Microsoft Copilot baut Apps – Autopilot bleibt zunächst in der Vorschau

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 1
Microsoft Copilot baut Apps – Autopilot bleibt zunächst in der Vorschau

Microsoft hat am 25. September 2026 Home, Code und Autopilot für Copilot vorgestellt: Code soll Apps aus Beschreibungen bauen, Home und Code starten zunächst im Frontier-Programm, und Autopilot soll zum Monatsende seine private Vorschau ausweiten. Die gemeinsame Copilot-App ist damit angekündigt, ihre neuen Funktionen werden aber nicht gleichzeitig für alle freigeschaltet.

GeekWire berichtet, dass Code bereits einigen Frontier-Kunden zugänglich ist, zum Monatsende breiter im Programm starten soll und für Abonnenten von Microsoft 365 Premium und Pro erst später im Jahr als Vorschau vorgesehen ist. Wer Copilot heute nutzt, muss deshalb zwischen einer vorgestellten Funktion, einem begrenzten Zugang und einer breiten Freigabe unterscheiden. Für Autopilot ist bislang nur die Ausweitung der privaten Vorschau angekündigt.

Home, Code, Managed Runtime und Autopilot: die Startphasen

Die Funktionen lösen unterschiedliche Aufgaben und haben unterschiedliche Zugangsbedingungen. Die Übersicht beschreibt den angekündigten Stand; sie ist keine Zusage, dass eine Funktion bereits in jeder Copilot-App oder jedem Tarif erscheint.

  • Home: Der neue Einstieg führt Chat und Cowork zusammen. Er soll zuletzt genutzte Arbeit und Vorschläge für weitere Aufgaben zeigen. Die Einführung beginnt schrittweise im Frontier-Programm; eine allgemeine Freigabe aller Home-Funktionen ist damit noch nicht verbunden.
  • Code: Aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache soll Copilot beispielsweise eine kleine App, einen Tracker, ein Dashboard oder eine Automatisierung erstellen. Einige Frontier-Kunden haben bereits Zugang; die nächste Phase erweitert diesen Kreis. Danach ist eine breitere Verfügbarkeit vorgesehen, während für Microsoft 365 Premium und Pro eine eigene Vorschau angekündigt ist.
  • Copilot Managed Runtime: Diese Infrastruktur dient dazu, erstellte Anwendungen innerhalb der Microsoft-365-Umgebung eines Unternehmens auszuführen und zentral zu verwalten. Microsofts Beschreibung der Managed Runtime bezeichnet ihren aktuellen Status als öffentliche Vorschau. Die Laufzeitumgebung soll auch in Code zugänglich sein; ihre Vorschau macht Code selbst noch nicht allgemein verfügbar.
  • Autopilot: Der dauerhaft arbeitende Agent soll Aufgaben über einzelne Sitzungen hinaus verfolgen. Seine private Vorschau wird ausgeweitet; ein Termin für eine öffentliche Vorschau oder die allgemeine Verfügbarkeit ist nicht genannt.

Home verbindet schnelle Antworten mit delegierten Aufgaben

Home ist als Einstieg für Arbeit gedacht, die bislang auf verschiedene Copilot-Funktionen verteilt ist. Chat beantwortet unmittelbare Fragen, hilft bei Recherchen und erstellt Entwürfe. Cowork übernimmt dagegen einen beschriebenen Auftrag und arbeitet auf ein ausgearbeitetes Ergebnis hin. Ein kurzer Informationsbedarf passt damit zu Chat; die Vorbereitung eines umfangreichen Briefings wäre ein Beispiel für Cowork.

Zu Home gehört auch Office in Copilot: Word-Dokumente, Excel-Tabellen und PowerPoint-Präsentationen sollen direkt in der Copilot-Erfahrung erstellt und bearbeitet werden. Änderungen sollen mit den entsprechenden Office-Anwendungen synchron bleiben. Diese Integration ist Teil des vorgestellten Produkts, erreicht Nutzer aber ebenfalls gestaffelt. Eine weitere angekündigte Funktion soll später selbst entscheiden, ob eine Anfrage an Chat, Cowork oder Code geht; diese automatische Weiterleitung gehört noch nicht zum bereits allgemein verfügbaren Funktionsumfang.

