Qonto oder Finom: Transaktionslimits entscheiden vor dem Nulltarif

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit
Qonto oder Finom: Transaktionslimits entscheiden vor dem Nulltarif

Für Selbstständige mit wenigen Zahlungen können Qonto und Finom kostenlos sein. Bei regelmäßigem Zahlungsverkehr entscheidet jedoch die Art des Limits über die Monatskosten: Die Qonto-Tarife zählen im kostenlosen Starter-Plan fünf SEPA-Transaktionen pro Monat und berechnen danach 0,20 Euro je weiterer Transaktion. Starter richtet sich an Freiberufler und Einzelunternehmen.

Finom setzt beim kostenlosen Solo-Plan eine andere Grenze. Die Finom-Preistabelle nennt 2.500 Euro monatliches Freivolumen für ausgehende SEPA-Überweisungen, eine virtuelle Karte und einen Nutzer. Für die Wahl des Geschäftskontos zählen deshalb sowohl die Zahl als auch der Gesamtbetrag der Zahlungen. Sobald eine physische Teamkarte oder ein weiterer Zugang nötig wird, verschiebt sich der Vergleich auf kostenpflichtige Tarife.

Drei Monatsprofile mit denselben Überweisungen

Die folgenden Beträge sind Modellrechnungen für ausgehende SEPA-Überweisungen zu jeweils 100 Euro, keine beobachteten Kundenkosten. Die Grundpreise gelten pro Monat bei jährlicher Abrechnung, ohne Umsatzsteuer. Eingehende Überweisungen, Lastschriften, Bargeld und Auslandszahlungen sind zunächst ausgenommen. Das ist besonders für Qonto relevant: Dort teilen sich SEPA-Überweisungen und Lastschriftzahlungen das enthaltene Transaktionskontingent.

  • Fünf Überweisungen, 500 Euro Gesamtvolumen, eine virtuelle Karte: Qonto Starter und Finom Solo liegen jeweils bei 0 Euro, sofern der kostenlose Tarif für die Rechtsform verfügbar ist. Die Zahlungen bleiben bei Qonto innerhalb des Stückkontingents und bei Finom innerhalb des Freivolumens. Eine physische Karte oder ein zusätzlicher Nutzer ist in diesem Profil nicht vorgesehen.
  • 50 Überweisungen, 5.000 Euro Gesamtvolumen, eine physische Karte: Qonto Basic enthält 30 Transaktionen; die übrigen 20 kosten zusammen 4 Euro. Zum Grundpreis von 9 Euro ergibt das 13 Euro monatlich. Finom Basic kostet 7 Euro, umfasst ausgehende SEPA-Überweisungen bis zu einem Monatsvolumen von 25.000 Euro und enthält eine physische Karte pro Nutzer. Unter diesen Annahmen bleibt es bei 7 Euro. Finom Solo überschreitet dagegen sein ausgewiesenes Freivolumen; ein Endpreis von 0 Euro wäre für dieses Profil unbegründet.
  • 200 Überweisungen, 20.000 Euro Gesamtvolumen, zwei physische Teamkarten: Qonto Smart enthält 100 Transaktionen und zwei physische Karten. Weitere 100 Transaktionen zu je 0,20 Euro erhöhen den Grundpreis von 19 Euro auf 39 Euro. Qonto Premium kostet bei jährlicher Abrechnung ebenfalls 39 Euro und enthält bereits 200 Transaktionen sowie zwei physische Karten; bei diesem Profil ist Premium daher die sinnvollere Qonto-Stufe. Finom Basic bleibt mit 20.000 Euro unter seinem Freivolumen von 25.000 Euro, bietet zwei Nutzer und je eine kostenlose physische Karte pro Nutzer. Die Modellkosten betragen 7 Euro.

Die dritte Rechnung zeigt zugleich, warum der Durchschnittsbetrag wichtig ist. Bei 200 Überweisungen reichen im Finom-Basic-Tarif durchschnittlich mehr als 125 Euro, um das Freivolumen von 25.000 Euro zu überschreiten. Qontos Stückkontingent reagiert dagegen auf zusätzliche Vorgänge, auch wenn deren Beträge klein sind. Eingehende Zahlungen oder Lastschriften können die Qonto-Rechnung ebenfalls verändern; sie wurden in den drei Profilen bewusst nicht mitgerechnet.

Warum der Solo-Preis nicht für jedes Finom-Konto gleich ist

Für von Solaris migrierte Bestandskunden nennt Finom eine Sonderregel. Laut den Migrationsbedingungen umfasst deren Solo-Tarif 25.000 Euro ausgehendes SEPA-Volumen pro Abrechnungszeitraum; oberhalb der Grenze fallen 0,1 Prozent des Überweisungsbetrags an, gedeckelt auf 150 Euro. Die allgemeine Preistabelle weist für Solo dagegen 2.500 Euro Freivolumen aus. Die Werte betreffen unterschiedliche Vertragsgruppen und dürfen nicht zu einem einheitlichen Solo-Preis vermischt werden.

