
Teachable oder Thinkific: Der günstigere Einstieg nimmt 7,5 Prozent

Für den ersten bezahlten Kurs mit wenig Umsatz ist Teachable Starter der günstigere feste Einstieg: Die Tarife von Teachable nennen 39 US-Dollar bei monatlicher Zahlung oder 29 US-Dollar pro Monat bei Jahreszahlung, dazu 7,5 Prozent Transaktionsgebühr und Platz für fünf veröffentlichte Produkte. Wer regelmäßig verkauft, muss den Abzug zum Abopreis addieren.
Thinkific Basic kostet laut Thinkifics Tarifübersicht 54 US-Dollar monatlich oder ausgewiesen 40 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung und erlaubt unbegrenzt viele veröffentlichte Kurse. Bei monatlicher Abrechnung gleichen bereits 200 US-Dollar gebührenpflichtiger Verkäufe den festen Preisvorteil von Teachable aus. Für mehr als fünf gezählte Angebote passt Starter unabhängig vom Umsatz nicht zum geplanten Katalog.
Bei welchem Umsatz kippt die Kostenrechnung?
Für monatlich bezahlte Abos beträgt der Abstand der Grundpreise 15 US-Dollar. Im vereinfachten Modell kostet Starter 39 US-Dollar plus 7,5 Prozent der gebührenpflichtigen Verkaufssumme, Basic 54 US-Dollar. Daraus folgt eine Schwelle von 200 US-Dollar im Monat. Oberhalb davon ist Thinkific Basic bei diesen Plattformkosten günstiger, sofern der gewählte Zahlungsweg keine zusätzliche Plattformgebühr auslöst.
Die Beträge sind ein bedingtes Beispiel in US-Dollar. Sie setzen voraus, dass der gesamte angenommene Verkaufsbetrag der Starter-Gebühr unterliegt, und lassen Zahlungsabwicklung, Steuerbehandlung und Umrechnung zunächst außen vor. Die Rechnung beschreibt Kosten eines Verkaufsmonats, keine Prognose für einen neuen Kurs.
- Ohne Verkäufe: Starter 39 US-Dollar, Basic 54 US-Dollar.
- Bei 100 US-Dollar gebührenpflichtigen Verkäufen: Starter 46,50 US-Dollar, Basic 54 US-Dollar.
- Bei 200 US-Dollar: beide 54 US-Dollar.
- Bei 500 US-Dollar: Starter 76,50 US-Dollar, Basic 54 US-Dollar.
- Bei 700 US-Dollar: Starter 91,50 US-Dollar, Basic 54 US-Dollar.
Innerhalb von Teachable wird Builder ab höherem Umsatz zur Alternative. Der Tarif kostet 89 US-Dollar bei monatlicher Zahlung oder 69 US-Dollar als Monatswert eines Jahresabos und bietet für Verkäufe über die vorgesehenen eigenen Zahlungswege keine Teachable-Transaktionsgebühr. Gegenüber Starter gleichen sich bei monatlicher Zahlung 50 US-Dollar Grundpreisdifferenz bei etwa 666,67 US-Dollar gebührenpflichtigen Verkäufen aus. Thinkific Basic bleibt in diesem engen Modell beim Grundpreis günstiger als Builder; zusätzliche Funktionen und andere Zahlungswege können die Wahl verändern.
Was ein Katalog mit null bis zehn Produkten verändert
Bei Teachable teilen sich veröffentlichte Kurse, Coaching-Angebote und eigenständige Downloads die Produktplätze. Eine Mitgliedschaft oder ein Bundle beansprucht nach der Tarifdefinition keinen solchen Platz; ein noch unveröffentlichter Entwurf ebenfalls nicht. Ein Kurs mit vielen Lektionen ist weiterhin ein Produkt, ein gesondert verkaufter Download neben dem Kurs ein weiteres.
- Bei null veröffentlichten Produkten und null Verkäufen entscheidet nur der feste Preis: Starter kostet weniger. Für einen geplanten Pilotkurs ist allerdings wichtiger, ob dessen benötigte Lernfunktionen im gewählten Tarif enthalten sind.
- Bei einem bis fünf gezählten Produkten bleibt Starter möglich. Die Umsatzschwelle gilt für die Summe aller gebührenpflichtigen Verkäufe, nicht für jeden Kurs einzeln. Ein kleiner Katalog mit gut laufenden Verkäufen kann deshalb schneller teuer werden als ein größerer Katalog ohne Umsatz.
- Bei sechs bis zehn gezählten Produkten reicht Starter als regulärer Tarifplatz nicht; Teachable Builder nennt zehn Plätze. Sind alle geplanten Angebote Kurse, bietet Thinkific Basic unbegrenzt viele Veröffentlichungen zum niedrigeren festen Monatsbetrag als Builder.
