Technologie & Innovation

WhatsApp ersetzt die PIN durch ein Passwort – die Wiederherstellung zählt

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 3
WhatsApp ersetzt die PIN durch ein Passwort – die Wiederherstellung zählt

WhatsApp hat am 25. August 2026 angekündigt, die sechsstellige PIN seiner Verifizierung in zwei Schritten durch ein längeres Passwort zu ersetzen. Die Ankündigung von Meta bestätigt Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen sowie die Möglichkeit, mehrere Passkeys mit einem Konto zu verbinden.

Die Einführung läuft auf Android und iOS, ist aber nicht zwingend sofort für jedes Konto sichtbar. WABetaInfo zum laufenden Rollout beschreibt eine schrittweise Bereitstellung. Damit entsteht kein einzelnes neues Anmeldeverfahren: Einmalcode, Passwort und Passkey bleiben getrennte Schutzmechanismen.

Aus sechs Ziffern wird ein vollständiges Passwort

WhatsApp ersetzt die sechsstellige PIN der Zwei-Schritt-Verifizierung durch ein längeres Passwort.

Die bisherige PIN war die zusätzliche Hürde der optionalen Verifizierung in zwei Schritten. Sie sollte eine Kontoübernahme verhindern, wenn eine andere Person bereits an den einmaligen Registrierungscode gelangt war. Diese Funktion übernimmt künftig ein längeres Passwort, das nicht mehr auf Ziffern beschränkt ist.

Der Wechsel vergrößert den möglichen Zeichenraum, garantiert aber noch kein gutes Kennwort. Ein kurzes, vorhersehbares oder bei anderen Diensten wiederverwendetes Passwort bleibt riskant. Sinnvoll ist ein eigenständiges Kennwort, das sich sicher speichern lässt, statt nur schwer erratbar zu wirken.

Mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten hat diese Änderung nichts zu tun. Die Verschlüsselung schützt Gesprächsinhalte, während die Verifizierung in zwei Schritten eine zusätzliche Prüfung bei der Kontoregistrierung bildet. Ebenso wenig ist das neue Kennwort mit dem Passwort oder Schlüssel eines verschlüsselten Chat-Backups gleichzusetzen.

Einmalcode, Passwort und Passkey lösen verschiedene Probleme

Einmalcode, dauerhaftes Passwort und gerätegebundener Passkey übernehmen bei WhatsApp unterschiedliche Prüfungen.

Der Einmalcode gehört zu einem konkreten Registrierungsvorgang. Er wird über einen von WhatsApp vorgesehenen Empfangsweg zugestellt und soll belegen, dass die anmeldende Person diesen Weg kontrolliert. Wer den Code an Dritte weitergibt, gibt damit eine zentrale Registrierungshürde aus der Hand.

Das Passwort der Verifizierung in zwei Schritten ist dagegen eine dauerhafte, selbst festgelegte zweite Hürde. Es greift gerade dann, wenn der Einmalcode allein nicht ausreichen soll. Das Passwort ersetzt somit die frühere PIN, nicht aber den einmaligen Code.

Ein Passkey funktioniert anders: Er verbindet das WhatsApp-Konto mit der Sicherheitsfunktion eines Geräts und lässt sich über Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder den Code der Displaysperre freigeben. Mehrere Passkeys sind vor allem für Konten gedacht, die auf Android- und iOS-Geräten verwendet werden. Ein Passkey ist deshalb weder ein zweites Textpasswort noch eine Kopie des Einmalcodes.

Die drei Verfahren sind auch im Notfall nicht beliebig austauschbar. Ein noch vorhandener Passkey kann die erneute Anmeldung erleichtern, bedeutet aber nicht automatisch, dass damit jeder Fall eines vergessenen Passworts oder eines verlorenen Geräts gelöst ist. Maßgeblich bleibt der Ablauf, den WhatsApp für die konkrete Kontokonfiguration anbietet.

