ablefy oder Digistore24: Ab 1.500 Euro Umsatz kann die Grundgebühr kippen

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit
ablefy oder Digistore24: Ab 1.500 Euro Umsatz kann die Grundgebühr kippen

Ab etwa 1.500 Euro Monatsumsatz kann ablefy Sell im Reseller-Modell günstiger werden als Digistore24 – vorausgesetzt, der Bestellwert ist hoch genug. Die Kostenanalyse von 365digital nennt diese Größenordnung für Bestellungen über 50 Euro. Eine feste Umsatzschwelle für alle Produkte ist das nicht: Je nach Preis werden unterschiedlich viele Transaktionen und damit unterschiedlich viele feste Gebühren fällig.

Bei wenigen Verkäufen hat Digistore24 ohne Monatsgebühr einen Kostenvorteil. Mit regelmäßigem Absatz kann ablefy seine Grundgebühr durch niedrigere Gebühren je Verkauf ausgleichen. Für Kursanbieter kommt eine zweite Frage hinzu: Soll die Plattform nur den Verkauf abwickeln oder auch Lerninhalte und Community hosten? Außerdem müssen Verkäufe im eigenen Namen und Verkäufe über einen Reseller getrennt betrachtet werden.

Welche Gebühren gehören in den Vergleich?

Die ablefy-Preise nennen 27 Euro monatlich für Sell und mindestens 59 Euro für Create & Sell. Eine erfolgreiche Standardzahlung kostet 2,7 Prozent plus 0,50 Euro; für automatische Rechnungen kommen 0,4 Prozent hinzu, für das Reseller-Modell weitere 2,5 Prozent plus 1 Euro. Im Reseller-Vergleich ergeben diese Posten zusammen 5,6 Prozent plus 1,50 Euro je Verkauf, zusätzlich zum Monatspreis. Create & Sell ergänzt direkt bei ablefy gehostete Kurse, Mitgliederbereiche und Communitys; sein Grundpreis steigt mit der Mitgliederzahl.

Die Gebührenübersicht von Digistore24 weist für die Digistore24 GmbH in Deutschland keine Monatsgebühr aus. Für den Preisanteil bis 400 Euro fallen 7,9 Prozent plus 1 Euro je Transaktion an. Oberhalb von 400 Euro beträgt der Prozentsatz für den zusätzlichen Preisanteil bei den üblichen Zahlungsarten 4,9 Prozent; für Vorkasse gilt dort ein anderer Satz. Die Beispiele unten verwenden deshalb keine Vorkasse und vergleichen Euro-Verkäufe zu diesen deutschen Standardkonditionen.

Bei hochpreisigen Produkten zählt die Staffelung besonders. Die Digistore24-Kostenanleitung präzisiert, dass die 4,9 Prozent nur auf den Betrag oberhalb von 400 Euro angewendet werden. Bei einem Kaufpreis von genau 400 Euro wird somit noch kein Teil zum niedrigeren Satz berechnet. Wer ihn auf den gesamten Preis ansetzt, unterschätzt die Digistore24-Gebühr.

Was kosten fünf Bestellwerte bei unterschiedlichem Absatz?

Die folgenden bedingten Monatsbeispiele verwenden Bruttopreise, erfolgreiche Standardzahlungen und den ablefy-Tarif Sell. Jede Zeile nennt zuerst ablefy als Reseller, dann ablefy beim Verkauf im eigenen Namen und zuletzt Digistore24 als Reseller. Enthalten sind die Plattformgebühren einschließlich ablefys Grundpreis. Nicht enthalten sind etwa Umsatzsteuerabführung, Affiliate-Provisionen, Erstattungen oder zusätzliche Kurssoftware. Die Monatsbeträge werden erst am Ende auf Cent gerundet; bei einer Abrechnung je Transaktion können kleine Rundungsabweichungen entstehen.

  • 9 Euro je Verkauf: Bei 10 Käufen und 90 Euro Umsatz ergeben sich 47,04 Euro für ablefy als Reseller, 34,43 Euro für ablefy im Eigenverkauf und 17,11 Euro für Digistore24. Bei 100 Käufen und 900 Euro Umsatz lauten die Werte 227,40 Euro, 101,30 Euro und 171,10 Euro. Im direkten Reseller-Vergleich wächst ablefys Nachteil hier mit jedem zusätzlichen Kauf, weil sein fester Betrag je Transaktion höher ist.
  • 50 Euro je Verkauf: Bei 10 Käufen und 500 Euro Umsatz ergeben sich 70,00 Euro, 45,50 Euro und 49,50 Euro. Bei 42 Käufen und 2.100 Euro Umsatz sind es 207,60 Euro, 104,70 Euro und 207,90 Euro. Erst bei dieser Absatzmenge liegt ablefy als Reseller knapp vorn.
  • 100 Euro je Verkauf: Bei 10 Käufen und 1.000 Euro Umsatz fallen 98,00 Euro, 59,00 Euro und 89,00 Euro an. Bei 15 Käufen und 1.500 Euro Umsatz liegen die beiden Reseller-Modelle rechnerisch gleichauf. Der sechzehnte Kauf verschiebt den Vergleich: Bei 1.600 Euro Umsatz ergeben sich 140,60 Euro, 78,20 Euro und 142,40 Euro.
  • 400 Euro je Verkauf: Ein Kauf verursacht 50,90 Euro, 38,30 Euro und 32,60 Euro. Bei vier Käufen und 1.600 Euro Umsatz ergeben sich 122,60 Euro, 72,20 Euro und 130,40 Euro. Ablefys Reseller-Modell holt die Grundgebühr hier mit wenigen Verkäufen auf.
  • 997 Euro je Verkauf: Bei einem Kauf stehen 84,33 Euro, 54,42 Euro und 61,85 Euro gegenüber. Bei sechs Käufen und 5.982 Euro Umsatz sind es 370,99 Euro, 191,51 Euro und 371,12 Euro. Der Vorsprung von ablefy als Reseller beträgt dann nur wenige Cent, weil Digistore24 einen großen Teil dieses Kaufpreises zum niedrigeren Satz abrechnet.

