 0,69 Euro Zahlungsabwicklung reduzieren den Betrag auf 8,31 Euro. Der Abzug liegt bei 16,9 Prozent.
  • 20 Euro: Nach 2 Euro Plattformgebühr und 1,03 Euro Zahlungsabwicklung bleiben 16,97 Euro. Der effektive Abzug beträgt rund 15,2 Prozent.
  • 50 Euro: 5 Euro Plattformgebühr und 2,05 Euro Zahlungsabwicklung ergeben 42,95 Euro. Das entspricht einem Abzug von 14,1 Prozent.

Die Rechnung erklärt, weshalb „10 Prozent“ besonders bei kleinen Levels kein brauchbarer Budgetwert sind. Mehrere einzelne Zahlungen verursachen den festen Abwicklungsbetrag jeweils neu und sind daher gebührenseitig nicht mit einer einzigen Zahlung in gleicher Gesamthöhe gleichzusetzen.

Währung, Steuern und Auszahlung verändern das Ergebnis

Bezahlt das Mitglied in der Auszahlungswährung des Creators, fällt keine Währungsumrechnungsgebühr an. Bei einer anderen Zahlungswährung kommt sie hinzu und wird auf den verarbeiteten Gesamtbetrag einschließlich anwendbarer Steuern berechnet. Für Creator in der Schweiz gelten die Euro-Szenarien deshalb nur, wenn die betrachtete Zahlung und die Auszahlung tatsächlich in Euro erfolgen.

Steuern sind kein einheitlicher Aufschlag. Zu unterscheiden sind die Steuer auf den Kauf des Mitglieds, eine mögliche Steuer auf Patreons Creator-Gebühren und die persönliche beziehungsweise betriebliche Besteuerung der Einnahmen. Nur die ersten beiden Positionen beeinflussen die hier betrachtete Patreon-Abrechnung unmittelbar; ihre Höhe hängt von Standort, Unternehmensstatus und Transaktion ab.

Die Auszahlungsgebühr fällt nicht für jede Mitgliedschaft einzeln an, sondern beim Überweisen des angesammelten Guthabens. Eine lokale Euro-Überweisung von 100 Euro belastet das Guthaben mit den genannten 0,50 Euro rechnerisch um weitere 0,5 Prozent; bei 500 Euro sind es 0,1 Prozent. PayPal und Payoneer können außerhalb der Patreon-Gebühr zusätzliche eigene Kosten berechnen.

Wann ein iOS-Kauf 40 Prozent vor weiteren Abzügen kostet

Vergleich eines Patreon-Webkaufs mit einem iOS-In-App-Kauf und geringerem Creator-Erlös

Für betroffene neue Mitgliedschaften, die außerhalb der USA direkt in der Patreon-App für iOS abgeschlossen werden, gilt eine andere Abwicklung. Laut Patreons FAQ zu iOS-In-App-Käufen behält Apple 30 Prozent ein; bei dieser Transaktion entfällt Patreons normale Zahlungsabwicklungsgebühr, während die Plattformgebühr bestehen bleibt. Bestehende Mitgliedschaften sowie Anmeldungen über mobiles Web, Desktop oder Android fallen nicht unter diese konkrete Regel.

Übernimmt der Creator die Apple-Gebühr und bleibt der iOS-Preis bei 10 Euro, entfallen im vereinfachten Szenario 3 Euro auf Apple und 1 Euro auf Patreons Plattformgebühr. Vor möglichen Steuern, Währungsumrechnung und Auszahlung bleiben 6 Euro: Der unmittelbare Abzug beträgt damit 40 Prozent.

Alternativ kann Patreon den in der iOS-App angezeigten Preis auf Wunsch automatisch um etwa 43 Prozent erhöhen. Der Aufschlag gleicht aus, dass Apple 30 Prozent des bereits erhöhten Verkaufspreises berechnet; das Mitglied zahlt dann jedoch mehr als im Web. Für eine realistische Erlösplanung müssen reguläre Zahlungen und betroffene iOS-In-App-Käufe daher getrennt kalkuliert werden.

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