
Podigee oder LetsCast.fm? Wachstum wird unterschiedlich teuer

Podigee und LetsCast.fm machen unterschiedliches Podcast-Wachstum teuer. Die am 5. November 2026 geprüfte Podigee-Preisliste nennt monatlich 19 Euro für Starter, 29 Euro für Grow, 39 Euro für Scale und 59 Euro für Creator, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Mit den Stufen wachsen die mögliche Audience innerhalb von 30 Tagen, die Zahl der Shows und Zugänge sowie der Video- und Analyseumfang. Wer zusätzliche Feeds oder Teamzugänge braucht, kann deshalb auch bei wenigen Abrufen in eine höhere Stufe rutschen.
Bei LetsCast.fm richtet sich die Rechnung nach Downloads. Die am 5. November 2026 geprüften Tarife von LetsCast.fm kosten für Unternehmen und Selbstständige netto 9 Euro bei bis zu 5.000, 19 Euro bei bis zu 25.000 und 49 Euro bei bis zu 100.000 Downloads im Monat. Podcasts und Episoden sind in allen Stufen unbegrenzt. Mehrere kleine Audioshows sind damit häufig günstiger unterzubringen; bei vielen Abrufen kann Podigee preislich vorn liegen. Für Video oder Teamarbeit reicht dieser Preisvergleich allein nicht aus.
Welche Art von Wachstum löst die nächste Tarifstufe aus?
Podigee Starter umfasst eine Show, einen Zugang und eine Audience von bis zu 6.250 innerhalb von 30 Tagen. Grow erhöht die Grenzen auf zwei Shows und 25.000 Audience, belässt es aber bei einem Zugang. Scale erlaubt drei Shows, drei Zugänge und bis zu 62.500 Audience; Creator erweitert das auf fünf Shows, fünf Zugänge und bis zu 125.000 Audience. Eine weitere Show, ein zusätzliches Teammitglied oder mehr Reichweite kann daher jeweils für sich den passenden Tarif ändern.
LetsCast.fm bündelt die Downloads aller Shows im Konto. Eine zusätzliche Sendung kostet dort nicht unmittelbar mehr, kann aber das gemeinsame Downloadkontingent füllen. Bei einer einmaligen Überschreitung bleibt der Podcast erreichbar; LetsCast.fm kündigt dann ein Gespräch über ein Upgrade an und berechnet die zusätzlichen Downloads bis dahin nicht gesondert. Wer dauerhaft oberhalb einer Grenze liegt, sollte für seine Planung mit der nächsthöheren Stufe rechnen.
Vier Szenarien nach veröffentlichten Monatspreisen

Die folgenden bedingten Rechnungen verwenden die am 5. November 2026 geprüften Nettopreise der Anbieter. Angenommen werden zwölf Monate mit monatlicher Zahlung, ohne Umsatzsteuer, Rabatte und Zusatzleistungen. Die Jahresbeträge sind zwölf Monatsraten und keine jährlich abgerechneten Angebote. Downloads und Podigee-Audience werden jeweils getrennt angenommen, weil sie nicht dieselbe Messgröße sind.
- Eine regelmäßige Audioshow: Angenommen sind 3.000 Downloads im Monat, eine Podigee-Audience unter 6.250 und ein Audioarchiv über dem Umfang des kostenlosen Launch-Angebots. Podigee Starter kostet 19 Euro monatlich oder rechnerisch 228 Euro in zwölf Monaten; LetsCast.fm Starter kostet 9 Euro oder 108 Euro. Der Unterschied beträgt 120 Euro im Jahr.
- Drei kleine Feeds: Angenommen sind zusammen 4.000 Downloads monatlich und eine Podigee-Audience unter 62.500. Podigee benötigt wegen der drei Shows Scale für 39 Euro monatlich beziehungsweise 468 Euro in zwölf Monaten. Bei LetsCast.fm reichen die Downloads für Starter zu 9 Euro beziehungsweise 108 Euro. Die Differenz beträgt 360 Euro im Jahr.
- Eine wachsende Audioshow: Angenommen sind 25.000 Downloads monatlich und davon getrennt eine bei Podigee gemessene Audience von 10.000 innerhalb von 30 Tagen. Podigee Grow kostet 29 Euro im Monat oder 348 Euro in zwölf Monaten; LetsCast.fm Hobby kostet 19 Euro oder 228 Euro. Bei einer Podigee-Audience unter 6.250 könnte dort auch Starter genügen: Aus der Downloadzahl allein folgt kein Podigee-Tarif.
- Videopodcast mit Team: Angenommen sind drei Shows, drei Hosting-Zugänge, zwölf Videoepisoden mit zusammen höchstens 180 Minuten pro Monat, 50.000 Podigee-Audience und 80.000 Downloads. Podigee Scale passt zu diesen veröffentlichten Grenzen und kostet 39 Euro monatlich oder 468 Euro in zwölf Monaten. Für die Downloads wäre bei LetsCast.fm Professional zu 49 Euro monatlich oder 588 Euro nötig. Ob sich dort derselbe Video- und Teamablauf abbilden lässt, ist damit noch nicht geklärt.
Warum Downloads und Audience getrennt bleiben müssen
LetsCast.fm zählt die Auslieferung einer Audiodatei an eine Podcast-App, Plattform oder einen Webplayer als Download und richtet die Zählung nach IAB 2.1 aus. Podigee verwendet in seiner Tarifübersicht dagegen die Größe „Audience (30 Tage)“. Ein Hörer kann mehrere Folgen abrufen; ein Download belegt umgekehrt nicht, dass die Folge vollständig gehört wurde. Der Hostingvergleich von Die Podfluencer trennt entsprechend Downloads, Plays und Hörer. Eine bestehende Show braucht für den Tarifvergleich ihre tatsächlichen Werte in beiden relevanten Größen.
Auch der Zeitraum der verfügbaren Analyse unterscheidet sich. Podigee zeigt in Starter 90 Tage Historie, in Grow 180 Tage, in Scale 365 Tage und in Creator die vollständige Historie. LetsCast.fm bietet Auswertungen nach Folgen, Tagen, Apps und Geräten; seine öffentliche Preisliste staffelt die Historie nicht nach Tarif. Für eine Produktion, die ältere Folgen und langfristige Entwicklungen auswertet, hat diese Grenze einen eigenen Wert neben dem Monatspreis.
Video, Team und Vermarktung verändern den Gegenwert

