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Brave versteckt E-Mail-Adressen – kostenlos ist nach fünf Aliasen Schluss

|Autor: QUASA-Redaktion|4 Min. Lesezeit| 2
Brave versteckt E-Mail-Adressen – kostenlos ist nach fünf Aliasen Schluss

Brave hat Email Aliases am 27. August 2026 mit der Desktop-Version 1.94 veröffentlicht. Nach der offiziellen Produktankündigung erzeugt der Browser alternative Adressen direkt in Webformularen, leitet eingehende Nachrichten an das persönliche Postfach weiter und verbirgt die primäre Adresse vor der jeweiligen Website.

Zum Start lassen sich kostenlos höchstens fünf Aliase anlegen. Mobile Unterstützung und ein Premiumangebot mit weiteren Adressen sind erst angekündigt; Preise und Termine nennt Brave noch nicht. Der Bericht von TechCrunch vom 28. August bestätigt zudem den Ablauf und die Warnung, dass weitergeleitete Nachrichten anfangs im Spamordner landen können.

Die Einrichtung beginnt mit einem neuen Brave Account

Ein verifizierter Brave Account ermöglicht die Erzeugung eines Alias direkt im E-Mail-Feld eines Webformulars.

Die Funktion steht zunächst im Desktop-Browser zur Verfügung und setzt einen Brave Account voraus. Dieser ist von einem bestehenden Brave-Premiumkonto getrennt. Für die Registrierung werden die persönliche E-Mail-Adresse, die später als Weiterleitungsziel dient, und ein Passwort benötigt.

  1. In Brave brave://settings/email-aliases öffnen.
  2. „Log in or create a Brave account“ wählen, die Kontodaten eingeben und die E-Mail-Adresse bestätigen.
  3. Auf einer Website in das E-Mail-Feld eines Anmeldeformulars klicken und den angebotenen neuen Alias auswählen.
  4. Falls das Angebot nicht erscheint, das Feld mit der rechten Maustaste anklicken und „New Email Alias“ wählen.

Brave trägt die erzeugte Adresse anschließend in das Formular ein; eine zusätzliche Browser-Erweiterung ist nicht erforderlich. Auch Clubics Beschreibung der Desktop-Funktion nennt die Erzeugung per Autovervollständigung oder Kontextmenü, die Weiterleitung an die Hauptadresse und das spätere Deaktivieren einzelner Aliase.

Weiterleitung statt eigenem Postfach

Eine Nachricht wird vom Brave-Alias an das Hauptpostfach weitergeleitet, während sich der einzelne Alias separat deaktivieren lässt.

Ein Brave-Alias ist kein separates Postfach. Nachrichten an die Ersatzadresse durchlaufen Braves Weiterleitungsdienst und erreichen das Konto, dessen Adresse beim Brave Account hinterlegt ist. Die absendende Website kennt damit nur den Alias, während Bestätigungslinks, Rechnungen und andere Mitteilungen im gewohnten Posteingang ankommen.

Unter „Settings“, „Autofill & Passwords“ und „Email Aliases“ zeigt der Browser die angelegten Adressen an. Nutzer können dort lokale Notizen ergänzen und einen einzelnen Alias deaktivieren, ohne ihre persönliche Adresse ändern zu müssen. Das unterbindet unerwünschte Nachrichten über genau diesen Zustellweg.

Vor dem Abschalten ist entscheidend, wofür die Adresse noch gebraucht wird. Verwendet ein Benutzerkonto den Alias für die Anmeldung, eine Passwortzurücksetzung, Sicherheitsmeldungen oder Kaufbelege, können nach der Deaktivierung wichtige Nachrichten ausbleiben. Brave erläutert in den geöffneten Veröffentlichungen nicht, ob eine deaktivierte Adresse später wieder aktiviert werden kann.

