Podia oder Kajabi: Erst die E-Mail-Liste macht den Preisvergleich ehrlich

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit
Podia oder Kajabi: Erst die E-Mail-Liste macht den Preisvergleich ehrlich

Für Kursanbieter mit kleiner E-Mail-Liste und einfachen Marketingabläufen ist Podia meist die günstigere Wahl. Kajabi kann seinen höheren Grundpreis rechtfertigen, wenn die größere Kontaktkapazität und die benötigten Automationen zusätzliche Werkzeuge oder wiederkehrende Arbeit ersetzen. Dafür müssen neben dem Umsatz sowohl die angemeldeten E-Mail-Abonnenten als auch alle gespeicherten Kontakte in die Rechnung.

Der Einstiegspreis allein führt in die Irre: Bei Podia Mover wächst die Plattformgebühr mit dem Umsatz, während zusätzliche E-Mail-Abonnenten Geld kosten können. Kajabi setzt andere Produkt- und Kontaktgrenzen; bei bestimmten Zahlungswegen kommt dort eine zusätzliche Gebühr hinzu. Die folgenden Vergleiche verwenden die von den Anbietern genannten US-Dollar-Preise bei jährlicher Zahlung und ausdrücklich angenommene Geschäftsgrößen.

Was die Grundtarife abdecken

Podias Preistabelle nennt für Mover 42 US-Dollar pro Monat, 50 Produkte, 100 enthaltene E-Mail-Abonnenten und 5 Prozent Transaktionsgebühr; Shaker kostet 84 US-Dollar, umfasst 150 Produkte und 500 Abonnenten und erhebt keine Podia-Transaktionsgebühr. Website, Blog, Kurse und weitere digitale Produkte gehören laut Anbieter zu beiden Tarifen. Ein hohes Produktlimit hilft vor allem Anbietern, die viele Kurse oder Downloads als eigenständige Produkte verkaufen.

Kajabis Tarifübersicht nennt 143 US-Dollar pro Monat für Basic mit 5 Produkten und 2.500 Kontakten sowie 199 US-Dollar für Growth mit 50 Produkten und 25.000 Kontakten; Marketing-E-Mails, Landingpages und Funnels sind in beiden Tarifen enthalten. Die Seite weist zudem für Zahlungen über bestimmte Drittanbieter eine zusätzliche Kajabi-Gebühr von 2 Prozent bei Basic und 1 Prozent bei Growth aus, sofern Kajabi Payments im betreffenden Land angeboten wird; PayPal und Kajabi Payments sind davon ausgenommen. Gebühren für die eigentliche Zahlungsabwicklung fallen je nach Land und Anbieter gesondert an. Die Dollarbeträge sind deshalb keine Endpreise für Unternehmen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Warum eine Kontaktliste zwei Größen hat

Für Podia Email zählt laut Podias E-Mail-Hilfe die Zahl aktiver Abonnenten, nicht die Gesamtzahl der Kontakte und auch nicht die Zahl versendeter Nachrichten. Nicht angemeldete und unbestätigte Kontakte belasten dieses Kontingent nicht. Überschreitet die Liste die gebuchte Abonnentengrenze, werden Rundmails und Kampagnen bis zu einer Anpassung pausiert; Transaktionsmails können weiter versendet werden. Der nötige Aufpreis für eine größere Liste gehört daher in jede Kalkulation oberhalb des enthaltenen Kontingents.

Bei Kajabi umfasst die Kontaktliste auch Käufer, die keine Marketingmails abonniert haben, sowie Personen, die sich abgemeldet haben. Kontaktkapazität und erreichbare E-Mail-Zielgruppe sind somit verschiedene Größen. Wer viele frühere Käufer gespeichert hat, kann sich Kajabis Kontaktgrenze nähern, obwohl nur ein Teil der Liste Newsletter erhält. Umgekehrt kann eine große aktive Mailingliste bei Podia Zusatzkosten auslösen, während sie bei Kajabi noch innerhalb des gewählten Kontaktlimits liegt.

Gerade deshalb lässt sich aus der Zahl der Newsletter-Empfänger allein kein Kajabi-Tarif ableiten. Für Podia ist die aktive Abonnentenzahl maßgeblich; für Kajabi die gesamte angelegte Kontaktliste. Ein Vergleich mit derselben Zahl auf beiden Seiten würde zwei unterschiedliche Messgrößen gleichsetzen und könnte die günstigere Plattform falsch ausweisen.

Wann Gebühren und Automationen den Abstand verändern

Zwischen Podia Mover und Shaker liegen beim genannten Jahrespreis rechnerisch 42 US-Dollar pro Monat. Bei 840 US-Dollar Monatsumsatz entsprechen 5 Prozent Mover-Gebühr genau diesem Abstand. Oberhalb dieser Schwelle wird Shaker schon wegen der Plattformgebühr günstiger, sofern beide Tarife den benötigten Funktionsumfang abdecken. Shaker enthält außerdem mehr E-Mail-Abonnenten; deren Wert kann den Wechsel bereits bei geringerem Umsatz sinnvoll machen.

