Photoshop teilt sich in zwei Arbeitswelten: Der KI-Editor bleibt optional

Adobe hat Photoshop am 27. August 2026 um einen zweiten, promptorientierten Arbeitsbereich ergänzt. Der offiziellen Ankündigung von Adobe zufolge ist der AI Assisted Editor als optionale Beta verfügbar; der Pro Editor bleibt erhalten und erhält mit Prompt to Edit ebenfalls eine Eingabe in natürlicher Sprache.
Der neue KI-Arbeitsbereich ersetzt den klassischen Editor damit nicht. Auch Creative Bloq beschreibt ihn als Beta mit eigener Prompt-Oberfläche, die sich in bestehende Abläufe einfügt oder vollständig ausblenden lässt. Für laufende Photoshop-Workflows bedeutet die Neuerung mehr Auswahl, keine erzwungene Umstellung.
Zwei Ansichten innerhalb desselben Photoshop

Der AI Assisted Editor ist eine vereinfachte Ansicht innerhalb von Photoshop, kein separates Programm. Im Mittelpunkt stehen eine Eingabezeile für natürlichsprachliche Anweisungen und eine Auswahl generativer Werkzeuge. Der Pro Editor bezeichnet dagegen die vollständige Standardansicht mit dem breiteren Werkzeugangebot und dem vertrauten Ebenen-Workflow.
Computerworld bestätigt die Beta als optionale, ausblendbare Alternative zum Pro Editor. Die Trennlinie verläuft folglich nicht zwischen einer alten und einer neuen Photoshop-Version, sondern zwischen zwei Zugängen zum selben Bearbeitungsprozess: einem reduzierten Prompt-Arbeitsbereich und einer Oberfläche für detaillierte Eingriffe.
Im AI Assisted Editor beschreiben Nutzer zunächst das gewünschte Ergebnis. Im Pro Editor bleiben dagegen Dokumentstruktur, Ebenen und präzise Werkzeuge im Vordergrund. Adobe legt sich mit dieser Aufteilung nicht darauf fest, dass eine Ansicht den gesamten Prozess übernehmen muss; ein Dokument kann zwischen schneller generativer Änderung und kontrollierter Nachbearbeitung wechseln.
Prompt to Edit verbindet beide Arbeitswelten

