Kit oder MailerLite: 10.000 Kontakte gratis, aber nur eine Automation

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit
Kit oder MailerLite: 10.000 Kontakte gratis, aber nur eine Automation

Kit erlaubt laut aktueller Tarifhilfe bis zu 10.000 aktive Abonnenten und unbegrenzte einzelne Newsletter kostenlos; visuelle Automationen und E-Mail-Sequenzen erfordern inzwischen einen Bezahlplan. Bei MailerLite umfasst der Gratis-Tarif höchstens 250 aktive Kontakte, 2.500 E-Mails im Monat und drei Automationen mit einer Grenze von fünf Schritten pro Ablauf.

Für einen regelmäßig verschickten Newsletter an eine wachsende Liste ist Kit damit die günstigere Gratiswahl. Wer schon mit einer kleinen Liste Anmeldungen automatisch mit mehreren Nachrichten begleiten möchte, findet bei MailerLite mehr Möglichkeiten ohne Bezahlplan. Die Entscheidung hängt weniger von der größten beworbenen Kontaktzahl ab als von der ersten Grenze, die der eigene Versand erreicht.

Was die Gratisgrenzen im Alltag bedeuten

Kit trennt einzelne Newsletter von automatisierten Folgen. Eine Ausgabe lässt sich an den Verteiler schicken, ohne für eine Sequenz zu bezahlen; eine Willkommensstrecke, die nach der Anmeldung selbstständig mehrere Nachrichten versendet, fällt dagegen unter die kostenpflichtigen Funktionen. Formulare, Landingpages und der Verkauf digitaler Produkte gehören zum kostenlosen Angebot. Ein kostenloser Verkaufsweg und eine kostenlose E-Mail-Begleitung nach dem Kauf sind deshalb zwei verschiedene Dinge.

Die abweichende Angabe von einer kostenlosen Automation steht noch im Kit-Test von TechRadar; dessen Funktionsbeschreibung ordnet den visuellen Automationseditor zugleich dem Creator-Tarif zu. Für eine neue Gratis-Anmeldung ist die aktuelle Tarifhilfe des Anbieters ausschlaggebend: Sie nennt weder eine nutzbare visuelle Automation noch eine E-Mail-Sequenz. Eine bereits im Bezahlplan gebaute Folge läuft nach einem Wechsel in den Gratis-Tarif ebenfalls nicht weiter.

MailerLite setzt die Kontaktgrenze früher, erlaubt innerhalb dieser Grenze aber getrennte Abläufe. Das kann eine Willkommensfolge neben einer Auslieferung für einen Lead-Magneten sein. Auch der Versanddeckel zählt: Geht ein Newsletter an die volle Gratisliste, verbraucht diese Ausgabe 250 der monatlich verfügbaren Sendungen. Automatisch verschickte E-Mails kommen hinzu; die Zahl aktiver Kontakte allein beschreibt den möglichen Versand daher nicht vollständig.

Vier Listengrößen, vier unterschiedliche Engpässe

  • 250 Kontakte: Für einen einfachen Newsletter kommen beide Gratis-Tarife infrage. MailerLite ist die passendere kostenlose Wahl, wenn eine Anmeldung eine kurze Folge auslösen soll und der gesamte Versand im Monatskontingent bleibt. Besteht der Workflow nur aus einzelnen Ausgaben, bietet Kit mehr Platz für späteres Listenwachstum. Bei MailerLite kann allerdings schon ein einzelner Ablauf mit zu vielen Schritten einen Bezahlplan nötig machen, bevor die Grenze für aktive Automationen erreicht ist.
  • 1.000 Kontakte: Ein Newsletter ohne automatische Folge kann bei Kit weiterhin kostenlos laufen. MailerLites Gratisgrenze ist bei dieser Listengröße überschritten; für den weiteren Versand braucht es dort einen Bezahlplan. Soll jede neue Anmeldung eine mehrteilige E-Mail-Folge starten, wird auch Kit kostenpflichtig. Dann entscheidet nicht mehr der Gratisvergleich, sondern ob der bezahlte Tarif den gewünschten Ablauf und das erwartete Versandvolumen trägt.
  • 5.000 Kontakte: Für einen redaktionellen Newsletter mit einzelnen Ausgaben bleibt Kits kostenloser Tarif eine Option. Ein Verkaufstrichter mit Einstiegsfolge, Käuferansprache und getrennten Pfaden benötigt dort kostenpflichtige Automationsfunktionen. MailerLite liegt mit dieser Liste ebenfalls im Bezahlbereich. Wer Preise vergleicht, sollte deshalb dieselbe Kontaktgröße und denselben Ablauf zugrunde legen, statt einen Einstiegstarif mit dem Funktionsumfang eines anderen Plans gleichzusetzen.
  • 10.000 Kontakte: Kit erreicht die Obergrenze seines kostenlosen Tarifs; bei weiterem Wachstum ist für den Versand ein Upgrade erforderlich. MailerLite ist bei dieser Größe längst kostenpflichtig. Für einen reinen Newsletter ist Kits Kontaktpuffer dennoch wirtschaftlich relevant. Bei verzweigten Abläufen verliert dieser Vorteil an Gewicht, weil die benötigte Automation schon vor Erreichen der Kontaktgrenze einen Bezahlplan verlangt.

