Ko-fi oder Buy Me a Coffee: Einmalige Trinkgelder entscheiden

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 1
Ko-fi oder Buy Me a Coffee: Einmalige Trinkgelder entscheiden

Wer hauptsächlich einmalige Trinkgelder erhält, zahlt mit Ko-fi Free die geringere Plattformgebühr: Ko-fis Gebührenübersicht nennt dafür null Prozent, für Mitgliedschaften und Shop-Verkäufe fünf Prozent. Neue Konten starten allerdings mit dem Standardmodus, der auch auf einmalige Trinkgelder fünf Prozent berechnet. Für die provisionsfreie Variante muss dieser Modus ausgeschaltet sein.

Buy Me a Coffee verlangt laut eigener Gebührenaufstellung keine monatliche Grundgebühr, berechnet aber fünf Prozent Plattformgebühr je Zahlung; die Seite nennt außerdem eine Standardgebühr für die Zahlungsabwicklung von 2,9 Prozent plus 0,30 US-Dollar je Zahlung und eine Auszahlungsgebühr von 0,5 Prozent. Bei Mitgliedschaften und Verkäufen ist der Plattformprozentsatz damit derselbe wie bei Ko-fi Free. Die tatsächliche Auszahlung kann sich wegen weiterer Zahlungsgebühren trotzdem unterscheiden.

Vier Einnahmemixe in Euro

Die folgenden Beispiele sind bedingte Modellrechnungen, keine Auszahlungsprognosen. Jeder Mix umfasst 1.000 Euro Umsatz. Um die Plattformgebühren vergleichbar zu machen, wird für beide Dienste dieselbe hypothetische Zahlungsgebühr von 2,9 Prozent des Umsatzes plus 0,30 Euro je erfolgreicher Zahlung angesetzt. Insbesondere der feste Eurobetrag ist kein bestätigter Tarif für ein Konto in Deutschland, Österreich oder der Schweiz; zusätzliche Auszahlungsentgelte und Zuschläge bleiben zunächst außen vor.

  • Nur Trinkgelder: Hundert einmalige Zahlungen zu je 10 Euro ergeben 1.000 Euro Umsatz. Die angenommene Zahlungsabwicklung kostet 59 Euro. Bei aktivem Free-Modus bleiben nach diesen Modellkosten auf Ko-fi 941 Euro; Buy Me a Coffee behält zusätzlich 50 Euro Plattformgebühr ein, sodass 891 Euro bleiben. Der modellierte Abstand beträgt 50 Euro.
  • Nur Mitgliedschaften: Fünfzig monatliche Zahlungen zu je 20 Euro ergeben 1.000 Euro. Die angenommene Abwicklung kostet 44 Euro, die Plattformgebühr bei beiden Diensten 50 Euro. Der rechnerische Rest beträgt jeweils 906 Euro, bevor mögliche Zusatzkosten für wiederkehrende Zahlungen und Auszahlungen berücksichtigt werden.
  • Nur digitale Produkte: Fünfundzwanzig Verkäufe zu je 40 Euro ergeben ebenfalls 1.000 Euro. Im Modell fallen 36,50 Euro für die Zahlungsabwicklung und bei jedem Dienst 50 Euro Plattformgebühr an. Damit bleiben jeweils 913,50 Euro vor weiteren Kosten.
  • Mischmodell: Fünfzig Trinkgelder zu 10 Euro, zehn Mitgliedschaften zu 20 Euro und zehn Produktverkäufe zu 30 Euro ergeben zusammen 1.000 Euro aus siebzig Zahlungen. Die angenommene Abwicklung kostet 50 Euro. Ko-fi Free berechnet 25 Euro Plattformgebühr auf die Mitgliedschaften und Verkäufe; es bleiben 925 Euro. Bei Buy Me a Coffee beträgt die Plattformgebühr 50 Euro und der modellierte Rest 900 Euro.

Der Unterschied bei der Plattformgebühr hängt in diesen Beispielen am Trinkgeldanteil, nicht an der Höhe des Gesamtumsatzes. Kommen sämtliche Einnahmen aus Mitgliedschaften und Shop-Verkäufen, endet das reine Provisionsmodell bei beiden Diensten gleich. Sobald ein Teil aus einmaliger Unterstützung stammt, wächst der Vorteil von Ko-fi Free mit genau diesem Teil des Umsatzes.

Warum die Zahlungsgebühr getrennt bleibt

Die einheitliche Euroannahme macht die Plattformgebühren sichtbar, bildet aber keine konkrete Abrechnung nach. Stripes deutsche Standardpreisliste nennt für Standardkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum 1,5 Prozent plus 0,25 Euro je Zahlung. Das ist ein veröffentlichter Stripe-Preis und nicht automatisch der Tarif, der bei einer Zahlung über einen der beiden Creator-Dienste gilt.