Prompt to Edit ist nicht exklusiv an den neuen Arbeitsbereich gebunden. Im Pro Editor erscheint die Funktion in der kontextbezogenen Aufgabenleiste. Dort kann sie ein vollständiges Bild anhand einer Textanweisung verändern, ohne dass zuvor eine Auswahl angelegt werden muss.
Jedes Ergebnis von Prompt to Edit wird als generative Ebene im Ebenenstapel abgelegt. Die Änderung überschreibt das Ausgangsbild daher nicht als flaches Endergebnis, sondern bleibt als eigener Bestandteil des Dokuments organisiert. Im Pro Editor lassen sich anschließend beispielsweise Bildteile ausmaskieren oder die Deckkraft der erzeugten Ebene verändern.
Das ist der zentrale Übergang zwischen den beiden Ansichten. Der AI Assisted Editor verkürzt den Weg von einer Beschreibung zur ersten Variante; der Pro Editor stellt die Umgebung bereit, in der diese Variante mit anderen Ebenen, Masken und nichtgenerativen Korrekturen abgestimmt werden kann. Erfahrene Nutzer können umgekehrt vollständig im Pro Editor bleiben und dort nur Prompt to Edit aufrufen.
Welche Aufgabe in welche Ansicht gehört
Die Ansichten unterscheiden sich vor allem durch ihren Schwerpunkt, nicht durch eine undurchlässige Funktionsgrenze. Welche sich für einen Arbeitsschritt anbietet, hängt davon ab, ob zunächst eine schnelle Variante oder eine kontrollierte Detailbearbeitung benötigt wird.
- Gesamtänderung per Text: Prompt to Edit steht in beiden Ansichten zur Verfügung. Der AI Assisted Editor rückt die Texteingabe ins Zentrum, während die Funktion im Pro Editor in den vorhandenen Ebenen-Workflow eingebettet bleibt.
- Hintergrund entfernen: Remove Background gehört zu den gebündelten Funktionen des AI Assisted Editor. Der Arbeitsbereich eignet sich damit für einen schnellen ersten Freistellungsversuch; eine anschließende Kontrolle feiner Kanten bleibt im vollständigen Editor möglich.
- Bildfläche erweitern: Generative Expand kann die Abmessungen einer Komposition vergrößern und die neue Fläche generativ ergänzen. Für die genaue Abstimmung der erzeugten Randbereiche stehen danach die Werkzeuge des Pro Editor bereit.
- Inhalte hinzufügen, ersetzen oder entfernen: Generative Fill und das Remove Tool sind im promptorientierten Arbeitsbereich erreichbar. Wenn einzelne Übergänge oder Bestandteile genauer begrenzt werden müssen, führen Masken und Ebenen zurück in den manuellen Workflow.
- Auflösung erhöhen: Generative Upscale ist ebenfalls Teil des AI Assisted Editor. Die Funktion erzeugt die vergrößerte Fassung; die visuelle Kontrolle und punktuelle Korrekturen erfolgen weiterhin in der vollständigen Arbeitsumgebung.
- Komplexe Retusche und mehrschichtige Dokumente: Dafür bleibt der Pro Editor maßgeblich. Seine Stärke liegt in der gezielten Bearbeitung einzelner Ebenen, Masken und Bildbereiche sowie in der Kombination generativer und klassischer Werkzeuge.
Ein typischer Ablauf muss sich deshalb nicht dauerhaft für eine Seite entscheiden. Eine grobe Variante kann im AI Assisted Editor entstehen und anschließend im Pro Editor präzisiert werden. Ebenso kann ein bestehendes Dokument im Pro Editor geöffnet bleiben, während nur ein einzelner Arbeitsschritt über Prompt to Edit läuft.
Masken und Markierungen begrenzen die KI-Bearbeitung

Parallel zum neuen Arbeitsbereich erweitert Adobe die Steuerung generativer Änderungen. Instruct Edit with Masks verbindet eine Textanweisung mit einer Maske: Die beschriebenen Eingriffe sollen sich auf den maskierten Bereich konzentrieren, während nicht maskierte Teile unverändert bleiben. Die Funktion basiert laut Adobe auf Firefly Image 5.
Markup ergänzt den Textprompt um sichtbare Hinweise direkt im Bild. Bereiche lassen sich markieren, Positionen durch Pfeile andeuten und grobe Formen für neue Elemente vorzeichnen. Dadurch erhält das Modell räumliche Informationen, die eine rein sprachliche Beschreibung nicht immer eindeutig vermittelt.
Diese Funktionen gehören zur präziseren Steuerung der KI, sind aber nicht mit dem AI Assisted Editor gleichzusetzen. Masken, Markierungen und der Ebenenstapel erklären vielmehr, weshalb der Pro Editor trotz der neuen Prompt-Ansicht wichtig bleibt: Generative Ergebnisse können räumlich begrenzt, überprüft und in ein komplexeres Dokument eingeordnet werden.
Der Beta-Status lässt die endgültige Aufteilung offen
Der bestätigte Stand ist eine parallele Struktur: Der AI Assisted Editor steht als optionale Beta neben dem Pro Editor, und Prompt to Edit ist in beiden Ansichten verfügbar. Adobe hat weder die Abschaffung der vollständigen Oberfläche noch einen verpflichtenden Wechsel zum Prompt-Arbeitsbereich angekündigt.
Offen bleibt, wie Adobe Funktionsumfang, Oberfläche und Verfügbarkeit des AI Assisted Editor nach der Beta weiterentwickelt. Ebenso ist nicht bekannt, ob die derzeitige Aufgabenverteilung dauerhaft bestehen bleibt. Für bestehende Photoshop-Prozesse gilt vorerst: Die Prompt-Ansicht bietet einen konzentrierten Einstieg in generative Bearbeitungen, während Ebenen, Masken und präzise manuelle Werkzeuge im Pro Editor zugänglich bleiben.
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