Wise Business oder Revolut Business: Das Wechselvolumen kippt die Rechnung

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit| 1
Wise Business oder Revolut Business: Das Wechselvolumen kippt die Rechnung

Für Unternehmen mit schwankendem Zahlungsbedarf ist Wise Business oft der günstigere Ausgangspunkt: Laufende Kosten entstehen vor allem bei der Nutzung. Revolut Business kann günstiger werden, wenn regelmäßiger Währungsumtausch und Überweisungen in die Kontingente eines passenden Monatsabos fallen. Wie stark das Wechselvolumen die Rechnung verändert, zeigen die Modellfälle weiter unten.

Die Höhe einer einzelnen Auslandszahlung reicht für die Wahl nicht aus. Entscheidend sind die monatliche Umtauschsumme, die Zahl lokaler und internationaler Überweisungen, der Zeitpunkt des Umtauschs und benötigte Teamfunktionen. Ein niedriger Einstiegssatz bei Wise ersetzt dabei kein Angebot für die tatsächlich verwendeten Währungen und Zahlungswege.

Grundgebühr, Kontingente und variable Kosten

Die Preisübersicht von Wise Business nennt 55 Euro als einmalige Gebühr für sämtliche Geschäftskonto-Funktionen und variable Gebühren für Überweisungen und Währungsumtausch ab 0,2 Prozent. Die konkrete Gebühr hängt unter anderem von Währung und Betrag ab; eine monatliche Kontogebühr wird nicht ausgewiesen. Bei einem Vergleich des ersten Nutzungsmonats gehören die 55 Euro vollständig dazu. Für einen längeren Zeitraum lassen sie sich auf die geplanten Nutzungsmonate verteilen.

Die deutschen Business-Tarife von Revolut kosten monatlich 10 Euro für Basic, 35 Euro für Grow und 125 Euro für Scale. Ihre Umtauschkontingente zum Interbankenkurs liegen bei 1.000, 15.000 und 60.000 Euro; darüber fallen 0,6 Prozent an. Basic enthält keine gebührenfreien Auslandsüberweisungen, Grow fünf und Scale 25. Weitere Auslandsüberweisungen kosten regulär 5 Euro, während für SWIFT-OUR-Zahlungen eigene Gebühren gelten.

Auch lokale Überweisungen haben Grenzen: Basic enthält zehn, Grow 100 und Scale 1.000 pro Monat; jede weitere kostet 0,20 Euro. Die Tarifgebühr ist deshalb nur ein Teil der Rechnung. Ein großes Wechselkontingent kann einen höheren Grundpreis ausgleichen, während viele lokale Zahlungen auch ohne Währungswechsel Zusatzkosten auslösen können.

„Gebührenfrei“ bezeichnet bei Revolut bestimmte Tarifposten, keinen garantierten Auszahlungsbetrag. Wise rechnet mit dem Devisenmittelkurs und einer ausgewiesenen Gebühr, Revolut bietet innerhalb des Kontingents einen Interbankenkurs an. Für denselben Ausgangsbetrag und dieselbe Zielwährung zählt neben den Gebühren auch, wie viel beim Empfänger ankommt.

Vier Monatsprofile: Wann wechselt der günstigste Tarif?

Die folgenden bedingten Modellrechnungen verwenden die genannten deutschen Revolut-Tarife. Alle Umtausche finden während der Marktzeiten statt; Überweisungen an andere Revolut-Konten, SWIFT-OUR-Zahlungen sowie zusätzliche Karten- oder Empfangsgebühren sind nicht enthalten. Für Wise lässt sich ohne konkrete Währungspaare und Empfänger kein seriöser Pauschalpreis einsetzen. Deshalb nennt jedes Profil die Kostenschwelle, mit der ein individuelles Wise-Angebot verglichen werden kann.

Wenige große Auslandszahlungen

Ein Unternehmen tauscht angenommen 40.000 Euro im Monat um und sendet das Geld mit zwei internationalen Überweisungen. Basic kostet rechnerisch 254 Euro: 10 Euro Grundgebühr, 234 Euro für den Umtausch oberhalb des Kontingents und 10 Euro für die Überweisungen. Grow kommt auf 185 Euro, Scale auf 125 Euro. Unter diesen Annahmen ist das teuerste Abo der günstigste Revolut-Tarif.

Wise wäre bei den laufenden Kosten günstiger, wenn das konkrete Angebot für Umtausch und beide Zahlungen zusammen unter 125 Euro bleibt; im ersten Nutzungsmonat kommt die Einrichtung hinzu. Bei größeren Sendebeträgen kann zudem ein Rabatt wirken: Die Wise-Regel für Großbeträge sieht ab 22.000 Euro monatlichem Überweisungsvolumen einen automatischen Nachlass für qualifizierte weitere Zahlungen vor. Er gilt auch dann, wenn die Schwelle durch mehrere Überweisungen erreicht wird.

Viele lokale Zahlungen ohne Umtausch

Ein anderes angenommenes Unternehmen führt 250 lokale Überweisungen in derselben Währung aus. Ohne Umtausch und Auslandszahlungen kostet Basic 58 Euro im Monat, Grow 65 Euro und Scale 125 Euro. Die zusätzlichen lokalen Freiposten von Grow reichen hier noch nicht aus, um dessen höhere Grundgebühr gegenüber Basic auszugleichen.

