
Qonto oder Finom: Viele Buchungen ändern den günstigeren Kontotarif

Bei vielen kleinen SEPA-Zahlungen ist Finom in den hier verglichenen Nutzungsprofilen günstiger. Bei wenigen hohen Überweisungen kann Qonto vorn liegen. Der Grund liegt in der Abrechnung: Qonto zählt ein- und ausgehende Transaktionen, während bei Finom vor allem der Gesamtbetrag ausgehender SEPA-Zahlungen zählt. Die Qonto-Preisliste nennt für Starter fünf enthaltene Transaktionen und 0,20 € je weiterer Transaktion; Basic kostet bei jährlicher Zahlung 9 € mit 30, Smart 19 € mit 100 enthaltenen Transaktionen pro Monat.
Die Finom-Tarife setzen andere Grenzen: Solo kostet 0 € und enthält monatlich 2.500 € ausgehende SEPA-Zahlungen; darüber fallen 0,30 % auf den zusätzlichen Betrag an. Bei jährlicher Zahlung kostet Basic 7 € mit 25.000 € Freivolumen, Smart 17 € mit 50.000 € und Core 34 € mit 100.000 €. Die genannten Grundpreise sind Monatswerte ohne Umsatzsteuer bei Jahresabrechnung. Wer nur die Kontogebühr oder nur die Zahl der Buchungen vergleicht, übersieht deshalb einen Teil der laufenden Kosten.
Solo-Selbstständige: Viele Eingänge, kleine Ausgänge
Ein bedingtes Beispiel: Eine neu gestartete freiberufliche Tätigkeit erhält monatlich 45 SEPA-Zahlungen und sendet 15 weitere über zusammen 2.400 €. Benötigt wird eine virtuelle Karte, aber weder Bargeld noch eine Auslandsüberweisung. Finom Solo bleibt bei 0 €, weil das ausgehende Zahlungsvolumen unter seinem Freivolumen liegt. Bei Qonto Starter überschreiten 55 der insgesamt 60 Transaktionen das Kontingent; daraus werden 11 € im Monat. Qonto Basic käme mit 30 zusätzlichen Transaktionen auf 15 €, Smart auf seinen Grundpreis von 19 €.
Der kostenlose Qonto-Starter-Tarif richtet sich an neue Freiberuflerinnen und Freiberufler. Ist er für die betreffende Person verfügbar, ergibt ein anderes bedingtes Profil das umgekehrte Ergebnis: Bei insgesamt fünf SEPA-Transaktionen und 10.000 € ausgehenden Zahlungen kostet Qonto Starter 0 €. Finom Solo berechnet auf die 7.500 € oberhalb seines Freivolumens 22,50 €. Innerhalb des Finom-Angebots wäre dann Basic mit 7 € günstiger als Solo, läge aber weiterhin über Qonto Starter. Das Beispiel zeigt zugleich, weshalb ein Null-Euro-Tarif nicht automatisch die günstigste Stufe des jeweiligen Anbieters bleibt.
Kleine GmbH: Die Zahl der Zahlungseingänge macht den Unterschied
Für eine kleine GmbH seien monatlich 80 SEPA-Eingänge und 40 Ausgänge über zusammen 20.000 € angenommen. Eine Person benötigt Kontozugang und eine physische Karte; weitere Karten, Bargeld und Auslandszahlungen fallen nicht an. Finom Basic deckt die ausgehenden Zahlungen mit seinem Freivolumen und die Karte mit seinem Kartenkontingent ab. Die laufenden Tarifkosten betragen damit 7 € pro Monat bei jährlicher Zahlung. Für eine GmbH ist der Solo-Einstieg kein verlässlicher Vergleichspunkt: Die Rechnung verwendet den regulären Basic-Tarif.
Bei Qonto Basic zählen dagegen sämtliche 120 SEPA-Transaktionen. Nach den 30 enthaltenen Buchungen kosten 90 weitere zusammen 18 €; mit dem Grundpreis ergibt das 27 €. Qonto Smart enthält 100 Transaktionen. Dort kosten die zusätzlichen 20 Buchungen 4 €, sodass der Monat auf 23 € kommt. Innerhalb von Qonto ist hier der teurere Grundtarif die günstigere Wahl. Smart enthält zudem ein Unterkonto mit eigener IBAN. Braucht die GmbH eine solche Trennung für Steuern und laufende Ausgaben, ist das ein zusätzlicher Nutzen, der in der reinen Gebührenrechnung noch keinen Geldwert erhält.