Fünf kostenlose Aliase reichen nicht für jede Website

Das Gratisangebot ist ein begrenzter Einstieg, kein unbegrenzter Wegwerfadressendienst. Wer für jede Website eine eigene Adresse verwenden möchte, erreicht das Kontingent bereits beim sechsten Dienst. Für weitere Aliase verweist Brave lediglich auf eine künftige Premiumversion, ohne deren Preis oder Umfang festzulegen.

Ein deaktivierbarer Alias genügt vor allem für eine kurzfristige Registrierung, nach der keine weiteren Nachrichten benötigt werden. Für ein dauerhaftes Kundenkonto ist ein beständiger Alias sinnvoller, wenn darüber später Garantienachweise, Rechnungen, Sicherheitswarnungen oder Wiederherstellungsmails eintreffen müssen. Das gilt besonders, wenn die Adresse zugleich als unveränderlicher Anmeldename dient.

Offen bleibt außerdem, wie Brave deaktivierte Einträge auf das Limit anrechnet. Die Zusage von fünf kostenlosen Aliasen bedeutet nicht automatisch, dass das Abschalten einer Adresse wieder einen freien Platz schafft. Bis Brave diese Regel präzisiert, lässt sich das Kontingent nicht verlässlich als rotierender Vorrat aus fünf Wegwerfadressen einplanen.

Der Alias begrenzt nur eine Form der Wiedererkennung

Die Website erhält nur den Brave-Alias, während der Weiterleitungsdienst die primäre Zieladresse für die Zustellung benötigt.

Die persönliche E-Mail-Adresse bleibt gegenüber der Website verborgen. Unterschiedliche Aliase erschweren es mehreren Anbietern außerdem, Konten allein über dieselbe Adresse miteinander zu verknüpfen. Andere Merkmale wie Telefonnummern, Zahlungsdaten, angemeldete Benutzerkonten oder Geräteinformationen können eine Wiedererkennung jedoch weiterhin ermöglichen.

Auch Brave bleibt technisch an der Zustellung beteiligt. Das Unternehmen gibt an, die primäre Adresse und die erzeugten Aliase verschlüsselt zu speichern, eingehende Nachrichten für Spam- und Virenfilter zu verarbeiten und sie nach erfolgreicher Weiterleitung innerhalb weniger Sekunden von seinen Servern zu löschen. Dabei handelt es sich um Anbieterangaben; die drei geöffneten Veröffentlichungen nennen kein unabhängiges Audit dieser Verarbeitung.

Notizen zu einem Alias bleiben laut Brave lokal auf dem Gerät. Bei aktivierter Brave-Synchronisation werden sie nach Unternehmensangaben Ende-zu-Ende-verschlüsselt zwischen Geräten derselben Sync-Kette übertragen. Für den neuen Brave Account verwendet Brave das OPAQUE-Protokoll, damit das Passwort nicht an seine Server übertragen wird; die primäre E-Mail-Adresse muss der Dienst für die Weiterleitung trotzdem kennen.

Mobile Nutzung, Premiumpreis und Zustellqualität bleiben offen

Email Aliases ist zum veröffentlichten Stand eine Funktion von Brave 1.94 für Desktop-Systeme, noch keine durchgängig verfügbare Lösung für alle Plattformen. Brave arbeitet nach eigener Darstellung an einer mobilen Umsetzung. Wer den Browser vorwiegend unter Android oder iOS verwendet, kann die Erzeugung neuer Aliase daher noch nicht in denselben Ablauf einbauen.

Auch die Zustellung hat eine Anlaufphase. Brave baut erst die Reputation des neuen Weiterleitungsdienstes auf, weshalb legitime Nachrichten zunächst als Spam eingeordnet werden können. Das ist vor allem bei zeitkritischen Bestätigungs- und Wiederherstellungsmails relevant.

Bestätigt sind damit der Desktop-Start, die Weiterleitung, die individuelle Deaktivierung und das Limit von fünf kostenlosen Aliasen. Ausstehend bleiben die mobile Veröffentlichung, Preis und Leistungsumfang des Premiumangebots sowie eine klare Regel dafür, ob deaktivierte Adressen dauerhaft auf das Gratislimit angerechnet werden.

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