Die Umstellung sollte mit dem Rückweg beginnen

Wer weiterhin nur die sechsstellige PIN sieht, muss die neue Option nicht über fremde Installationsdateien oder zugesandte Links erzwingen. Entscheidend ist, die offizielle App aktuell zu halten und abzuwarten, bis WhatsApp den Wechsel im eigenen Konto anbietet.

Vor dem Festlegen des neuen Passworts sollte geprüft werden, welche Wiederherstellungsoptionen im Konto hinterlegt und tatsächlich erreichbar sind. Eine eingetragene Adresse oder ein verfügbares Gerät hilft nur, wenn der rechtmäßige Kontoinhaber weiterhin darauf zugreifen kann. Das ist keine zusätzliche WhatsApp-Funktion, sondern die notwendige Vorbereitung auf einen möglichen Verlust des Kennworts.

  1. WhatsApp aktualisieren und in den Kontoeinstellungen prüfen, ob der Wechsel von der PIN zum Passwort bereits angeboten wird.
  2. Die im Konto angezeigten Wiederherstellungsoptionen kontrollieren und den Zugriff auf die zugehörigen Konten oder Geräte sicherstellen.
  3. Die vorhandene PIN erst danach durch ein eigenständiges, langes Passwort ersetzen und dieses sicher speichern.
  4. Bei Nutzung beider Mobilplattformen unter „Einstellungen“, „Konto“ und „Passkeys“ die benötigten gerätegebundenen Anmeldungen einrichten.

Diese Reihenfolge trennt zwei Aufgaben: Das Passwort soll eine Kontoübernahme erschweren, der vorbereitete Wiederherstellungsweg soll den rechtmäßigen Zugang erhalten. Ein stärkeres Kennwort ohne erreichbaren Rückweg kann sonst ausgerechnet in dem Moment zum Problem werden, in dem ein Gerät verloren geht oder das Passwort nicht mehr bekannt ist.

Bei vergessenem Passwort entscheidet die Kontokonfiguration

Ein erreichbarer Wiederherstellungsweg wird vor dem neuen WhatsApp-Passwort geprüft und abgesichert.

Der neue Verlustfall ist bereits im deutschen Hilfebereich dokumentiert. Die WhatsApp-Hilfe für vergessene Passwörter bestätigt sowohl den Wechsel bestehender PIN-Konten als auch mehrere Möglichkeiten, wieder Zugriff zu erhalten. Welche davon verfügbar ist, hängt vom jeweiligen Konto und der noch zugänglichen Umgebung ab.

Deshalb wäre es ungenau, einen einzigen universellen Rettungsweg zu versprechen. Nutzende sollten dem in der App angezeigten Verfahren folgen und weder Einmalcodes noch Wiederherstellungslinks an Dritte weitergeben. Ein vorhandener Passkey kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht pauschal alle anderen Prüfungen.

Besondere Vorsicht verlangt die Abgrenzung zum verschlüsselten Chat-Backup. Dessen Passwort, Passkey oder Verschlüsselungsschlüssel schützt die gespeicherte Sicherung und gehört nicht zur neuen zweiten Registrierungshürde. Eine erfolgreiche Rückkehr ins WhatsApp-Konto bedeutet daher nicht automatisch, dass auch jede separat geschützte Sicherung entschlüsselt werden kann.

Was beim Rollout noch offen bleibt

Bestätigt sind der Ersatz der sechsstelligen PIN, längere Passwörter mit unterschiedlichen Zeichentypen und mehrere Passkeys pro Konto. Noch nicht einheitlich ist die Verfügbarkeit: Konten können die neuen Optionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhalten, während eine bereits eingerichtete PIN vorerst weiter angezeigt wird.

Ein Termin, zu dem der neue Ablauf ausnahmslos auf allen Konten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sichtbar sein wird, ist bislang nicht genannt. Bis zur Freischaltung bleibt deshalb die vorhandene Kontosicherung maßgeblich. Sobald der Wechsel erscheint, zählt neben der Stärke des Passworts vor allem, ob der vorgesehene Wiederherstellungsweg noch funktioniert.

Lesen Sie auch:

Teilen:

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Nachrichten zu Web3, KI und Krypto direkt in Ihren Posteingang.

0