SwissTransfer oder WeTransfer: 50 GB schlagen 3 GB – mit einem Haken

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 1
SwissTransfer oder WeTransfer: 50 GB schlagen 3 GB – mit einem Haken

Für große kostenlose Sendungen ist SwissTransfer die naheliegende Wahl: Die SwissTransfer-Hilfe nennt 50 GB pro Transfer und bis zu 30 Tage Verfügbarkeit; für diese längste Frist bietet der Dienst am zwölften Tag eine Verlängerung per E-Mail an, ohne deren Bestätigung die Dateien nach 15 Tagen gelöscht werden. Wer ein großes Projekt für einen verspäteten Empfänger bereitstellt, muss diesen zusätzlichen Schritt einplanen.

WeTransfer Free eignet sich für kleinere Dateien, die rasch abgeholt werden. Die WeTransfer-Tarifübersicht begrenzt den kostenlosen Versand auf zehn Transfers oder insgesamt 3 GB in einem rollierenden 30-Tage-Fenster; die zuerst erreichte Grenze zählt. Für einen einzelnen großen Auftrag reicht dieses gesamte Gratisvolumen nicht, während es für gelegentliche kleine Sendungen genügen kann.

Größe und Kontingent: Einzeltransfer gegen rollierendes Budget

Bei SwissTransfer bezieht sich die Größenangabe auf alle Dateien einer Übertragung zusammen. Ein Archiv, das innerhalb dieser Grenze liegt, kann als ein Transfer verschickt werden. Ein großes Verzeichnis kann vor dem Versand komprimiert werden; das hilft, seine Struktur zusammenzuhalten, vergrößert aber das erlaubte Versandvolumen nicht.

Bei WeTransfer wird dagegen jede kostenlose Sendung sowohl als Transfer gezählt als auch vom verfügbaren Gesamtvolumen abgezogen. Ein hypothetisches Projekt mit 2 GB beansprucht damit zwei Drittel des Datenbudgets. Für weitere Dateien bleiben unter der Annahme eines zuvor ungenutzten Kontos nur 1 GB übrig, selbst wenn noch Transferplätze frei sind. Das Kontingent wird nicht zum Monatsanfang zurückgesetzt: Einzelne Sendungen fallen erst aus der Rechnung, wenn sie das rollierende Zeitfenster verlassen.

Linklaufzeit: Wann der Empfänger wirklich laden kann

SwissTransfers lange Dateifreigabe hängt von einer Verlängerungsbestätigung per E-Mail ab.

SwissTransfer bietet mehrere wählbare Fristen. Für eine Abholung innerhalb von zwei Wochen genügt eine entsprechend lange Freigabe ohne spätere Verlängerungsbestätigung. Soll der Empfänger erst später laden, ist die längste Option sinnvoll, aber die Auswahl beim Upload allein sichert ihre volle Dauer nicht. Nach dem Ablauf kann der Link nicht mehr reaktiviert werden; dann muss die Datei neu gesendet werden.

Die Angaben zu WeTransfer Free setzen die Linklaufzeit auf höchstens drei Tage und den direkten E-Mail-Versand auf höchstens zehn Empfänger pro Transfer. Empfänger benötigen kein Konto, der Absender muss für den kostenlosen Versand eines anlegen. Ein Freigabelink kann an beliebig viele Personen gehen; Passwortschutz und eine Liste zugelassener E-Mail-Adressen stehen auch im Gratisplan zur Verfügung. Das macht den Link bequem für schnelle Übergaben, löst aber keine verspätete Abholung.

Empfänger und Zugriff: Wo die Grenzen im Verteiler liegen

Ein Link und eine direkt adressierte E-Mail-Sendung sind unterschiedliche Wege. Bei WeTransfer kann ein Link zwar an eine große Gruppe weitergegeben werden, doch ohne zusätzliche Zugriffsbeschränkung erhält jede Person mit dem Link Zugang. Eine Liste zugelassener E-Mail-Adressen ist präziser, wenn nur bestimmte Auftraggeber die Dateien laden sollen. Beim direkten Versand an eine große Gruppe muss wiederum die Empfängergrenze berücksichtigt werden.