Bei Wise hängt der Preis dieser Zahlungen vom konkreten Empfänger und Zahlungsweg ab. Aus einer beworbenen Umtauschgebühr lässt er sich nicht für alle 250 Überweisungen ableiten. Bleiben die laufenden Wise-Gebühren unter 58 Euro, liegt Wise vor dem günstigsten Revolut-Tarif dieses Profils; andernfalls liegt Basic bei den betrachteten Zahlungskosten vorn. Im ersten Nutzungsmonat ist bei Wise zusätzlich die Einrichtungsgebühr zu berücksichtigen.

Regelmäßiger, begrenzter Währungsumtausch

Im dritten Modellmonat werden 12.000 Euro gewechselt, vier Auslandsüberweisungen und 20 lokale Zahlungen ausgeführt. Basic kostet rechnerisch 98 Euro: 10 Euro Grundgebühr, 66 Euro für Umtausch oberhalb des Kontingents, 20 Euro für internationale und 2 Euro für zusätzliche lokale Überweisungen. Bei Grow bleiben sämtliche angenommenen Vorgänge innerhalb der Kontingente; es kostet 35 Euro. Scale kostet 125 Euro.

Für den laufenden Vergleich müsste Wise bei denselben Währungen und Empfängern unter 35 Euro bleiben, um Grow zu schlagen. Genau hier zeigt sich die Wirkung eines passend genutzten Abos: Trotz höherer fixer Kosten kann es günstiger sein als einzeln berechneter Umtausch. Im ersten Monat erhöht die einmalige Wise-Gebühr dessen Vergleichswert zusätzlich.

Internationales Team mit hohem Volumen

Ein angenommenes Team mit acht Personen wechselt monatlich 65.000 Euro und führt acht Auslandsüberweisungen sowie 80 lokale Überweisungen aus. Daraus ergeben sich 448 Euro für Basic, 350 Euro für Grow und 155 Euro für Scale. Bei Scale entstehen 30 Euro für den Umtausch oberhalb seines Kontingents; die angenommenen Überweisungen bleiben darin enthalten. Für Wise ist wieder das Gesamtangebot für dieselben Währungspaare und Empfänger maßgeblich.

Die acht Teammitglieder verändern die Revolut-Rechnung allein noch nicht, weil die Tarife zusätzliche Mitglieder ohne Aufpreis erlauben. Das Ausgaben-Tool kostet jedoch 8 Euro je Person und Monat. Würden es im Modell alle acht nutzen, stiege Scale von 155 auf 219 Euro. Individuelle Genehmigungen und Kontoberechtigungen sind ebenfalls tarifabhängig; benötigt das Team sie, kann ein allein nach Zahlungsgebühren günstigerer Tarif ausscheiden.

Der Umtauschzeitpunkt ist ein eigener Kostenposten

Das Wechselkontingent deckt den Zuschlag für Umtausch außerhalb der Marktzeiten nicht ab. Der Revolut-Hilfebereich zum Währungsumtausch nennt unabhängig vom Abo 1 Prozent Aufschlag für Umtausch zwischen Freitag 17 Uhr und Sonntag 18 Uhr Eastern Standard Time. Die Gebühr von 0,6 Prozent für Beträge oberhalb des monatlichen Kontingents kommt gegebenenfalls als eigener Posten hinzu.

Bei einem angenommenen Wochenendumtausch von 10.000 Euro entspricht der Zeitaufschlag allein 100 Euro. Wäre das monatliche Kontingent bereits ausgeschöpft, kämen rechnerisch weitere 60 Euro Überschreitungsgebühr hinzu. Ein Tarif, der im Werktagsprofil günstig aussieht, kann damit für dieselben Zahlungen am Wochenende deutlich teurer werden. Der tatsächliche Wechselkurs ist zusätzlich zum Zeitpunkt des Umtauschs zu vergleichen.

Welche Rechnung für den eigenen Firmensitz gilt

Für einen belastbaren Vergleich gehören Grundpreis, genutztes Wechselkontingent, zusätzliche Überweisungen und Umtausch außerhalb der Marktzeiten in dieselbe Monatsrechnung. Bei Wise stehen daneben die Gebühren des konkreten Zahlungswegs und im ersten Nutzungszeitraum die einmalige Einrichtung. Auch der Auszahlungsbetrag in der Zielwährung bleibt relevant, wenn zwei Angebote unterschiedliche Kurse verwenden.

Die Modellbeträge beruhen auf deutschen Tarifen. Unternehmen mit Sitz in Österreich oder der Schweiz benötigen die Konditionen ihres jeweiligen Standorts; die hier berechneten Eurobeträge lassen sich nicht unverändert übertragen. Das Grundmuster bleibt für die Entscheidung nützlich: Seltene Zahlungen begünstigen oft nutzungsabhängige Kosten, während regelmäßig ausgeschöpfte Kontingente den Preis eines passenden Abos rechtfertigen können.

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