Zehn Personen: Teamrechte und Auslandszahlung
Ein drittes bedingtes Profil umfasst zehn Personen mit Zugang, fünf physischen und fünf virtuellen Karten sowie 400 monatliche SEPA-Transaktionen. Davon sind 250 Eingänge und 150 Ausgänge über insgesamt 80.000 €. Hinzu kommt eine ausgehende Überweisung über 1.000 € in Euro außerhalb des SEPA-Raums. Bei Qonto Essential sind fünf physische Karten, ausreichend virtuelle Karten und Teamzugänge enthalten. Von den 400 SEPA-Transaktionen liegen 150 über dem Kontingent von 250; zu 49 € Grundpreis kommen 22,50 € Buchungsgebühren und 5 € für die Euro-Auslandsüberweisung. Das ergibt 76,50 € im Monat bei jährlicher Zahlung.
Finom Basic scheidet für dieses Profil wegen der benötigten Zugänge aus. Die Finom-Tarifübersicht nennt für Basic bis zu zwei Nutzer und für Smart unbegrenzte Teammitglieder mit Rollenverwaltung. Smart deckt auch die angenommenen Karten ab. Von den 80.000 € ausgehender SEPA-Zahlungen liegen 30.000 € über seinem Freivolumen; 0,025 % davon sind 7,50 €. Zusammen mit 17 € Grundpreis und 5 € für die Euro-Auslandsüberweisung ergibt das 29,50 €. Core würde das SEPA-Volumen vollständig abdecken, kostet mit 34 € Grundpreis und derselben Auslandsüberweisung aber 39 €. Gebühren möglicher Zwischenbanken sind in diesen bedingten Rechnungen nicht enthalten.
Bei einer Überweisung in Fremdwährung wäre der Vergleich anders. Dann hängt der Betrag zusätzlich vom Zahlungsweg, der Währung und den jeweiligen prozentualen Auslandsgebühren ab. Auch Kartenzahlungen im Ausland sind etwas anderes als eine SWIFT-Überweisung: Für sie gelten eigene Konditionen. Das Teamprofil zeigt daher einen klaren Preisunterschied für die beschriebenen Euro-Zahlungen, keinen pauschalen Sieger für jede internationale Nutzung.
Was Karten und Buchhaltungsfunktionen am Ergebnis ändern
Die Beispiele setzen bewusst nur die Karten an, die tatsächlich gebraucht werden. Im Solo-Profil reicht eine virtuelle Karte; eine zusätzliche physische Karte würde den Null-Euro-Vergleich verändern. Für die GmbH passt jeweils eine enthaltene physische Karte. Im Teamprofil liegen die benötigten Karten innerhalb der gewählten Kontingente. Steigt die Zahl der Karten pro Person oder werden besondere Kartentypen verlangt, muss diese Anforderung gesondert in die Tarifwahl einfließen.
Auch Kontozugang ist nicht mit voller Handlungsvollmacht gleichzusetzen. Ein Unternehmen kann für Beschäftigte Ausgabenrechte benötigen, während die Buchhaltung nur Belege und Transaktionen einsehen soll. Qonto bietet in seinen größeren Tarifen Teamrollen, Unterkonten und Buchhaltungszugriff; Finom verbindet Teamrollen mit Wallets, Rechnungsfunktionen und Buchhaltungsintegrationen. Für die Auswahl zählt, ob die konkret benötigten Freigaben und Abläufe im bezahlten Tarif enthalten sind. Ein günstigerer Zahlungsverkehr gleicht eine fehlende Funktion nicht automatisch aus.
Testnote und Schutz des Guthabens
Im Geschäftskonto-Vergleich von Für-Gründer.de erhielt Finom die Note 1,8 und Qonto 2,7; die Redaktion sieht Finom besonders bei kleineren Teams und vielen Zahlungseingängen im Vorteil, Qonto stärker bei wachsenden Unternehmen. Die Gesamtnote bewertet mehr als die Kosten eines einzelnen Monats. Für die drei angenommenen Zahlungsprofile liefern die Tarifregeln deshalb die genauere Preisantwort.
Bei dauerhaft höheren Kontoguthaben kommt eine andere Frage hinzu. Qonto bezeichnet sich im deutschen Rechtshinweis als reguliertes Zahlungsinstitut. Nach seinen Angaben werden Kundengelder unter anderem bei Partnerbanken verwahrt oder in qualifizierte Geldmarktfonds investiert; für den Insolvenzfall einer Partnerbank beschreibt Qonto eine Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank und Kunde. Das ist vom Schutz eines gewöhnlichen Einlagenkontos beim Kontenanbieter zu unterscheiden. Bei Finom hängen die Schutzregeln ebenfalls vom konkret bereitgestellten Zahlungsdienst und dessen Verwahrung ab. Wer größere Reserven auf dem Geschäftskonto hält, sollte diese Bedingungen getrennt vom monatlichen Tarifpreis beurteilen.
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