Podigees Videokontingente sind je Tarif beziffert: Starter umfasst vier Videoepisoden und 30 Minuten pro Monat, Grow acht Episoden und 120 Minuten, Scale zwölf Episoden und 180 Minuten. Für drei Personen mit eigenem Hosting-Zugang ist Scale die erste passende Stufe. LetsCast.fm beschreibt in seiner Funktionsübersicht eine Veröffentlichung auf YouTube, bei der YouTube aus Audioepisoden Videos erstellt. Ein vergleichbares Kontingent für hochgeladene Videoepisoden oder eine Zahl separater Teamzugänge wird dort nicht ausgewiesen. Deshalb lässt sich der Professional-Preis des Videoszenarios nur für dessen Downloads sicher zuordnen.
Bei der Vermarktung zählt ebenfalls die konkrete Funktion. Podigee bietet Trinkgeld in Starter, Affiliate-Links ab Grow sowie dynamische Werbung und eine Paywall ab Scale. LetsCast.fm beschreibt dynamische Werbeeinbindung über einen Partner, passwortgeschützte Podcasts und individuelle RSS-Feeds für exklusive Inhalte. Ein exklusiver Feed ist für sich genommen noch keine belegte Zahlungsabwicklung. Wer Abonnements verkaufen oder Werbung selbst steuern will, muss daher die benötigten Abläufe vergleichen und nicht nur das Vorhandensein eines Monetarisierungsmerkmals.
Was ein späterer Hostwechsel am Preisvergleich ändert
Ein Umzug betrifft neben der Monatsrate die Folgen, ihre Metadaten und die bisherige Statistik. LetsCast.fm bietet einen Feed-Import an und nimmt einen Statistikexport des bisherigen Hosters auf Anfrage entgegen; Podigee bietet den Import in seinen bezahlten Plänen. Die Übernahme alter Zahlen garantiert keine identische Messung nach dem Wechsel. Für Auswertungen über mehrere Jahre ist deshalb entscheidend, welche Daten erhalten bleiben und ob die Zählweisen vergleichbar sind.
Besonders zeitkritisch ist die Feed-Weiterleitung: Laut LetsCast.fm-FAQ werden RSS-Feed und Podcast-Website mit Inkrafttreten der Kündigung deaktiviert. Wer von dort wegzieht, muss Import und Weiterleitung vor diesem Zeitpunkt organisieren. Bei mehreren Feeds vervielfacht sich dieser Aufwand, auch wenn sie bei LetsCast.fm keinen eigenen Tarifaufschlag verursachen. Die günstigste Monatsrate ist deshalb vor allem dann ein guter Vergleichswert, wenn sie auch die benötigte Produktion und einen möglichen späteren Umzug abdeckt.
Lesen Sie auch:
Ähnliche Artikel


Podigee bündelt den Podcast-Workflow – offene Schnittstellen bleiben

Captivate oder Transistor: Sponsoring-Tools schlagen gleiche Einstiegspreise

Acast und Kit verbinden Podcast und Newsletter – mit regionalen Grenzen

5.200 Podcasts schließen Verteilungslücken – Buzzsprout bündelt 16 Verzeichnisse

YouTube Shorts werden Serien – Staffeln laufen jetzt auch auf dem Fernseher
Newsletter abonnieren
Erhalten Sie die neuesten Nachrichten zu Web3, KI und Krypto direkt in Ihren Posteingang.