
Wie Brevo und CleverReach große Verteiler unterschiedlich teuer machen

Brevo ist für einen großen Verteiler mit seltenen Kampagnen oft günstiger; bei häufigem Versand an eine kleine Liste kann CleverReach vorn liegen. Die Brevo-Tarifhilfe koppelt die Starter-Stufen an monatliche E-Mail-Kontingente und begrenzt in den kleineren Stufen zusätzlich die gespeicherten Kontakte. Die CleverReach-Tarife richten Basic und Pro nach der Empfängerzahl aus und erlauben dort unbegrenzt viele E-Mails pro Monat.
Für dieselbe Abonnentenliste können ein monatlicher Newsletter, vier wöchentliche Ausgaben und zusätzliche Automationen daher verschiedene Tarifstufen erfordern. Entscheidend sind zunächst die gespeicherten Adressen und die tatsächlich geplanten Aussendungen. Danach zählen die Funktionen, die im jeweiligen Tarif enthalten sind.
Warum die Kontaktzahl bei beiden anders wirkt
Brevos Starter-Stufe für 5.000 E-Mails im Monat lässt bis zu 500 gespeicherte Kontakte zu. Bei 10.000 E-Mails steigt die Grenze auf 1.500, bei 15.000 auf 2.500 Kontakte. Erst ab 20.000 E-Mails können in diesen Starter-Stufen bis zu 500.000 Kontakte gespeichert werden. Eine Liste mit 10.000 Adressen benötigt deshalb mindestens die Stufe mit 20.000 E-Mails, selbst wenn nur eine einzige Kampagne verschickt wird.
CleverReach bietet im kostenlosen Lite-Tarif bis zu 250 Empfänger und 1.000 E-Mails im Monat. Basic beginnt bei 500 Empfängern und reicht bis 5.000; Pro reicht bis 150.000 Empfänger. Beide Bezahlstufen haben kein monatliches E-Mail-Limit. Bei gleicher Empfängerzahl erhöht eine weitere Kampagne somit nicht allein wegen ihrer Versandmenge den Grundpreis. Die Preise richten sich an Unternehmen und werden zuzüglich Mehrwertsteuer ausgewiesen.
Beim Brevo-Einstieg ist die veröffentlichte Euroangabe uneinheitlich: Die Übersicht der Tarifhilfe nennt 7 Euro monatlich für Starter, der ausführliche Tariftext 9 Euro. Das betrifft die erste Stufe; die höheren Eurobeträge der folgenden Rechnung stammen aus einer datierten Preistabelle. Brevos kostenloser Tarif erlaubt zwar mehr gespeicherte Kontakte, begrenzt den Versand aber auf 300 E-Mails pro Tag. Eine vollständige Kampagne an 500 Kontakte am selben Tag passt damit nicht in diesen Gratis-Tarif.
Modellrechnung für drei Verteilergrößen
Die Modellrechnung nutzt veröffentlichte Nettopreise, geprüft am 3. November 2026: Die Brevo-Preisstaffel von Klarpick wurde dort am 3. September abgelesen; die CleverReach-Preistabelle von Für-Gründer.de trägt den Stand 6. Oktober. Angenommen werden monatliche Zahlung in Euro, ein Abrechnungsmonat, eine vollständige E-Mail an jeden Kontakt pro Aussendung und keine Zusatzoptionen. Vier wöchentliche Ausgaben stehen für vier Aussendungen im Modellmonat; Wochen mit einer fünften Ausgabe und automatische Nachrichten sind nicht eingerechnet.
- 500 Kontakte: Eine monatliche Ausgabe erzeugt 500 E-Mails, vier Ausgaben erzeugen 2.000. Beides passt bei Brevo in die Starter-Stufe für 5.000 E-Mails; für sie stehen widersprüchliche Einstiegspreise von 7 und 9 Euro netto pro Monat im Raum. CleverReach Basic kostet für 500 Empfänger 15 Euro netto pro Monat, unabhängig davon, welcher der beiden Versandrhythmen gewählt wird.
- 2.500 Kontakte: Eine Ausgabe benötigt 2.500 E-Mails, vier benötigen 10.000. Bei Brevo bestimmt schon die Kontaktgrenze die Starter-Stufe mit 15.000 E-Mails; die datierte Preistabelle nennt dafür 21 Euro netto pro Monat. CleverReach Basic wird für 2.500 Empfänger mit 39 Euro netto pro Monat ausgewiesen. In diesem Beispiel ändert die vierfache Versandmenge bei keinem der beiden Anbieter die nötige Stufe.
