Beacons oder Linktree: Der günstigere Verkauf schwächt die Analyse

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit
Beacons oder Linktree: Der günstigere Verkauf schwächt die Analyse

Für Creator, die eigene digitale Produkte verkaufen, ist Beacons bei den Plattformgebühren meist die günstigere Wahl. Wer seine Linkseite vor allem als messbaren Einstieg für Kampagnen nutzt, findet bei Linktree die stärkeren Analyseanschlüsse. Die Ersparnis beim Verkauf kann deshalb mit einem Nachteil bei der Zuordnung von Kampagnentraffic einhergehen.

Für eine reine Linkseite reichen zunächst die kostenlosen Tarife beider Dienste. Sobald eine eigene Domain, regelmäßige E-Mails oder Markenkooperationen wichtig werden, zählt neben der Verkaufsgebühr auch, welche Aufgaben die Linkseite selbst übernehmen soll.

Was Abos und Verkäufe tatsächlich kosten

Im kostenlosen Tarif beträgt die Plattformgebühr für digitale Verkäufe bei Beacons 9 Prozent und bei Linktree 12 Prozent; ein Vergleich der beiden Dienste weist diesen Abstand ebenso aus wie die niedrigeren Fixkosten der provisionsfreien Beacons-Stufe. Die Prozente beschreiben die Gebühr der Plattform, nicht sämtliche Kosten einer Zahlung.

Die Tarife von Beacons nennen für Creator 10 US-Dollar im Monat bei weiterhin 9 Prozent Verkaufsgebühr; Creator Plus kostet monatlich 30 US-Dollar und senkt diese Gebühr auf null. Creator enthält eine eigene Domain und 500 E-Mail-Sendungen pro Monat, Creator Plus unbegrenzten Versand. Im kostenlosen Tarif sind 50 Sendungen und ein täglich aktualisiertes Media Kit enthalten.

Bei Linktree kosten Starter, Pro und Premium laut monatlicher Preisübersicht 8, 15 und 35 US-Dollar; Starter und Pro verlangen beim Verkauf digitaler Produkte 9 Prozent Plattformgebühr, Premium keine. Niedrigere ausgewiesene Monatspreise setzen jährliche Zahlung voraus. Bei beiden Diensten kommen Gebühren für die Zahlungsabwicklung hinzu. Deren tatsächliche Höhe hängt unter anderem vom Zahlungsdienstleister, der Zahlungsart und der Zahl der Käufe ab.

Drei Monatsumsätze im Gebührenvergleich

Die folgende Beispielrechnung unterstellt, dass alle Einnahmen aus digitalen Produkten stammen und die Abos monatlich bezahlt werden. Sie addiert nur Grundpreis und Plattformgebühr in US-Dollar. Zahlungsabwicklung, Steuern und eine Umrechnung in Euro oder Franken sind nicht enthalten; die Werte sind daher keine Auszahlungsprognose.

  • Bei 100 US-Dollar Monatsumsatz: Beacons Free kostet rechnerisch 9 US-Dollar, Creator Plus 30. Linktree Free kostet 12 US-Dollar, Starter 17, Pro 24 und Premium 35.
  • Bei 500 US-Dollar Monatsumsatz: Beacons Free kostet 45 US-Dollar, Creator Plus 30. Linktree Free kostet 60 US-Dollar, Starter 53, Pro 60 und Premium 35.
  • Bei 1.000 US-Dollar Monatsumsatz: Beacons Free kostet 90 US-Dollar, Creator Plus 30. Linktree Free kostet 120 US-Dollar, Starter 98, Pro 105 und Premium 35.

Beacons Creator Plus wird allein durch die entfallende Plattformgebühr ab etwa 333 US-Dollar Monatsumsatz günstiger als Beacons Free. Bei Linktree liegt die entsprechende Schwelle zwischen Free und Starter bei etwa 267 US-Dollar; Premium wird gegenüber Starter ab 300 US-Dollar günstiger. Diese Grenzen gelten nur für die verglichenen Abos. Beacons Creator spart gegenüber Beacons Free keine Verkaufsgebühr: Seine zusätzlichen 10 US-Dollar bezahlen Funktionen wie Domain und höheres E-Mail-Kontingent.

Die getrennte Ausweisung der Zahlungsabwicklung ist besonders bei kleinen Produkten wichtig. Ein fixer Betrag je Kauf belastet viele kleine Bestellungen stärker als wenige große Bestellungen mit demselben Gesamtumsatz. Aus dem Monatsumsatz allein lässt sich deshalb keine vollständige Gebührenquote ableiten.

