Brevo oder Mailchimp: Wenige Kontakte können trotzdem teuer werden

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit
Brevo oder Mailchimp: Wenige Kontakte können trotzdem teuer werden

Bei wöchentlichem Versand an die gesamte Liste ist Brevo in den berechneten Basistarifen günstiger als Mailchimp. Die Brevo-Preistabelle von Klarpick dokumentiert für die benötigten Starter-Stufen 7, 21 und 70 Euro im Monat; die Mailchimp-Preistabelle von Klarpick nennt für Essentials 11,30, 39,11 und 95,59 Euro. Beide Tabellen beruhen auf Preislisten vom 3. September 2026 und verstehen sich ohne Umsatzsteuer.

Die Kontaktzahl allein entscheidet aber nicht über die Rechnung. Bei Brevo bestimmt vor allem die Zahl der versendeten E-Mails die Stufe, während bei Mailchimp eine gewählte Kontaktgrenze sowohl den Preis als auch das Sendelimit beeinflusst. Eine kleine Liste kann deshalb teuer werden, wenn sie sehr häufig vollständig angeschrieben wird. Umgekehrt kann bei Brevo schon die Zahl gespeicherter Kontakte ein kleines Versandpaket ausschließen.

Kontaktzahl und Versandmenge wirken unterschiedlich

Eine E-Mail an einen Kontakt zählt als eine Sendung; eine Ausgabe an 500 Kontakte erzeugt also 500 Sendungen. Für die Modellfälle erscheinen wöchentliche Newsletter viermal und tägliche Newsletter an 30 Tagen im Monat. Jede Ausgabe geht an die ganze Liste. Testsendungen, zusätzliche Kampagnen und Automationsmails sind nicht eingerechnet; sie würden das benötigte Kontingent erhöhen.

Die Brevo-Tarifregeln setzen im kostenlosen Paket eine Grenze von 300 E-Mails pro Tag. Die ersten Starter-Stufen verbinden 5.000, 10.000 und 15.000 monatliche E-Mails mit Platz für höchstens 500, 1.500 beziehungsweise 2.500 Kontakte. Ab der Stufe mit 20.000 E-Mails steigt die Speichergrenze auf 500.000 Kontakte. Der Tarif richtet sich somit überwiegend nach dem Versandvolumen, ist bei kleinen Paketen aber nicht unabhängig von der Listengröße.

Die Mailchimp-Tarifhilfe nennt für Free höchstens 250 Kontakte und 500 Sendungen pro Monat, zusätzlich begrenzt auf 250 Sendungen am Tag. Bei Essentials beträgt das monatliche Sendelimit das Zehnfache der gewählten Kontaktgrenze. Abgemeldete und nicht abonnierte Kontakte zählen zur gespeicherten Gesamtzahl; archivierte, bereinigte und gelöschte Kontakte zählen nicht. Wer eine große Datei mit wenigen aktiven Empfängern behält, zahlt daher womöglich für Kontakte, die keinen Newsletter mehr erhalten.

Vier Listen, vier Versandrhythmen

Die folgenden Beträge verwenden die dokumentierten September-Preise für einen monatlich bezahlten Basistarif. Sie sind Vergleichswerte für dieselbe Nutzung, keine Zusage für den nächsten Checkout. Bei Mailchimp wird eine ausreichend große Essentials-Kontaktstufe gewählt; Überschreitungsgebühren bleiben außerhalb der Rechnung.