Lead-Magnet, Verkauf und verzweigte Folgen

Bei einem Lead-Magneten entscheidet die Zustellung. Wird der Download lediglich in einer einzelnen Nachricht angeboten, ist das ein anderer Workflow als eine Folge aus Zustellung, Wartezeit und weiteren E-Mails. Für die Folge benötigt Kit einen Bezahlplan; MailerLite kann sie im Gratis-Tarif abbilden, sofern Kontakte, Sendungen und Schritte innerhalb der Grenzen bleiben. Die erste blockierte Funktion kann dort also der Umfang eines einzigen Ablaufs sein, nicht erst eine zusätzliche Automation.

Beim Verkauf gilt dieselbe Trennung. Kit erlaubt digitale Produkte im kostenlosen Tarif, während eine automatisierte Nachfassstrecke nach dem Kauf kostenpflichtig ist. MailerLite lässt im Gratis-Tarif ein digitales Produkt oder eine Buchung sowie begrenzte Automationen zu. Für ein kleines Angebot mit kurzer Begleitung kann das reichen; eine verzweigte Strecke mit Bedingungen, Wartezeiten und mehreren Nachrichten verbraucht die verfügbaren Schritte schneller. Die Zahl der Produkte sagt deshalb wenig darüber aus, ob auch der gewünschte E-Mail-Trichter kostenlos bleibt.

Welcher Editor passt zum Newsletter?

MailerLite bietet einen Drag-and-drop-Editor für gestaltete Ausgaben. Im Praxistest von TechRadar wird er als intuitiv bewertet; auch Automationen und Segmentierung sind dem Test zufolge leicht zugänglich. Wer regelmäßig Bilder, Produktblöcke und verschiedene Inhaltsformate kombiniert, dürfte diesen Gestaltungsspielraum stärker nutzen als jemand, der überwiegend Text verschickt.

Der Kit-Test bewertet dagegen den visuellen Automationseditor positiv, beschreibt aber die Auswahl an E-Mail-Layouts als begrenzt. Diese Stärke des Automationseditors hilft erst mit einem passenden Bezahlplan. Für einen textnahen Newsletter kann die schlichtere Gestaltung genügen; bei aufwendig gestalteten Ausgaben wird die Arbeit am Editor zu einem eigenen Entscheidungskriterium neben Kontaktgrenze und Versandmenge.

Was bei einem Wechsel neu gebaut werden muss

Die Kontaktliste lässt sich übertragen, der eingerichtete Versandweg nicht als Ganzes. Die MailerLite-Anleitung für den Wechsel von Kit beschreibt einen CSV-Export der Abonnenten und den anschließenden Import mit Zuordnung der Datenfelder. Formulare, Landingpages, E-Mail-Vorlagen und Automationen werden im Zielsystem neu erstellt. Bei mehreren Anmeldewegen kann diese Arbeit mehr Aufwand verursachen als der reine Datenimport.

Zum Wechsel-Check gehören deshalb die aktiven, einwilligenden Kontakte samt benötigten Feldern und Gruppen, alle eingebundenen Anmeldeformulare sowie die Auslöser und Nachrichten jeder Folge. Nach dem Nachbau müssen die Formulare auf der eigenen Website auf die neue Version zeigen. Eine Anmeldung und gegebenenfalls ein Kauf sollten den vorgesehenen E-Mail-Weg auslösen, bevor der bisherige Versand endet. Wer diesen Aufwand mit dem Tarifpreis zusammen betrachtet, kann beurteilen, ob der größere kostenlose Verteiler von Kit oder MailerLites früher verfügbare Automation für den eigenen Workflow mehr wert ist.

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