Reine Linkseite: Die Domain gibt den Ausschlag

Wer über die Bio-Seite lediglich auf einen vorhandenen Shop, einen Newsletter oder andere Profile verweist, erzielt dort keine direkten Produktverkäufe. Die Verkaufsprovision fällt in diesem Szenario für die Wahl des Linkdienstes nicht ins Gewicht. Entscheidend sind die gewünschte Webadresse, die Gestaltung und die Auswertung der Weiterleitungen.

Beacons bietet die eigene Domain ab Creator an. Linktree verwendet für seine Seiten eine linktr.ee-Adresse; ein bezahlter Tarif ersetzt sie nicht durch eine eigene Domain. Für eine Marke, die ihre Bio-Seite unter derselben Adresse wie andere Angebote führen will, kann diese Grenze wichtiger sein als ein Unterschied beim Abopreis. Wer bereits einen Shop auf eigener Domain betreibt und nur dorthin verlinkt, hat diesen Bedarf dagegen möglicherweise schon anders gedeckt.

Shop, E-Mail und Media Kit als gemeinsames Geschäft

Beim Verkauf einzelner Downloads spricht die niedrigere kostenlose Plattformgebühr für Beacons. Bei regelmäßigen Verkäufen kann Creator Plus zugleich Shop, Domain und E-Mail-Versand abdecken. Ob das wirtschaftlich ist, hängt davon ab, welche dieser Funktionen bislang ein anderes bezahltes Werkzeug übernimmt. Ein bereits genutzter E-Mail-Dienst verschwindet nicht automatisch aus dem Arbeitsablauf, nur weil Beacons selbst Nachrichten versenden kann.

Linktree sammelt ebenfalls Kontakte und verbindet sie in höheren Tarifen mit externen Diensten wie Mailchimp oder Kit. Das passt zu Creatorn, deren Verteiler bereits dort gepflegt wird. Beacons ist stärker auf einen gemeinsamen Ort für Linkseite, Verkauf und Versand ausgelegt; der Vorteil liegt in diesem Fall in der gebündelten Arbeit, zusätzlich zur niedrigeren Verkaufsgebühr.

Bei Markenkooperationen kommt das Media Kit hinzu. Beacons führt ein täglich aktualisiertes Kit bereits im kostenlosen Tarif. Linktree bietet inzwischen ebenfalls eines an, begrenzt es laut seiner Media-Kit-Anleitung derzeit jedoch auf Nutzer in den USA. Für Creator in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist damit die Verfügbarkeit der Funktion selbst der relevante Unterschied, nicht allein ihre Platzierung im Tarif.

Warum Linktree bei Kampagnen mehr bietet

Wer mehrere Kooperationen, Anzeigen oder Kanäle parallel auswertet, braucht mehr als eine Zahl für Seitenaufrufe und Klicks. Die Übersicht der Linktree-Funktionen führt für Pro und Premium UTM-Parameter, eine Google-Analytics-Anbindung und Meta Pixel auf. UTM-Parameter helfen, ausgehende Links in der nachgelagerten Analyse zuzuordnen; die Google-Analytics-Anbindung erfasst Ereignisse auf der Linktree-Seite.

Beacons bietet eigene Echtzeit-, Traffic- und Verkaufsanalysen. Der Unterschied wird relevant, wenn Kampagnendaten in vorhandene Analyse- und Werbesysteme fließen sollen: Dafür dokumentiert Linktree die konkreteren Anschlüsse. Auch diese Werkzeuge ordnen einen späteren Kauf nur dann sinnvoll zu, wenn die weitere Verkaufsstrecke entsprechend erfasst wird. Für eine einfache Linkseite ohne Kampagnenziel bringt die zusätzliche Messtechnik dagegen keinen zwingenden wirtschaftlichen Vorteil.

Welche Wahl zum Geschäftsmodell passt

Für digitale Produkte mit eigener Domain und integriertem E-Mail-Versand spricht die Kombination aus Gebühren und Funktionen für Beacons. Bei einer reinen Linkseite ohne Verkaufspläne können beide kostenlosen Tarife genügen; der Wunsch nach einer eigenen Domain verschiebt die Wahl zu Beacons. Wer eine bestehende Marketingumgebung mit UTM-Parametern, Google Analytics oder Meta Pixel verbindet, hat bei Linktree die passendere Grundlage und muss die höheren Verkaufskosten gegen diesen Nutzen rechnen.

Bei größerem Verkaufsvolumen bieten beide Dienste einen Tarif ohne eigene Plattformprovision. Dann entscheidet vor allem, ob das Creator-Geschäft von Beacons’ gebündeltem Versand und Media Kit oder von Linktrees Kampagnenanschlüssen profitiert. Die Kosten der Zahlungsabwicklung bleiben in beiden Fällen Teil der Rechnung.

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