Pleo oder Spendesk: Nutzerzahl und Transaktionen drehen die Rechnung

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 1
Pleo oder Spendesk: Nutzerzahl und Transaktionen drehen die Rechnung

Für den Preisvergleich zwischen Pleo und Spendesk zählen zwei verschiedene Größen. Die deutsche Pleo-Preisseite nennt für Start 8 Euro je Nutzer:in und Monat bei monatlicher Zahlung, für Build 14 Euro und für Optimise 18 Euro bei jährlicher Zahlung. Die Spendesk-Preisübersicht beschreibt dagegen eine feste monatliche Plattformgebühr, unbegrenzte Nutzer:innen und variable Gebühren für Kartenkäufe, Eingangsrechnungen und Spesenabrechnungen.

Deshalb kann dieselbe Zahl von Karteninhabern je nach Transaktionsvolumen zu einer anderen Kostenentscheidung führen. Pleos veröffentlichte Nutzerpreise ergeben eine berechenbare Tarifbasis. Für Spendesk fehlt eine allgemein gültige Plattformgebühr samt Transaktionsraten; ein Endpreis lässt sich erst mit einem Angebot für den konkreten Mix aus Kartenkäufen, Rechnungen und Erstattungen vergleichen.

Welche Größen den Monatsbetrag bestimmen

Bei Pleo ist zuerst die Zahl der kostenpflichtigen Zugänge entscheidend. Danach bestimmt der benötigte Funktionsumfang den Tarif: Start deckt Karten und Rechnungsverwaltung ab, Build ergänzt unter anderem Freigabeabläufe und flexible Kartenlimits, Optimise zusätzlich Budgets. Wer nur die Zahl ausgegebener Karten zählt, kann den Bedarf an Zugängen für Personen übersehen, die Ausgaben prüfen oder freigeben sollen.

Bei Spendesk entstehen die variablen Kosten durch Vorgänge, nicht durch zusätzliche aktive Nutzer:innen. Ein kleines Team mit häufigen Kartenkäufen kann deshalb ein höheres Transaktionsvolumen erreichen als eine große Abteilung, deren Karten selten eingesetzt werden. Eingangsrechnungen und Spesenabrechnungen gehören ebenfalls in die Volumenschätzung; der Kartenumsatz in Euro allein liefert dafür keine ausreichende Zahl.

Für die folgenden ausdrücklich hypothetischen Fälle steht F für die angebotene monatliche Spendesk-Plattformgebühr und V(n) für sämtliche angebotenen variablen Gebühren bei n Vorgängen. V(n) ist kein unterstellter Einheitspreis: Freimengen, unterschiedliche Sätze je Vorgangsart und Staffelungen können die tatsächliche Rechnung verändern. Alle Pleo-Beträge sind reine Tarifbasen. Die Beispiele setzen voraus, dass Rechnungen erfasst, aber nicht über Pleo bezahlt werden und weder Fremdwährungszahlungen noch Rückerstattungen anfallen.

Drei Szenarien trennen Nutzerzahl und Transaktionsvolumen

Drei unterschiedlich große Teams nutzen Firmenkarten für verschieden viele Zahlungen; dadurch ändern sich die Vergleichsbeträge für Pleo und Spendesk.

Alle drei Fälle verwenden Pleo Build, weil jeweils Freigabeabläufe benötigt werden. So bleibt der Leistungsmaßstab auf der Pleo-Seite gleich. Die Monatswerte für Build setzen jährliche Zahlung voraus; bei einem Spendesk-Angebot mit anderer Laufzeit müssten die Beträge erst auf denselben Zeitraum umgerechnet werden.

  • Kleines, aktives Kartenteam: Angenommen, fünf Nutzer:innen verursachen im Monat 160 Kartenkäufe und 40 Eingangsrechnungen. Das sind 200 Vorgänge. Pleo Build ergibt eine Tarifbasis von 5 × 14 = 70 Euro pro Monat. Bei Spendesk lautet die Vergleichsgröße F + V(200). Ohne Angebot lässt sich weder ein Preisvorteil noch eine konkrete Kostendifferenz beziffern.
  • Wachsende Finanzabteilung bei gleichem Volumen: Angenommen, 20 Nutzer:innen verteilen sich dieselben 160 Kartenkäufe und 40 Eingangsrechnungen. Die Pleo-Basis steigt auf 20 × 14 = 280 Euro pro Monat. Für Spendesk bleibt die Modellgröße F + V(200), sofern Paket und Konditionen gleich bleiben. Damit wird der Einfluss zusätzlicher Zugänge sichtbar, ohne zugleich mehr Transaktionen zu unterstellen.
  • Großes Team mit seltener Kartennutzung: Angenommen, 60 Nutzer:innen verursachen 80 Kartenkäufe und 20 Eingangsrechnungen. Die Pleo-Basis beträgt 60 × 14 = 840 Euro pro Monat; für Spendesk lautet die Modellgröße F + V(100). Falls das Team Pleos Budgets benötigt, wäre stattdessen Optimise mit einer Basis von 60 × 18 = 1.080 Euro pro Monat anzusetzen. Auch hier entscheidet erst das Spendesk-Angebot über die Rangfolge.

