Holvi oder Kontist: Rechtsform und Buchungszahl entscheiden vor dem Preis

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit
Holvi oder Kontist: Rechtsform und Buchungszahl entscheiden vor dem Preis

Für Solo-Selbstständige, die nach einem Zahlungseingang Geld für Einkommen- und Umsatzsteuer zurücklegen möchten, ist Kontists automatische Steuerschätzung und Rücklage ein starkes Argument. Wer vor allem viele SEPA-Zahlungen abwickelt, sollte zuerst die enthaltenen Transaktionen der Holvi-Tarife betrachten: Die niedrigere Grundgebühr allein zeigt die laufenden Kontokosten nicht.

Auch für eine GmbH oder UG kommen beide Anbieter grundsätzlich infrage. Kontist führt diese Rechtsformen ausdrücklich in seinem Geschäftskonto-Angebot für Gesellschaften. Die Rechtsform schließt Kontist damit nicht aus; sie verändert aber, welche Steuerfunktion sinnvoll ist und welche Buchhaltungswege das Unternehmen benötigt.

Rechtsform: Zugang zum Konto und Steuerbedarf trennen

Holvi und Kontist kommen für GmbH und UG infrage; die Rechtsform verändert vor allem den passenden Steuerworkflow.

Holvi richtet seine Konten an Selbstständige und Unternehmen; sein Business-Tarif spricht ausdrücklich GmbHs und UGs mit mehreren Mitarbeitenden an. Kontist bietet ebenfalls Konten für GmbH und UG sowie für Freiberufler und Einzelunternehmen. Die Entscheidung nach Rechtsform endet deshalb nicht bei der Frage, ob sich überhaupt ein Konto eröffnen lässt.

Der steuerliche Unterschied ist konkreter: Die Steuerübersicht des Existenzgründungsportals ordnet die Einkommensteuer natürlichen Personen zu, die Körperschaftsteuer dagegen unter anderem GmbHs und UGs. Für eine selbstständige Einzelperson kann eine laufende Einkommensteuerschätzung unmittelbar bei der Rücklagenplanung helfen. Bei einer Kapitalgesellschaft beantwortet sie nicht die Frage nach deren Körperschaftsteuer; dort gewinnen der Buchhaltungsprozess und die Organisation von Zahlungen an Gewicht.

Was 10, 50 und 150 SEPA-Zahlungen kosten

Die Rechnung erfasst eingehende und ausgehende SEPA-Überweisungen und Lastschriften, einschließlich Echtzeitüberweisungen. Eine in der Buchhaltungssoftware erfasste Rechnung zählt dabei nicht zusätzlich als Kontotransaktion. Kartenumsätze, Bargeld, Auslandszahlungen und optionale Leistungen bleiben außerhalb des Vergleichs.

Für die regulären Tarife bei monatlicher Laufzeit nennt Holvis deutsche Tarifübersicht bei Flex keine Grundgebühr und 0,25 Euro je SEPA-Transaktion. Lite kostet 9 Euro im Monat, enthält 100 Transaktionen und berechnet danach jeweils 0,25 Euro. Pro kostet 15 Euro im Monat und enthält unbegrenzt viele SEPA-Überweisungen und Lastschriften. Holvi bietet für Lite und Pro auch günstigere Preise bei jährlicher Laufzeit an; diese Variante ist nicht Grundlage der folgenden Rechnung.

Bei Kontist zeigt die deutsche Preisübersicht Free ohne Grundgebühr mit 5 enthaltenen SEPA-Transaktionen, Start für 11 Euro mit 30 und Plus für 25 Euro mit 100. Jede weitere Transaktion kostet 0,25 Euro. Die ausgewiesenen Grundpreise der bezahlten Tarife verstehen sich bei beiden Anbietern zuzüglich Umsatzsteuer.

  • 10 Transaktionen: Holvi Flex kostet rechnerisch 2,50 Euro, Lite 9 Euro und Pro 15 Euro. Kontist Free kommt auf 1,25 Euro, Start auf 11 Euro und Plus auf 25 Euro.
  • 50 Transaktionen: Holvi Flex kostet 12,50 Euro, Lite 9 Euro und Pro 15 Euro. Bei Kontist ergeben sich 11,25 Euro für Free, 16 Euro für Start und 25 Euro für Plus.
  • 150 Transaktionen: Holvi Flex erreicht 37,50 Euro, Lite 21,50 Euro und Pro bleibt bei 15 Euro. Kontist Free kostet 36,25 Euro, Start 41 Euro und Plus 37,50 Euro.