Damit erklärt derselbe Monatsumsatz allein noch keine Gebührenentscheidung. Bei einem Bestellwert von 100 Euro gleichen 15 Verkäufe die ablefy-Grundgebühr gerade aus; bei 50 Euro braucht es in diesem Modell 42 Verkäufe. Am oberen Ende bremst die Preisstaffel von Digistore24 den Vorteil der niedrigeren ablefy-Prozentzahl.

Warum ist Eigenverkauf keine zweite Reseller-Variante?

Die Eigenverkaufswerte von ablefy sind deutlich niedriger, beschreiben aber eine andere Verkäuferrolle. In dieser Spalte sind nur die Standard-Zahlungsgebühr von 2,7 Prozent plus 0,50 Euro und der Sell-Grundpreis angesetzt. Wird die automatische Rechnungsstellung genutzt, kommt die dafür ausgewiesene Zusatzgebühr hinzu. Beim Verkauf im eigenen Namen bleibt der Anbieter Vertragspartner seiner Käufer und trägt die damit verbundenen Pflichten selbst.

Im Reseller-Modell ist dagegen der Reseller Vertragspartner der Käufer und übernimmt die zugehörigen Rechnungs-, Zahlungs- und Steuerprozesse. Für einen Gebührenvergleich mit Digistore24 ist daher ablefys Reseller-Spalte die passende Gegenüberstellung. Gerade bei Verkäufen über Ländergrenzen hinweg kann die übernommene Abwicklung wirtschaftlich relevant sein, auch wenn sie in einer reinen Gebührenrechnung keinen eigenen Zahlenwert erhält. Wer in einer anderen Währung abrechnet oder abweichende Konditionen nutzt, benötigt dafür eine eigene Kalkulation.

Wie verändern Kurse und Communitys die Kosten?

Wer Lerninhalte bereits in einem anderen System bereitstellt oder persönliche Leistungen verkauft, muss Kurssoftware nicht pauschal zu beiden Zahlungswegen addieren. Soll ablefy die Inhalte selbst hosten, ist Create & Sell der passende Tarif und die Grundgebühr beginnt höher. Im Beispiel mit 16 Verkäufen zu je 100 Euro würden die ablefy-Reseller-Kosten im Einstiegstarif dieses Plans rechnerisch von 140,60 auf 172,60 Euro steigen. Die Schwelle aus dem Sell-Vergleich gilt für diesen Fall also nicht.

Die Digistore24-Seite für Kursanbieter beschreibt Anbindungen an Mitgliederbereiche und die automatische Übergabe von Zugangsdaten. Die Kosten eines bereits genutzten Kursdienstes sollten im Plattformvergleich nicht nochmals als neue Ausgabe erscheinen. Wird hingegen erstmals ein Mitgliederbereich benötigt, gehören dessen tatsächlicher Preis und der Aufwand für die Anbindung zur Digistore24-Seite der Rechnung. Ein einheitlicher Zuschlag für alle Kursanbieter würde unterschiedliche Ausgangslagen vermischen.

Für wen geht die Rechnung auf?

Bei unregelmäßigen Verkäufen und sehr günstigen Produkten spricht die fehlende Monatsgebühr im direkten Reseller-Vergleich für Digistore24. Bei regelmäßigen Verkäufen mittlerer Bestellwerte kann ablefy Sell seine Fixkosten ausgleichen. Bei hochpreisigen Angeboten verschiebt Digistore24s Staffelung den Umschlagpunkt erneut; der scheinbar niedrigere Prozentsatz einer Plattform reicht dort als Entscheidungskriterium nicht aus.

Wer zusätzlich Kurse oder eine Community direkt bei ablefy betreiben möchte, vergleicht Create & Sell mit den Kosten eines tatsächlich benötigten Mitgliederbereichs für Digistore24. Wer im eigenen Namen verkaufen will, trifft zugleich eine Entscheidung über die Verkäuferrolle. Für die Gesamtkosten sind deshalb Bestellwert, Zahl der Käufe, gewünschte Abwicklung und vorhandene Kurssoftware maßgeblich.

Lesen Sie auch:

Teilen:

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Nachrichten zu Web3, KI und Krypto direkt in Ihren Posteingang.

0