Für das Profil mit 50 Zahlungen lässt sich aus dem allgemeinen Solo-Eintrag deshalb kein verlässlicher Gesamtbetrag oberhalb der Freigrenze ableiten. Wer einen neu angebotenen Solo-Tarif mit einem bezahlten Plan vergleicht, benötigt die Gebührenregel seines konkreten Vertrags. Unabhängig davon löst der Wunsch nach einer physischen Karte und einem zweiten Zugang bereits eine andere Tarifwahl aus: Die kostenlose Solo-Ausstattung sieht nur eine virtuelle Karte und einen Nutzer vor.

Rechtsform und Guthabenschutz getrennt beurteilen

Der kostenlose Einstieg gilt nicht automatisch für eine GmbH. Qonto ordnet Starter Freiberuflern und Einzelunternehmen zu; seine bezahlten Pläne sprechen auch Unternehmen an. Finom beschreibt Solo als Tarif für Freiberufler, während Basic auf Einzelunternehmen und kleine Teams zielt. Eine GmbH sollte daher die für ihre Rechtsform angebotenen Pläne vergleichen, bevor sie die Modellbeträge als eigene Kosten übernimmt. Der Preisvergleich für Einzelpersonen ersetzt keine Prüfung des tatsächlich verfügbaren Firmenkontos.

Auch der Schutz des Guthabens hängt vom kontoführenden Institut ab. Qonto bezeichnet sich als reguliertes Zahlungsinstitut und beschreibt die getrennte Sicherung von Kundengeldern. Finom unterscheidet in seinen Angaben zum Geldschutz zwischen Konten unter der Lizenz von Finom Payments B.V. und Konten über Solaris SE. Beim E-Geld-Konto wird der Gegenwert als gesichertes Kundengeld verwahrt; es ist keine Bankeinlage. Für Konten unter der Solaris-Lizenz nennt Finom dagegen die deutsche gesetzliche Einlagensicherung über Solaris bis 100.000 Euro. Eine deutsche IBAN allein sagt somit noch nicht, welcher Schutz für das konkrete Konto gilt.

Auslandszahlungen und Karten können das Ergebnis drehen

SEPA-Kosten erklären nur einen Teil der Rechnung. Für ausgehende Überweisungen in Standardfremdwährungen wie USD oder GBP nennt Qonto bei Basic und Smart 0,8 Prozent, mindestens 5 Euro je Überweisung; Premium weist 0,56 Prozent bei demselben Mindestbetrag aus. Finom führt für ausgehende Auslandszahlungen in Basic eine volumenabhängige Komponente von 0,5 Prozent auf. Seine Angaben zu Unternehmenskonten nennen für entsprechende internationale Zahlungen zusätzlich eine feste Gebühr von 5 Euro je Zahlung. Zahlungsweg, Währung und die jeweils geltenden Komponenten müssen daher zusammen betrachtet werden.

Bei einer angenommenen Auslandszahlung über 1.000 Euro entsprächen 0,8 Prozent rechnerisch 8 Euro bei Qonto Basic; bei Finom Basic wären 0,5 Prozent zunächst 5 Euro, zuzüglich einer gegebenenfalls anfallenden festen Gebühr. Für 5.000 Euro betragen die prozentualen Komponenten bei Qonto Premium 28 Euro und bei Finom Basic 25 Euro. Diese Beispielbeträge sind keine vollständigen Ausführungs- oder Wechselkurspreise. Sie zeigen, weshalb ein kleiner Unterschied im Prozentsatz durch einen festen Zahlungsbetrag aufgezehrt werden kann.

Für Teams zählt außerdem, wer tatsächlich eine Karte und einen eigenen Zugang braucht. Qonto Basic enthält eine physische und zwei virtuelle Karten, Smart zwei physische Karten und ein Unterkonto. Bei Finom Basic sind zwei Nutzer sowie eine kostenlose physische und drei virtuelle Visa-Karten pro Nutzer ausgewiesen. Benötigt ein Betrieb getrennte Zahlungsrollen oder zusätzliche Konten, kann eine Tarifstufe mit höherer Grundgebühr trotz identischer Überweisungen die passendere Ausstattung bieten.

Buchhaltungszugang ist eine eigene Tariffrage

Eine Datensynchronisierung ersetzt nicht zwingend einen Zugang für die Buchhaltung. Qonto nennt bereits bei Starter die Synchronisierung mit DATEV und Lexware; einen Zugang für Buchhalter und weitere Buchhaltungsintegrationen führt Qonto bei Smart auf. Wer nur Kontobewegungen überträgt, hat damit eine andere Anforderung als ein Team, dessen Steuerberatung Belege und Zahlungen im Konto einsehen soll.

Finom bietet Buchhaltungsintegrationen und einen DATEV-Belegbilderservice an. Aus der allgemeinen Preisübersicht lässt sich jedoch nicht jede konkrete Kombination aus Export, Belegabgleich und Berechtigungen für jeden Tarif gleich eindeutig ablesen. Für einen Betrieb mit festem Buchhaltungsprozess ist deshalb die benötigte Funktion im angebotenen Tarif ebenso entscheidend wie dessen SEPA-Grenze. Bei den gerechneten Profilen mit 50 und 200 Überweisungen ist Finom Basic günstiger; ein erforderlicher Buchhaltungszugang, eine andere Rechtsform oder regelmäßige Auslandszahlungen können diese Auswahl verändern.

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