„Unbegrenzt“ bezieht sich bei Thinkific Basic auf Kurse, nicht auf jede Produktart. Für eigenständige Downloads und Coaching-Angebote nennt der Tarif eigene Grenzen. Wer beispielsweise Kurse mit einzeln verkauften Arbeitsmaterialien kombiniert, sollte daher die Zahl der Kurse und die Zahl weiterer Angebote getrennt zählen. Der Produktmix kann eine andere Antwort ergeben als die reine Kurszahl.
Welche Lernfunktionen der Einstieg tatsächlich trägt
Teachable bietet in Starter Lektionenkommentare, Community und Mitgliedschaften. Thinkific Basic enthält Kursdiskussionen und eine Community. Diese Gemeinsamkeiten verdecken Unterschiede bei Zertifikaten und wiederkehrenden Angeboten, die für einen Kurs mit fester Lerngruppe entscheidend sein können.
- Diskussionen: Teachable setzt auf Kommentare an Lektionen, Thinkific auf Gespräche innerhalb des Kurses. Wer Feedback direkt neben einer Lerneinheit erwartet, sollte den Ablauf aus Sicht eines Teilnehmers vergleichen.
- Community: Teachable enthält Community-Bereiche im Einstiegstarif. Thinkific Basic enthält eine Community mit begrenzten Themenbereichen. Mehrere voneinander getrennte Lerngruppen können damit eine Tariffrage werden.
- Zertifikate: Thinkific weist Abschlusszertifikate erst für Start aus. Teachable bietet Zertifikate, aber die konkrete Freigabe für Starter ist aus den öffentlichen Tarifangaben nicht eindeutig. Wer einen Abschlussnachweis verspricht, sollte ihn im gewünschten Tarif vor dem Verkauf tatsächlich anlegen können.
- Mitgliedschaften: Teachable enthält Mitgliedschaften bereits in Starter. Thinkific ordnet bezahlte Mitgliedschaften für Kursinhalte und Community-Zugang Start zu; ein späteres Abo-Angebot verändert damit die Rechnung.
- Mobil: Teachable nennt Lernenden-Apps für iOS und Android. Thinkific bietet mobilen Kurszugang; eine App unter der eigenen Marke ist ein separates kostenpflichtiges Angebot. Für den Pilot zählt, ob die konkreten Lektionen und Gespräche auf den Geräten der Zielgruppe funktionieren.
Europreise und Zahlungsgebühren im DACH-Markt
Für Basic nennt Thinkifics Preisänderung 53 Euro bei monatlicher Zahlung sowie 468 Euro pro Jahr, rechnerisch 39 Euro pro Monat; der ausgewiesene Dollar-Jahresbetrag beträgt 475 US-Dollar. Teachable listet die Abos in US-Dollar. Ein direkter Vergleich mit einem Teachable-Preis in Euro verlangt daher den tatsächlich berechneten Wechselkurs.
Auch die Jahresschwelle fällt bei genauer Rechnung anders aus als mit gerundeten Werbe-Monatswerten: Teachable Starter entspricht 348 US-Dollar im Jahr, Thinkific Basic 475 US-Dollar. Verteilt man die Differenz auf zwölf Monate, wird sie durch die Starter-Gebühr schon bei rund 141,11 US-Dollar gebührenpflichtigen Verkäufen pro Monat aufgebraucht. Dieser Wert ist ein Durchschnitt über das Jahr; die Abo-Rechnung wird jährlich fällig, während Verkäufe schwanken können.
Die Verkaufsgebühr ist nicht die Zahlungsabwicklung. Für Teachable wird sie auf den gesamten Transaktionswert einschließlich berechneter Steuern vor Karten- oder PayPal-Gebühren angewandt, wie die Gebührenregeln für Teachable Pay festlegen. Bei Thinkific Payments fällt keine zusätzliche Gebühr für ein externes Gateway an; bei externen Zahlungsanbietern kann sie je nach Tarif und Land hinzukommen. Kartenkosten, Umsatzsteuerbehandlung, Auszahlungswährung und Währungsumrechnung gehören deshalb in eine zweite Rechnung, bevor aus Plattformkosten ein Nettoerlös wird.
Ein identischer Pilot macht den Tarifvergleich konkret
Ein unabhängiger Vergleich von OfferSift empfiehlt, in beiden Plattformen denselben Pilotkurs anzulegen und Kursaufbau, Lernendenansicht, Checkout und das nächste geplante Produkt zu erproben. Für eine faire Entscheidung sollten Lerneinheit, Verkaufspreis und vorgesehene Produktfolge gleich sein. Die Empfehlung ersetzt kein hier vorliegendes Testergebnis.
Besonders aufschlussreich ist der zweite geplante Verkauf: ein weiterer Kurs, ein Download oder eine Mitgliedschaft belegt auf beiden Plattformen nicht zwangsläufig denselben Tarifraum. Auch ein benötigtes Zertifikat oder ein bezahlter Community-Zugang kann den günstigsten Abopreis irrelevant machen. Die passende Wahl ergibt sich aus Umsatz, tatsächlich gezählten Produkten und dem Lernangebot, das der erste Kurs liefern soll.
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