Die SwissTransfer-Produktangaben nennen Passwortschutz, bis zu 250 kostenlose Downloads, unbegrenzt viele monatliche Übertragungen sowie Entwicklung und Hosting in der Schweiz. Das ist ein konkreter Standortvorteil für Absender, denen ein Schweizer Hostingort wichtig ist. Ein Konto ist für Sender und Empfänger nicht nötig; beim ersten Versand von einem neuen Gerät aus muss die E-Mail-Adresse des Absenders allerdings bestätigt werden. Das Downloadlimit zählt Abrufe, nicht unterschiedliche Personen: Wer mehrfach herunterlädt, verbraucht entsprechend mehr vom gewählten Kontingent.

Rechnung für drei typische Sendungen

Die folgende eigene Rechnung beruht auf den am 29. Oktober 2026 geprüften veröffentlichten Gratislimits. Angenommen sind ein zuvor ungenutztes WeTransfer-Kontingent, jeweils ein Versand innerhalb eines rollierenden Zeitfensters und Kosten in Euro. Die Beispiele betreffen kostenlose Funktionen; deshalb beträgt die Zahlung bei einem möglichen Gratisweg 0 Euro, unabhängig von der Umsatzsteuer. Ein kostenpflichtiges Abo ist in den Ergebnissen nicht eingerechnet.

  • Kleines Projekt: Angenommen sind 2 GB und ein Download am folgenden Tag. SwissTransfer und WeTransfer Free ermöglichen den Versand für jeweils 0 Euro. Bei WeTransfer bleiben rechnerisch 1 GB Datenvolumen sowie neun weitere Transferplätze, sofern zuvor keine Sendung erfolgt ist.
  • Großes Archiv mit später Abholung: Angenommen sind eine zusammenhängende Datei mit 20 GB und ein Download am zwanzigsten Tag. SwissTransfer ermöglicht den Versand für 0 Euro, wenn die längste Frist gewählt und die angebotene Verlängerung bestätigt wird. WeTransfer Free kann das Archiv innerhalb seines Gratisbudgets nicht versenden; seine Linklaufzeit würde außerdem nicht bis zur angenommenen Abholung reichen.
  • Großer Verteiler: Angenommen sind eine Datei mit 2 GB, dreißig Empfänger, jeweils ein Download am nächsten Tag und die Verteilung über einen gemeinsamen Link. Beide Dienste ermöglichen den Versand für 0 Euro. Bei SwissTransfer muss das gewählte Downloadlimit mindestens dreißig Abrufe zulassen; bei WeTransfer passt der gemeinsame Link, während der direkte Versand einer einzigen Sendung per E-Mail an alle Empfänger nicht in die Gratisgrenze fällt.

Der Unterschied ist damit je nach Fall ein verfügbarer Gratisweg oder eine gesperrte Nutzung, nicht bloß ein größerer Zahlenwert. Wer ein Archiv in einzelne WeTransfer-Sendungen zerlegt, gewinnt dadurch kein zusätzliches Volumen im selben rollierenden Fenster.

Geschwindigkeit: Was ein Einzeltest tatsächlich zeigt

Der veröffentlichte SwissTransfer-Test zeigt schwankende Uploadraten an einer Verbindung mit 50 MBit/s Upload.

Ein SwissTransfer-Test von heise maß an einem Kabelanschluss mit 50 MBit/s Upload meist 30 bis 48 MBit/s, zeitweise aber nur 18 MBit/s. Das ist ein Ergebnis für diese Verbindung und die dortigen Testdateien, kein direkter Geschwindigkeitstest gegen WeTransfer. Bei vielen Gigabyte kommt die Uploadzeit als Faktor zur geplanten Abholung hinzu.

Rein rechnerisch braucht ein Archiv von 20 GB bei konstanten 30 bis 48 MBit/s etwa 56 bis 89 Minuten für den Upload; bei konstanten 18 MBit/s wären es knapp zweieinhalb Stunden. Netz- und Protokollaufwand sind dabei nicht berücksichtigt. Für eine Übergabe zu einem festen Termin muss diese Zeit vor dem Bereitstellen des Links eingeplant werden.

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