Code erstellt Werkzeuge, Managed Runtime betreibt sie

Code richtet sich an Menschen, die für eine konkrete Aufgabe ein eigenes Werkzeug benötigen. Die Beschreibung kann das gewünschte Ergebnis statt Programmcode enthalten: etwa einen Tracker für einen wiederkehrenden Vorgang oder ein interaktives Dashboard. Copilot soll daraus eine passende Lösung bauen. Das ist ein Produktversprechen für eine Funktion im Rollout, kein Beleg dafür, dass jedes erzeugte Werkzeug ohne Prüfung unmittelbar im Unternehmen eingesetzt werden kann.

Technisch nutzt Code dieselbe zugrunde liegende Technologie wie GitHub Copilot, übernimmt aber eine andere Rolle. GitHub Copilot bleibt das Werkzeug für die tägliche Programmierarbeit von Entwicklern; Code bringt das Erstellen kleiner, zweckgebundener Lösungen in die Copilot-App. Code arbeitet in einer abgeschirmten Umgebung. Managed Runtime ergänzt den Betrieb: Sie soll Hosting, Identität, geregelten Datenzugriff und Verwaltung bereitstellen, damit eine entstandene Anwendung mit anderen geteilt und innerhalb der Unternehmensumgebung kontrolliert werden kann.

Die Trennung ist für IT-Verantwortliche wesentlich. Dass Managed Runtime als öffentliche Vorschau bereitsteht, sagt noch nichts über den Zugang eines einzelnen Nutzers zu Code aus. Ebenso ist eine mit Code erzeugte App nicht allein deshalb für alle Kollegen freigegeben. Erstellung, Betrieb und Zugriff sind verschiedene Schritte mit jeweils eigenen Voraussetzungen.

Autopilot arbeitet weiter, während Nutzer abwesend sind

Autopilot soll Aufgaben übernehmen, die nicht nach einer Antwort oder einem fertigen Dokument enden. Nutzer geben dem Agenten eine Rolle, ein Ziel und Grenzen vor. Er kann dann beispielsweise Kanäle beobachten, Rückmeldungen zu einem Vorgang verfolgen und wiederkehrende Arbeit fortsetzen, ohne für jeden Schritt einen neuen Prompt zu benötigen. Microsoft beschreibt dafür einen cloudgehosteten Agenten innerhalb der Unternehmensumgebung mit eigener Identität, Erinnerung und eigenem Arbeitsbereich.

Autopilot soll in Arbeitskontexten wie Teams und Outlook erreichbar sein; Berechtigungen, Prüfung und Verwaltung gehören zur angekündigten Einbindung. Das unterscheidet ihn sowohl von Chat als auch von Code: Chat reagiert auf eine unmittelbare Anfrage, Code erstellt ein Werkzeug, Autopilot verfolgt eine laufende Aufgabe. Die angekündigte Ausweitung betrifft jedoch ausgewählte Teilnehmer der privaten Vorschau. Welche Organisationen anschließend Zugang erhalten und unter welchen Bedingungen, ist noch offen.

Lizenz und Nutzungsabrechnung bleiben getrennt

Der Zugang zu den neuen Funktionen lässt sich nicht allein aus einer vorhandenen Copilot-Lizenz ableiten. Für alltägliche Nutzung wie Chat und Copilot-Funktionen in Office-Anwendungen ist eine Nutzerlizenz vorgesehen. Cowork, Code und Autopilot gehören dagegen zu den Funktionen mit nutzungsabhängiger Abrechnung. Eine Freischaltung im Frontier-Programm, die Teilnahme an einer Vorschau und die spätere Abrechnung beantworten somit verschiedene Fragen.

Für Deutschland, Österreich und die deutschsprachige Schweiz geht aus den veröffentlichten Rolloutangaben kein gesonderter Starttermin hervor. Bekannt sind die gestaffelte Frontier-Einführung von Home und Code, die öffentliche Vorschau von Managed Runtime und die geplante Erweiterung der privaten Autopilot-Vorschau. Konkrete Termine und Zugangsbedingungen für einen breiten Einsatz von Autopilot stehen weiterhin aus.

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