Der zweite Fall isoliert den Effekt der Nutzerzahl: Bei unverändertem Vorgangsmix wächst die Pleo-Basis, während die Spendesk-Formel gleich bleibt. Der dritte Fall zeigt die Gegenbewegung beim Volumen. Ob V(100) tatsächlich niedriger ausfällt als V(200) und um wie viel, hängt von den vereinbarten Gebühren und möglichen Freimengen ab. Sobald private Auslagen erstattet oder Rechnungen über Pleo bezahlt werden, müssen auch diese Zahlungen in den Gesamtbetrag eingehen.

Karten und Rechnungen: Der Tarif bestimmt den Ablauf

Firmenkartenzahlung und Erfassung einer Eingangsrechnung stehen für unterschiedliche Anforderungen an Pleo und Spendesk.

Beide Anbieter unterstützen physische und virtuelle Firmenkarten. Pleo enthält im Starttarif außerdem Rechnungsverwaltung und OCR für Eingangsrechnungen; Rechnungsfreigaben kommen mit Build hinzu, erweiterte Rechnungsfreigaben mit Optimise. Spendesk führt physische Karten sowie virtuelle Karten für einmalige und wiederkehrende Zahlungen im Grundpaket auf. Für Lieferantenzahlungen, mehrstufige Freigaben und erweitertes Management mehrerer Gesellschaften beschreibt Spendesk wählbare Ergänzungen.

Der Funktionsvergleich von ERP Research bewertet Pleo bei belegten Ausgabenkontrollen in Echtzeit stärker und Spendesk bei virtuellen Karten und Rechnungserfassung. Seine Kennzeichnung „not evidenced“ beschreibt fehlende Belege innerhalb dieses Vergleichs, nicht zwingend eine fehlende Funktion. Das ist bei der Rechnungs-OCR relevant: Sie steht ausdrücklich in Pleos aktueller Tarifübersicht. Entscheidend ist daher der benötigte Ablauf – etwa bloßes Erfassen einer Rechnung gegenüber ihrer mehrstufigen Freigabe und Bezahlung.

ERP-Anbindungen und Gesellschaften verändern den Umfang

Eine gelistete Integration beantwortet noch nicht, welche Daten im eigenen Buchungsprozess übertragen werden. Die Pleo-Integrationsübersicht nennt DATEV, Microsoft Dynamics 365 Business Central und NetSuite. Die Spendesk-Integrationsübersicht führt ebenfalls DATEV, NetSuite und Microsoft Business Central auf. Für den Vergleich zählen die tatsächlich benötigten Belege, Kontierungen, Steuercodes und Kostenstellen sowie die Unterstützung der eingesetzten ERP-Version.

Bei mehreren rechtlichen Einheiten wird auch der Paketumfang preisrelevant. Spendesk nennt Workflows und Berichte für mehrere Einheiten bereits unter den Grundlagen; ein leistungsfähigeres Multi-Entity-Management erscheint als Ergänzung. Diese Unterscheidung gehört ins Angebot, ebenso die Zahl der abzurechnenden Gesellschaften bei Pleo. Sonst steht einem einfachen Nutzerpreis ein Angebot gegenüber, das weitergehende Freigaben oder eine zentrale Verwaltung mehrerer Einheiten einschließt.

Ein fairer Kaufvergleich verwendet damit dieselbe Zahl zugangsberechtigter Personen, denselben monatlichen Mix aus Kartenkäufen, Rechnungen und Erstattungen sowie die gleichen Anforderungen an Freigaben und Buchhaltung. Pleo liefert für passende Tarife eine sichtbare Nutzerbasis; bei Spendesk entscheidet das Angebot über die Plattform- und Vorgangskosten. Gerade bei vielen Nutzern und wenigen Transaktionen kann diese unterschiedliche Preislogik den Ausschlag geben – sofern beide Angebote den erforderlichen Ablauf tatsächlich abdecken.

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