  • 500 Kontakte, wöchentlich: Vier vollständige Ausgaben ergeben 2.000 Sendungen. Brevo Free kann eine Ausgabe an alle 500 Kontakte wegen der Tagesgrenze nicht an einem Tag verschicken. Starter mit 5.000 monatlichen E-Mails kostet im Preisstand 7 Euro. Mailchimp Free scheidet schon wegen der Kontaktgrenze aus; Essentials für 500 Kontakte erlaubt 5.000 Sendungen und kostet 11,30 Euro. Für diesen Versandplan liegt Brevo um 4,30 Euro pro Monat darunter.
  • 2.500 Kontakte, wöchentlich: Die Liste erzeugt 10.000 Sendungen. Bei Brevo reicht das gleich große Versandpaket trotzdem nicht, weil darin nur 1.500 Kontakte gespeichert werden dürfen. Erforderlich ist die Starter-Stufe mit 15.000 E-Mails und Platz für 2.500 Kontakte zu 21 Euro. Mailchimp Essentials für 2.500 Kontakte bietet ein Sendelimit von 25.000 und kostet 39,11 Euro. Die ungenutzten Sendungen bei beiden Diensten zeigen, warum sich der Preis nicht proportional aus der tatsächlichen Versandzahl ableiten lässt.
  • 2.500 Kontakte, täglich: Bei 30 Ausgaben entstehen 75.000 Sendungen. Brevo benötigt damit die Starter-Stufe mit 100.000 E-Mails zu 70 Euro. Eine Mailchimp-Essentials-Stufe für 2.500 Kontakte deckt dagegen nur 25.000 Sendungen ab. Die dokumentierte Stufe für 10.000 Kontakte erlaubt 100.000 Sendungen und kostet 95,59 Euro. Gegenüber dem Wochenmodell steigt der benötigte Basispreis auf beiden Seiten, obwohl die Empfängerliste gleich groß bleibt.
  • 25.000 Kontakte, wöchentlich: Vier Ausgaben bedeuten 100.000 Sendungen. Brevos entsprechende Starter-Stufe kostet im Preisstand 70 Euro und bietet genügend Kontaktspeicher. Bei Mailchimp würde Essentials mit einer Grenze von 25.000 Kontakten ein Sendelimit von 250.000 eröffnen, obwohl davon weniger als die Hälfte gebraucht wird. Für diese Kontaktstufe liegt in der verwendeten Tabelle kein konkreter Europreis vor; ein exakter Preisabstand wäre daher spekulativ.

Auch bei nur 500 Kontakten verändert täglicher Vollversand die Rechnung: 30 Ausgaben ergeben 15.000 Sendungen statt 2.000 beim Wochenmodell. Brevo braucht dafür bereits die im zweiten Szenario genannte 21-Euro-Stufe. Das Mailchimp-Essentials-Kontingent für 500 Kontakte wäre mit seinen 5.000 Sendungen deutlich zu klein. Genau hier verliert ein günstiger Einstiegspreis seine Aussagekraft für einen häufig erscheinenden Newsletter.

Automationen und Nutzerplätze ändern den passenden Tarif

Die Szenarien vergleichen den einfachen Versand, nicht dieselbe Funktionsausstattung. Bei Brevo Starter ist Marketing-Automatisierung auf 2.000 Kontakte begrenzt; E-Mails tragen standardmäßig das Brevo-Logo. Das Entfernen kostet laut Tarifhilfe 9 Euro zusätzlich im Monat. Standard ermöglicht Automatisierungen ohne diese Kontaktgrenze und bietet zusätzliche Marketing-Zugänge als kostenpflichtige Option. Eine Liste kann also in das Starter-Versandpaket passen, während der gewünschte automatisierte Ablauf einen anderen Tarif verlangt.

Mailchimp Essentials enthält Automationsabläufe mit bis zu vier Schritten und drei Nutzerplätze. Standard bietet umfangreichere Abläufe sowie fünf Plätze und setzt das monatliche Sendelimit auf das Zwölffache der gewählten Kontaktgrenze. Für Teams oder verzweigte Abläufe ist deshalb ein Vergleich der passenden Funktionsstufen sinnvoller als ein Vergleich der billigsten Pakete. Die aktuelle Mailchimp-Preisübersicht weist zudem Aktionsbedingungen und Überschreitungsgebühren aus; ihr eingeblendeter Euro-Einstiegspreis muss daher nicht mit dem dokumentierten September-Listenpreis übereinstimmen.

Wachstum und Ausreißer können nachträglich kosten

Bei Brevo führt das Erreichen der Kontaktgrenze in den kleinen Bezahlstufen zu einem automatischen Upgrade. Ein weiterer gespeicherter Kontakt kann somit auch bei unverändertem Versand eine höhere Monatsrechnung auslösen. Nicht genutzte E-Mail-Guthaben aus einem Abonnement werden nicht in den nächsten Abrechnungsmonat übertragen. Für eine einzelne zusätzliche Kampagne gibt es auch Prepaid-Guthaben; dessen Preis ist in den Modellfällen nicht enthalten.

Mailchimp berechnet bei bezahlten Plänen Überschreitungen von Kontakt- oder Sendelimits zusätzlich, während beim kostenlosen Plan der Versand an den Grenzen pausiert. Für eine dauerhaft größere Liste ist die passende Kontaktstufe deshalb anders zu bewerten als ein einmaliger Versandanstieg. Bei einer segmentierten Liste fallen wiederum weniger Sendungen an als in den vier Vollversand-Szenarien. Der entscheidende Vergleich ist die tatsächlich benötigte Kombination aus gespeicherten Kontakten, Sendungen und Funktionen – erst daraus ergibt sich der passende Tarif.

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