- 10.000 Kontakte: Eine Ausgabe erzeugt 10.000 E-Mails. Wegen der Kontaktgrenze braucht Brevo dennoch mindestens die Stufe für 20.000 E-Mails, in der Preistabelle mit 28 Euro netto pro Monat beziffert. Vier Ausgaben erzeugen 40.000 E-Mails und benötigen dort die gleich große Versandstufe für 41 Euro. Bei CleverReach liegt die Liste oberhalb der Basic-Grenze; Pro wird für 10.000 Empfänger mit 129 Euro netto pro Monat ausgewiesen, bei einer wie bei vier Ausgaben.
Die Rechnung zeigt zugleich, warum der Einstiegspreis allein wenig aussagt. Bei 10.000 Kontakten bestimmt zunächst Brevos Speichergrenze den Mindesttarif; erst die häufigeren Aussendungen treiben das benötigte Versandkontingent weiter nach oben. Die genannten Eurobeträge für höhere Brevo-Stufen und größere CleverReach-Listen sind veröffentlichte Preisstände der verlinkten Übersichten, keine Zusage für einen späteren Buchungszeitpunkt.
Wann häufiger Versand das Preisverhältnis umkehrt
Ein bewusst zugespitztes Rechenbeispiel macht den Gegenfall sichtbar: Erhalten 500 Kontakte in einem Monat jeweils 30 Nachrichten, entstehen 15.000 E-Mails. Die ausgewiesene Brevo-Starter-Stufe für dieses Volumen kostet 21 Euro netto; CleverReach Basic bleibt bei 15 Euro netto für dieselben 500 Empfänger. Die Kontaktfrequenz ist eine Modellannahme, keine Empfehlung für eine Newsletter-Strategie.
Einen allgemeingültigen Umschlagpunkt in Ausgaben pro Monat gibt es deshalb nicht. Brevos Preis springt mit dem benötigten E-Mail-Kontingent, wobei die kleinen Kontingente auch Kontaktgrenzen haben. CleverReach erhöht den Grundpreis mit der Empfängerzahl und beim Wechsel von Basic zu Pro, während häufigere Aussendungen innerhalb dieser Bezahlstufen keine höhere Versandstaffel auslösen. Automatische Kampagnen gehören bei Brevo zur geplanten E-Mail-Menge; wer sie bei der Rechnung auslässt, unterschätzt möglicherweise die nötige Stufe.
Funktionen und Support können einen höheren Tarif verlangen
Die günstigsten gerechneten Stufen bieten nicht denselben Funktionsumfang. Brevos Starter-Paket begrenzt die Marketing-Automatisierung auf 2.000 Kontakte; Standard bietet A/B-Tests und Automatisierung ohne diese Kontaktgrenze. CleverReach Basic enthält eine Automationskette, während Pro unbegrenzte Automationen und A/B-Tests umfasst. Wer diese Funktionen braucht, kann die Starter- und Basic-Preise daher nicht als vollständige Kosten seiner geplanten Nutzung behandeln.
Auch Zusatzleistungen verändern den Vergleich. Brevo führt neben E-Mail weitere Kanäle wie SMS; dafür können gesonderte Guthaben nötig sein. Das Entfernen des Brevo-Logos kostet im Starter-Paket zusätzlich. Bei CleverReach ist persönlicher Ticket- und Telefonsupport eine kostenpflichtige Option, während der normale E-Mail-Support enthalten ist. Für einen reinen Newsletter ohne solche Anforderungen bleibt die Rechnung oben aussagekräftiger als eine pauschale Funktionswertung; bei komplexeren Kampagnen muss der Preis der erforderlichen Paketklasse berücksichtigt werden.
Was Zustellbarkeitstests zur Auswahl beitragen
Die Zustellbarkeitstests von EmailToolTester zeigen schwankende Werte für Brevo und CleverReach. In den dokumentierten Läufen wurden unter anderem dieselbe Nachricht und eine gemeinsame Liste von Testpostfächern verwendet; getestet wurde über gemeinsam genutzte IP-Adressen. Der Durchschnitt über die ausgewerteten Anbieter beträgt 85,1 Prozent. Der jüngste Tabellenlauf stammt aus Januar 2024. Die im August 2026 aktualisierte Seite erklärt, dass die halbjährlichen Tests wegen Problemen mit externen Testwerkzeugen und Unstimmigkeiten zwischen Anbietern eingestellt wurden.
Diese historischen Ergebnisse liefern einen Vergleich unter den damaligen Testbedingungen, aber keinen festen Zustellwert für den eigenen Verteiler. Bei der Tarifwahl bleibt deshalb die konkrete Versandmenge die belastbarere Rechengröße: Eine große Liste mit wenigen Kampagnen spricht in den ausgewiesenen Szenarien für Brevos niedrigere Kosten; bei sehr häufigem Versand an einen kleinen Verteiler kann CleverReachs Empfänger-Flatrate günstiger werden.
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