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Claude Cowork bekommt einen eigenen Browser – Passwörter bleiben getrennt

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 3
Claude Cowork bekommt einen eigenen Browser – Passwörter bleiben getrennt

Anthropic kündigte am 26. August 2026 einen eigenen Browser für Claude Cowork an. Laut der Produktankündigung vom 26. August öffnet er sich bei Webaufgaben in der Seitenleiste der Desktop-App, kann Seiten lesen, anklicken und Formulare ausfüllen, ohne automatisch persönliche Tabs, Lesezeichen oder Passwörter zu übernehmen.

Der Browser wird gestaffelt für Pro, Max und Team unter macOS, Windows und Linux ausgerollt; die Linux-Version ist als Beta gekennzeichnet. Für Enterprise ist er verfügbar, muss zum Start aber von der Organisation freigegeben werden. Bereits eingerichtete Anmeldungen bleiben zunächst getrennt, einzelne Sitzungen lassen sich jedoch bewusst importieren.

Webaufgaben laufen in einer separaten Browserumgebung

Claude Cowork bearbeitet eine Webseite und füllt ein Formular im integrierten Browser aus.

Der neue Browser gehört zur Claude-Desktop-App und benötigt keine Erweiterung. Erkennt Cowork, dass eine Aufgabe eine Website erfordert, öffnet sich die Umgebung in der Seitenleiste. Claude kann dort navigieren, Inhalte auslesen, Schaltflächen betätigen, Text eingeben und Formulare bearbeiten.

Damit eignet sich die Funktion für Aufgaben, die irgendeinen Browser, aber nicht zwingend den persönlichen Browserkontext benötigen: etwa öffentliche Recherche, das Abrufen von Werten aus einem freigegebenen Dashboard oder die Arbeit in einem Portal ohne Connector. Die Desktop-App muss dabei geöffnet und online bleiben. Unter dieser Voraussetzung kann eine Cowork-Sitzung auch über Web oder Mobilgerät auf den eingebauten Browser zugreifen.

Der Rollout soll Pro, Max und Team innerhalb einer Woche erreichen. Eine passende Mitgliedschaft garantiert deshalb noch nicht, dass die Einstellung bereits sichtbar ist. Bei Enterprise war die Funktion dagegen unmittelbar administrierbar, aber nicht automatisch für alle Mitglieder freigeschaltet.

Passwörter bleiben getrennt, Sitzungen sind optional übertragbar

Eine einzelne Anmeldesitzung wird gezielt in den getrennten Cowork-Browser übernommen.

Der eingebaute Browser verwendet ein eigenes Profil. Er sieht weder die geöffneten Tabs noch die Lesezeichen oder gespeicherten Passwörter des persönlichen Browsers. Das im Titel beschriebene Getrenntbleiben der Passwörter ist damit eine Aussage über den standardmäßigen Datenzugriff – kein generelles Verbot, Cowork bei einem Konto anzumelden.

Nutzer können Anmeldesitzungen Website für Website übernehmen. Als Importquellen nennt Anthropic Chrome, Edge und Firefox unter macOS sowie Firefox unter Windows und Linux. Safari wird nicht als unterstützte Importquelle aufgeführt.

Banking-, E-Mail- und Single-Sign-on-Seiten sind bei diesem Import zunächst ausgenommen, können aber bewusst einbezogen werden. Dabei wird eine bestehende Sitzung für die ausgewählte Website verfügbar gemacht; die Trennung des Passwortspeichers bedeutet nicht, dass ein so freigegebenes Konto anschließend für Claude unzugänglich wäre.

Die entscheidende Grenze verläuft daher zwischen automatischer Übernahme und aktiver Freigabe. Ohne Import erhält Cowork keinen persönlichen Browserkontext. Nach der Freigabe kann Claude dagegen innerhalb der übertragenen Sitzung die Seiten und Funktionen nutzen, die dieses Konto zugänglich macht.