Auch die Zusammensetzung der Zahlungen verändert das Ergebnis: Bei vielen kleinen Trinkgeldern fällt ein fester Betrag je Transaktion stärker ins Gewicht als bei wenigen großen Käufen. Buy Me a Coffee nennt zusätzlich mögliche Aufschläge für internationale Zahlungen und Abonnements. Bei Ko-fi richten sich die Kosten des verbundenen PayPal- oder Stripe-Kontos unter anderem nach Standort, Zahlungsart und Währung. Deshalb ist selbst ein Trinkgeld ohne Ko-fi-Plattformgebühr nicht gebührenfrei.

Die vier Restbeträge beantworten somit eine eng umrissene Frage: Was bleibt bei identischem Umsatz und identisch angenommener Basisabwicklung nach der jeweiligen Plattformprovision? Eine individuelle Nettosumme benötigt die Gebühren des tatsächlich verwendeten Zahlungskontos, gegebenenfalls eine Währungsumrechnung und die Bedingungen für wiederkehrende Zahlungen. Für Creator in der Schweiz kommt hinzu, dass ein Euro-Modell keine Umrechnung zwischen Euro und Schweizer Franken abbildet.

Auszahlung: Zahlungskonto und Bankkonto

Bei Ko-fi gehen Unterstützungen direkt an das verbundene PayPal- oder Stripe-Konto; Ko-fi führt dafür kein eigenes Guthaben mit einer Auszahlungsgrenze. Der Eingang dort ist von der späteren Gutschrift auf dem Bankkonto zu unterscheiden. Deren Zeitpunkt hängt vom Zahlungsdienst und den Bedingungen des jeweiligen Kontos ab.

Buy Me a Coffee zahlt über Stripe aus. Die offizielle Länderliste für Auszahlungen führt Deutschland, Österreich und die Schweiz unter Stripe Standard Connect auf. Damit ist die grundsätzliche Verfügbarkeit in allen drei Zielmärkten gegeben; die Freischaltung eines einzelnen Kontos setzt weiterhin voraus, dass es die Auszahlungsanforderungen erfüllt. Wer auf einen schnellen Geldzufluss angewiesen ist, sollte deshalb den Eingang beim Zahlungsdienst und die Bankauszahlung getrennt betrachten.

Mitgliedschaften und Shop: Der Ablauf wird wichtiger

Für Mitgliedschaften und Shop-Verkäufe ergibt sich bei Ko-fi Free und Buy Me a Coffee derselbe Plattformprozentsatz. Die Wahl hängt hier stärker davon ab, was der Unterstützungslink anbieten soll: regelmäßige Beiträge, einzelne Downloads oder andere Leistungen. Ko-fi verbindet Mitgliedschaften und Shop mit einer eigenen Funktion für Auftragsarbeiten. Im Standardmodus kommen zusätzliche Möglichkeiten wie Inhalte nur für Unterstützer hinzu, allerdings gilt dann die Plattformgebühr auch für einmalige Trinkgelder.

Der Shop von Buy Me a Coffee erlaubt den Verkauf digitaler und physischer Produkte sowie Dienstleistungen; digitale Inhalte können nach dem Kauf als Download bereitgestellt oder über einen Link zugänglich gemacht werden. Wer vor allem Dateien einzeln verkauft, kann diesen Ablauf mit dem eigenen Angebot abgleichen. Wer Auftragsarbeiten annimmt oder Inhalte an Unterstützer bindet, sollte prüfen, welche Funktion dafür im gewählten Ko-fi-Modus verfügbar ist.

Welche Wahl zum Einnahmemix passt

Für einen Link, über den überwiegend einmalige Unterstützung eingehen soll, spricht die Plattformrechnung für Ko-fi Free. Vor der Veröffentlichung zählt dabei eine konkrete Einstellung: Bleibt der Standardmodus aktiv, entfällt der Gebührenvorteil bei diesen Zahlungen. Im Mischmodell fällt der Unterschied geringer aus als im reinen Trinkgeldbeispiel, weil beide Dienste auf Mitgliedschaften und Verkäufe eine Plattformgebühr erheben.

Bestehen die Einnahmen hauptsächlich aus Mitgliedschaften oder Produkten, entscheidet die Plattformprovision allein kaum etwas. Dann sind der passende Verkaufsablauf, die Gebühren der Zahlungsabwicklung und der Weg bis zur Bankgutschrift die relevanteren Kriterien. Die Euro-Beispiele halten diese Kosten bewusst auseinander, damit ein niedriger Plattformprozentsatz nicht mit dem Betrag verwechselt wird, der am Ende auf dem Konto ankommt.

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