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Certain Energy erhält 10 Millionen Pfund – Netzspeicher startet unter neuem Namen

|Autor: QUASA-Redaktion|4 Min. Lesezeit| 18
Certain Energy erhält 10 Millionen Pfund – Netzspeicher startet unter neuem Namen

Certain Energy hat am 26. August 2026 eine Series-A-Finanzierung über zehn Millionen Pfund abgeschlossen. Das britische Speicherunternehmen hieß zuvor RFC Power; mit dem Abschluss der Runde und der veränderten Eigentümerstruktur nahm es den neuen Namen an.

Die British Business Bank führte die Runde mit 3,5 Millionen Pfund an. Centrica, Ceres Power Holdings und Temasek Trusts Catalytic Capital for Climate and Health beteiligten sich ebenfalls, wie der Deal-Bericht von Vestbee bestätigt. Das Kapital soll die Mangan-Flow-Batterie näher an die Kommerzialisierung bringen, die britische Forschungskapazität erweitern und die Entwicklung eines netzgekoppelten Systems der Megawattstundenklasse in Indien finanzieren.

Vier Investoren tragen die Series A

Die Finanzierung von Certain Energy unterstützt die Skalierung einer Mangan-Flow-Batterie und den Aufbau produktionsfähiger Prozesse.

Die Finanzierungsrunde verbindet staatlich gestütztes Wachstumskapital mit strategischen Investoren aus Energie- und Klimatechnik. Neben der federführenden British Business Bank stehen Centrica als Energieunternehmen, der bisherige Eigentümer Ceres und das von Temasek Trust geschaffene Finanzierungsvehikel C3H.

Die Mittel sind nicht nur für weitere Technologieentwicklung vorgesehen. Certain Energy will seine Technik auf eine spätere Serienproduktion vorbereiten, eine Lieferkette für wiederholbare Projekte schaffen und ein größeres Referenzsystem entwickeln. Damit finanziert die Runde den Übergang von Forschungs- und Entwicklungsaufbauten zu einer Anlage, an der sich die technische und wirtschaftliche Skalierbarkeit überprüfen lässt.

Öffentlich beziffert sind die Gesamtrunde und der Beitrag der British Business Bank. Wie viel Centrica und C3H jeweils investierten und welche Beteiligungsquoten sie dafür erhielten, wurde nicht aufgeschlüsselt. Die zehn Millionen Pfund lassen sich daher nicht gleichmäßig auf die vier beteiligten Investoren verteilen.

Ceres gibt die Kontrolle ab, bleibt aber Großaktionär

Ceres bleibt an Certain Energy beteiligt und unterstützt die ausgegliederte Speicherfirma weiterhin mit Ingenieurleistungen.

Hinter dem neuen Namen steht auch ein Eigentümerwechsel. RFC Power war im September 2025 vollständig von Ceres übernommen worden, nachdem Ceres die restlichen Gesellschaftsanteile und das geistige Eigentum für einen nominalen Betrag erworben hatte. Nach der Series A wird Certain Energy wieder von mehreren Anteilseignern getragen.

Die Unternehmensmitteilung von Ceres nennt einen eigenen Barbeitrag von einer Million Pfund sowie weitere 1,5 Millionen Pfund an Eigenkapital, die Ceres für technische Sachleistungen erhalten soll. Nach Abschluss der Runde verbleiben Ceres rund 37 Prozent; zugleich wird der Post-Money-Wert von RFC Power mit ungefähr zwölf Millionen Pfund angegeben.

Ceres verliert damit die alleinige Kontrolle, beendet sein Engagement aber nicht. Finanzchef Stuart Paynter soll in das Board von Certain Energy einziehen, außerdem soll Ceres an künftigen Erlösen aus allen verkauften Produkten beteiligt werden. Die Abspaltung trennt somit Marke und operative Entwicklung stärker vom bisherigen Mutterkonzern, während Beteiligung, Ingenieurleistungen und ein wirtschaftliches Interesse am späteren Absatz fortbestehen.

Was die Mangan-Flow-Batterie leisten soll

Die Technik speichert Energie in flüssigen Elektrolyten außerhalb des eigentlichen Zellstapels. Die Leistung hängt wesentlich vom Stack ab, während sich die speicherbare Energiemenge und die Entladedauer durch größere Tanks und mehr Elektrolyt erhöhen lassen. Dieses Prinzip ist für Anwendungen interessant, die Strom länger als typische Kurzzeitspeicher bereitstellen sollen.

Die Mitteilung von Certain Energy beschreibt einen manganbasierten Elektrolyten, einen Rundlaufwirkungsgrad von mehr als 75 Prozent und eine auf 20 Jahre ausgelegte Betriebsdauer mit geringer Kapazitätsabnahme. Das Unternehmen stellt zudem deutlich niedrigere Grenzkosten als bei vergleichbaren Vanadium-Flow-Batterien in Aussicht. Diese Kennzahlen und Kostenvorteile sind Unternehmensangaben, keine über eine Flotte kommerzieller Anlagen nachgewiesenen Betriebsdaten.

Vorgesehen ist die Langzeitspeicherung von erneuerbarem Strom: Das System soll Energie bei hoher Wind- oder Solarproduktion aufnehmen und bei niedriger Erzeugung wieder abgeben. Ob die Manganchemie ihre angekündigten Vorteile bei Effizienz, Lebensdauer und Kosten auch unter realen Netzbedingungen erreicht, kann die abgeschlossene Finanzierungsrunde allein nicht belegen.

Die Anlage in Indien wird zum entscheidenden Nachweis

Das geplante netzgekoppelte System in Indien soll die Mangan-Flow-Technik von Certain Energy im Megawattstundenmaßstab erproben.

Der nächste konkrete Meilenstein ist das erste netzgekoppelte Certain-Energy-System der Megawattstundenklasse in Indien. Parallel sollen die Forschungsanlage im Vereinigten Königreich ausgebaut und Lieferantenprozesse für weitere Projekte entwickelt werden. Eine bereits betriebsbereite oder serienreife Netzspeicheranlage wurde am 26. August nicht angekündigt.

New Energy Weekly ordnet das Vorhaben als technischen Test und mögliche Referenzanlage für künftige Kunden ein. Das Branchenmedium weist darauf hin, dass der behauptete Kostenvorteil bislang eine Projektion des Unternehmens und noch nicht durch den Betrieb einer kommerziellen Anlagenflotte bestätigt ist.

Damit verschiebt sich die Prüfung der Technologie vom Finanzierungsabschluss auf die Umsetzung. Belastbare Fortschritte wären der Bau und Netzanschluss des Systems, veröffentlichte Leistungsdaten sowie eine Lieferkette, mit der sich weitere Anlagen zu nachvollziehbaren Kosten realisieren lassen. Ein genauer Zeitplan, der Standort innerhalb Indiens, ein Abnehmer und der Auftragswert des Projekts wurden bislang nicht veröffentlicht.

Bestätigt sind damit die Series A, der neue Name, die beteiligten Investoren und die verbleibende Ceres-Beteiligung. Offen bleibt, wann das indische System in Betrieb geht und ob seine Ergebnisse den Übergang von einer finanzierten Speichertechnologie zu einem wiederholbar kommerzialisierbaren Netzprodukt tragen.

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