Der eingebaute Browser ersetzt Claude in Chrome nicht

Claude in Chrome bleibt parallel verfügbar. Die Erweiterung arbeitet im persönlichen Chrome-Browser auf bereits geöffneten Seiten und mit den dort aktiven Konten. Das ist nützlich, wenn Cowork unmittelbar in einem geöffneten Dokument, Postfach oder CRM tätig werden soll, gibt dem System aber mehr von der vorhandenen Browsersitzung als die separate Umgebung.

Die Berichterstattung von The Next Web vom 27. August bestätigt den neuen Browser in der Cowork-Seitenleiste und den Rollout für Pro, Max und Team. Bei der Enterprise-Voreinstellung widerspricht der Bericht jedoch der offiziellen Dokumentation: The Next Web beschreibt die Funktion als eingeschaltet, während die Admin-Hilfe von Anthropic sie zum Start als ausgeschaltet ausweist.

Für die praktische Einordnung ist die offizielle Tarif- und Administrationsdokumentation maßgeblich. Wer Claude in Chrome bereits verwendet, behält die Erweiterung als bevorzugten Browser. Ohne bisherige Erweiterungsnutzung wird nach erfolgter Freischaltung der eingebaute Browser bevorzugt; die Auswahl lässt sich in den Cowork-Einstellungen ändern.

Team und Enterprise steuern beide Zugangswege getrennt

Team- und Enterprise-Verantwortliche verwalten Cowork-Browser und Chrome-Erweiterung getrennt.

Organisationen mit Team oder Enterprise können den eingebauten Browser und Claude in Chrome unabhängig voneinander verwalten. Möglich sind damit beide Varianten, nur eine davon oder gar kein Browserzugang. Die Freigabe des eingebauten Browsers verändert die separate Einstellung für die Chrome-Erweiterung nicht.

Bei Team wird der eingebaute Browser während des Rollouts standardmäßig aktiviert. Bei Enterprise war er zum Start ausgeschaltet; ab dem 10. September 2026 soll er standardmäßig eingeschaltet werden, sofern die Organisation ihn nicht zuvor deaktiviert. Mitglieder einer Enterprise-Organisation werden nicht automatisch benachrichtigt, wenn ein Administrator die Funktion freigibt.

Sind beide Wege erlaubt, können Mitglieder ihren bevorzugten Browser wählen. Ist dieser nicht verfügbar, darf Cowork bei einem allgemein formulierten Browserauftrag auf die andere zugelassene Variante wechseln. Wurde ausdrücklich ein bestimmter Browser verlangt, soll Claude vor dem Wechsel nachfragen.

Die Trennung ist kein umfassendes Sicherheitsversprechen

Das separate Profil begrenzt den automatisch verfügbaren persönlichen Kontext, beseitigt aber nicht die Risiken agentischer Browserarbeit. Webseiten können versteckte oder irreführende Anweisungen enthalten, die Claude von der eigentlichen Aufgabe abbringen sollen. Anthropic nennt Prompt Injection ausdrücklich als verbleibendes Risiko.

Für den eingebauten Browser und Claude in Chrome gelten nach Unternehmensangaben dieselben Schutzschichten, darunter Berechtigungsabfragen für neue Websites, eine Sperrliste für besonders riskante Seiten und Prüfungen einzelner Aktionen. Diese Maßnahmen sollen Angriffe reduzieren, können sie aber nicht vollständig verhindern. Insbesondere eine bewusst importierte Sitzung darf daher nicht mit einem für Claude unsichtbaren Konto verwechselt werden.

Bestätigt sind der laufende Rollout, die standardmäßige Trennung vom persönlichen Browser, der selektive Import von Anmeldesitzungen und die parallele Verfügbarkeit der Chrome-Erweiterung. Für einzelne Nutzer bleibt offen, wann die Freischaltung ihr Konto erreicht; in Team- und Enterprise-Umgebungen entscheidet zusätzlich die Konfiguration der Organisation über den tatsächlichen Zugriff.

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