Podia bietet selbst automatisierte E-Mail-Kampagnen und eine Ausrichtung nach Tags, gebuchten Produkten oder Verhalten. Kajabis Automationsübersicht unterscheidet Basic Automations im Basic-Tarif von Advanced Automations in Growth und Pro: Auslöser können etwa eine Formularanmeldung, ein Kauf oder eine abgeschlossene Kurslektion sein; Bedingungen für die Ausführung gehören zur erweiterten Variante. Für eine einfache Begrüßungsfolge ist Kajabis Growth-Preis daher keine notwendige Vergleichsgröße. Wer bedingte Abläufe über Angebote, Kurse und Kampagnen benötigt, muss dagegen Growth statt Basic gegen Podia rechnen.

Der wirtschaftliche Wert solcher Abläufe ist individuell. Er entsteht, wenn sie eine tatsächlich genutzte externe Lösung oder wiederkehrende Arbeit ersetzen, nicht schon durch ihre bloße Verfügbarkeit. Ebenso kann ein günstigerer Grundtarif teuer werden, wenn zusätzliche E-Mail-Kapazität oder ein weiterer Dienst für die geplanten Kampagnen nötig ist.

Drei bedingte Rechnungen

Kleine Liste und zwei Kurse

Angenommen, ein Anbieter hat 80 aktive E-Mail-Abonnenten, insgesamt 100 Kontakte, zwei eigenständige Kurse und 500 US-Dollar Monatsumsatz. Podia Mover liegt dann rechnerisch bei 67 US-Dollar pro Monat: 42 US-Dollar Grundpreis plus 25 US-Dollar Plattformgebühr. Kajabi Basic kostet als Grundtarif 143 US-Dollar. Bei diesem Umfang bleiben beide Listen innerhalb der jeweiligen Grenzen. Wer nur einfache Kampagnen braucht, hat in diesem Beispiel keinen erkennbaren Kostengrund für Kajabi; individuelle Zahlungsgebühren und Steuern sind noch nicht eingerechnet.

Wachsende Liste und vier Kurse

Angenommen, von 600 Kontakten sind 400 für Marketingmails angemeldet, vier Kurse erzielen zusammen 3.000 US-Dollar Monatsumsatz. Podia Shaker deckt die angenommene Produktzahl und die aktiven Abonnenten mit 84 US-Dollar Grundpreis ab. Mover würde bereits 150 US-Dollar Plattformgebühr zusätzlich zu seinen 42 US-Dollar kosten und benötigte für diese Mailingliste mehr Abonnentenkapazität. Kajabi Basic nimmt die angenommene Produkt- und Kontaktzahl für 143 US-Dollar Grundpreis auf.

Der Abstand zwischen Shaker und Kajabi Basic beträgt in diesem Fall 59 US-Dollar pro Monat, bevor Zahlungsabwicklung und mögliche Kajabi-Gebühren für Drittanbieter berücksichtigt werden. Kajabi müsste hier einen konkreten Zusatznutzen im Wert dieses Abstands liefern. Eine bloß größere Kontaktgrenze bringt dem angenommenen Betrieb noch keinen Kostenvorteil, weil beide Tarife seine Listen abdecken.

Viele Kurse und große Mailingliste

Angenommen, ein Anbieter verkauft 40 eigenständige Kurse, speichert 4.000 Kontakte, davon 3.000 aktive E-Mail-Abonnenten, und erzielt 12.000 US-Dollar Monatsumsatz. Unter den regulären Tarifen passen Podia Shaker und Kajabi Growth zur Produktzahl; Kajabi Basic reicht weder für die angenommenen Produkte noch für alle Kontakte. Shaker kostet zunächst 84 US-Dollar ohne Podia-Transaktionsgebühr, benötigt für die Mailingliste aber zusätzliche Abonnentenkapazität. Growth kostet 199 US-Dollar und umfasst die angenommene Kontaktzahl sowie erweiterte Automationen.

Für diese Annahmen beträgt der Abstand der Grundpreise 115 US-Dollar pro Monat. Bleibt Podias Aufpreis für die zusätzlichen Abonnenten darunter, ist Shaker auf dieser Ebene günstiger; liegt er darüber, kann Growth beim Plattformpreis günstiger sein. Nutzt ein Unternehmen in einem Land mit Kajabi Payments stattdessen einen gebührenpflichtigen Drittanbieter, verändert dessen zusätzliche Kajabi-Gebühr die Schwelle. Der konkrete Preis der Podia-Erweiterung und die jeweils anfallenden Zahlungsgebühren entscheiden deshalb über die vollständige Rechnung.

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