Diese Beträge addieren nur Grundpreis und SEPA-Entgelte; eine gegebenenfalls anfallende Umsatzsteuer auf Entgelte ist nicht eingerechnet. Bei wenigen Bewegungen ist Kontist Free unter den gezeigten Tarifen am günstigsten. Bei mittlerem Volumen liegt Holvi Lite vorn, bei hohem Volumen Holvi Pro. Innerhalb von Kontist bleibt Free in allen drei Beispielen allein nach diesen Kosten günstiger als Start und Plus. Ein bezahlter Kontist-Tarif muss sich daher über die zusätzlich benötigten Funktionen rechtfertigen, nicht allein über sein höheres Transaktionskontingent.

Die Zahl der Vorgänge kann sich anders entwickeln als die Zahl der ausgestellten Rechnungen. Regelmäßige Kundenzahlungen, Lastschriften und Überweisungen an Lieferanten beanspruchen das Kontingent gemeinsam. Besonders an der Grenze eines Inklusivpakets macht eine zusätzliche Serie von Zahlungseingängen einen Unterschied, auch wenn sich am monatlichen Grundpreis nichts ändert.

Steuerrücklage und Umsatzsteuer-Vorschau leisten Unterschiedliches

Kontist bildet Steuerrücklagen für Einkommen- und Umsatzsteuer; Holvi Pro zeigt eine Umsatzsteuer-Vorschau.

Kontist berechnet geschätzte Einkommen- und Umsatzsteuer aus den erfassten Zahlungen und legt anhand der gewählten Einstellungen Geld zurück. Für Solo-Selbstständige verbindet das den Kontostand mit einer laufenden Rücklagenplanung. Die Schätzung hängt allerdings vom eingestellten Steuersatz und den im Konto abgebildeten Geschäftsvorgängen ab; sie ist keine Festsetzung der späteren Steuer.

Holvi bietet in Pro und Business eine Vorschau des Umsatzsteuer-Saldos. Sie beantwortet eine andere Frage: Welche Umsatzsteuer ergibt sich voraussichtlich aus den berücksichtigten Umsätzen und Ausgaben? Wer vor allem diese Größe im Blick behalten möchte, kann darin einen Nutzen sehen. Für eine GmbH oder UG bleibt daneben die Planung ihrer weiteren Steuerlast erforderlich.

Kontists automatische Rücklage ist bereits bei Free enthalten. Der Wechsel zu Start oder Plus ist deshalb für diese Grundfunktion allein nicht nötig. Relevant werden die höheren Tarife, wenn zusätzliche Unterkonten, Karten oder Buchhaltungsfunktionen gebraucht werden.

Buchhaltung: Direkte Verbindung oder Dateiexport?

Holvi führt Verbindungen zu Lexware Office und DATEV über EBICS auf. Für Flex, Lite und Pro ist die DATEV-Verbindung mit einem monatlichen Zuschlag verbunden; Business enthält sie. Außerdem unterscheiden sich die Tarife beim Umgang mit Belegen und Berichten. Wer Kontobewegungen direkt an eine Steuerkanzlei übertragen lassen will, muss diesen Buchhaltungsweg bei den Gesamtkosten berücksichtigen.

Kontist bietet eine Anbindung an externe Buchhaltungssoftware sowie CSV- und DATEV-Exporte von Transaktionen und Belegen. Plus umfasst darüber hinaus Funktionen für die Umsatzsteuervoranmeldung und betriebswirtschaftliche Auswertung. Ein herunterladbarer DATEV-Export ist ein anderer Arbeitsablauf als eine direkte EBICS-Verbindung: Entscheidend ist, ob die Buchhaltung Dateien übernimmt oder Kontobewegungen automatisch abrufen soll.

Bei Kontist ist sevdesk Buchhaltung je nach Tarif nur für einen begrenzten Zeitraum enthalten. Wer die Software dauerhaft nutzen möchte, sollte ihre späteren Kosten getrennt vom Kontopreis betrachten. Dasselbe gilt bei beiden Anbietern für zusätzliche Karten, weitere Konten oder Zahlungsarten außerhalb der berechneten SEPA-Vorgänge.

Welcher Tarif zu welchem Bedarf passt

Für eine selbstständige Einzelperson mit wenigen SEPA-Zahlungen und Bedarf an automatischen Steuerrücklagen ist Kontist Free ein naheliegender Ausgangspunkt. Bei mehr regelmäßigen Zahlungen verschiebt das größere Inklusivkontingent den reinen Kostenvergleich zu Holvi Lite; bei sehr vielen Vorgängen begrenzt Holvi Pro die hier berechneten SEPA-Kosten durch sein unbegrenztes Kontingent.

Für eine GmbH oder UG beginnt die Auswahl bei den benötigten Steuer- und Buchhaltungsfunktionen. Beide Anbieter ermöglichen grundsätzlich ein Geschäftskonto, aber eine Einkommensteuerrücklage für natürliche Personen ist kein Ersatz für die Steuerplanung der Gesellschaft. Steht der passende Arbeitsablauf fest, lässt sich der Tarif anhand der tatsächlichen monatlichen SEPA-Bewegungen und der benötigten Zusatzleistungen beurteilen.

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