Teams-Transkripte sicher einführen: Standardmäßig aktiv heißt nicht geregelt

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit
Teams-Transkripte sicher einführen: Standardmäßig aktiv heißt nicht geregelt

Bei neuen Microsoft-Teams-Besprechungsrichtlinien ist Transkription standardmäßig erlaubt. Die Microsoft-Dokumentation zur Transkriptionsrichtlinie beschreibt den Schalter im Teams Admin Center und seine Standardeinstellung. Die Erlaubnis allein startet noch kein Transkript und legt weder den Zugriff noch die Aufbewahrung fest.

IT-Verantwortliche sollten deshalb eine Richtlinie gezielt zuweisen und mit den Organisatoren den Ablauf pro Besprechung regeln: Wer darf starten, wann werden Teilnehmende informiert, wer kann das Ergebnis sehen und wann wird es gelöscht? Eine kleine Testgruppe kann diese Rollen und Schritte vor einer breiteren Freigabe prüfen.

Richtlinie für die vorgesehenen Personen setzen

Im Teams Admin Center öffnen Administratoren unter „Besprechungen“ die „Besprechungsrichtlinien“. Dort bearbeiten sie eine vorhandene Richtlinie oder erstellen eine neue, setzen „Transkription“ auf Ein oder Aus, speichern und weisen die Richtlinie den vorgesehenen Nutzern oder Gruppen zu. Die globale Richtlinie erfasst Personen ohne eigene Zuweisung; für eine begrenzte Einführung bietet sich deshalb eine gesonderte Richtlinie an.

Für eine Besprechung müssen sowohl der Organisator als auch die Person, die das Transkript oder die Aufzeichnung startet, eine Richtlinie mit erlaubter Transkription haben. Ein Test nur mit dem Konto des Administrators kann diese Voraussetzung übersehen. Prüfen Sie mit den späteren Rollen, ob die Startoption tatsächlich verfügbar ist und ob die beabsichtigte Person sie verwenden kann.

Die Adminrichtlinie entscheidet über die grundsätzliche Verfügbarkeit. Wie eng die Startberechtigung innerhalb einer Besprechung gefasst wird, hängt zusätzlich von den Besprechungsoptionen ab. Bei vertraulichen Terminen können geeignete Vorlagen oder Vertraulichkeitsbezeichnungen die Option „Wer kann aufzeichnen und transkribieren“ vorgeben. Diese Entscheidung gehört zur Art der Besprechung: Ein Gespräch braucht nur dann ein dauerhaftes Transkript, wenn dafür ein festgelegter Zweck besteht.

Organisator und Teilnehmende vor dem Start einbeziehen

Der Organisator sollte den geplanten Einsatz möglichst schon in der Einladung nennen. Ein verständlicher Hinweis erklärt den Zweck, den vorgesehenen Empfängerkreis und die geplante Aufbewahrung; bei kurzfristig eingeladenen Personen kann er zu Beginn des Termins ergänzt werden. So erfahren Teilnehmende vor ihren Wortbeiträgen, was aus dem Gespräch festgehalten werden soll.

Die Microsoft-Anleitung zur Livetranskription beschreibt den Start über „Weitere Aktionen“ und „Aufzeichnen und transkribieren“ sowie die Benachrichtigung an alle Teilnehmenden beim Start. Diese Anzeige erscheint erst im laufenden Termin. Wird eine Besprechung aufgezeichnet, startet laut derselben Anleitung auch die Transkription automatisch; Organisatoren sollten daher die Aufzeichnungsoptionen bereits bei der Planung berücksichtigen.

Vor dem Bestätigen der Transkription ist die gesprochene Sprache auszuwählen. Gerade in mehrsprachigen Runden beeinflusst eine unpassende Einstellung die Genauigkeit der Mitschrift. Brauchen Teilnehmende lediglich Text während des Gesprächs, kommen Liveuntertitel als eigene Funktion infrage: Teams speichert diese Untertitel nicht als Besprechungstranskript.

Gespeichertes Transkript und Zugriffsrechte prüfen

Das Livetranskript wird im OneDrive for Business des Besprechungsorganisators gespeichert und bleibt in Teams über den Besprechungschat und die „Zusammenfassung“ erreichbar, bis es gelöscht wird. Der Speicherort allein beantwortet deshalb nicht, wer es in Teams lesen kann. Organisatoren sollten die Sichtbarkeit nach dem Termin mit den Rollen prüfen, die tatsächlich eingeladen werden.

Personen aus derselben Organisation können ein Transkript nach der Besprechung grundsätzlich anzeigen. Teilnehmende aus einem anderen Mandanten können die laufende Transkription sehen, standardmäßig aber nicht das spätere Transkript; für anonyme Teilnehmende gelten engere Grenzen. Ein Probelauf mit internem und externem Konto macht diese Unterschiede sichtbar, bevor ein Organisator einen späteren Zugriff zusagt.

Standardmäßig können Organisator und Mitorganisatoren das Transkript herunterladen. Je nach Richtlinie und Besprechungsoptionen lassen sich weitere Downloadberechtigungen vergeben. Ein Export als Datei schafft eine zusätzliche Kopie außerhalb des ursprünglichen Zugriffswegs. Für jede Besprechungsart sollte deshalb feststehen, ob ein Download nötig ist, wer ihn veranlasst und wo die Kopie abgelegt wird.

Ablaufdatum und manuelle Löschung unterscheiden

Für Aufzeichnungen und Transkripte nennt die Microsoft-Dokumentation zum Aufzeichnungslebenszyklus eine standardmäßige Ablaufzeit von 120 Tagen. Im Teams Admin Center lässt sich steuern, ob Aufzeichnungen und Transkripte automatisch ablaufen und welche Standardfrist gilt. Die Frist ist eine technische Einstellung für den ursprünglichen Speicherweg; sie ersetzt keine begründete Regel zur Aufbewahrung und Löschung.

Admins sollten die wirksame Ablaufrichtlinie für die vorgesehenen Nutzer prüfen. Organisatoren müssen nach dem Termin entscheiden können, ob das Transkript noch benötigt wird. Für weitergegebene oder heruntergeladene Kopien braucht es einen eigenen Umgang: Das Entfernen des Transkripts aus Teams löscht eine separat gespeicherte Datei nicht automatisch.

Der Organisator oder ein Mitorganisator kann das Transkript im Chat einer vergangenen Besprechung unter „Zusammenfassung“ löschen. Diesen konkreten Weg sollte die Testgruppe durchführen, statt nur eine Frist zu dokumentieren. Wo verbindliche Aufbewahrungs- oder Löschvorgaben gelten, müssen die zuständigen Datenschutz- und Compliance-Verantwortlichen die technische Einstellung und den Umgang mit Kopien zusammen festlegen.

Mit den späteren Rollen testen und Fehler eingrenzen

Ein vollständiger Probelauf beginnt mit einer Einladung samt Hinweis und endet erst nach der Prüfung von Ansicht, Download und Löschung. Organisator, startende Person sowie interne und externe Teilnehmende sollten dabei mit ihren vorgesehenen Konten teilnehmen. Halten Sie fest, welche Rolle welche Aktion ausführen konnte und ob das zur festgelegten Regel für diese Besprechungsart passt.

Fehlt die Startoption, prüfen Administratoren zunächst die Richtlinienzuweisung von Organisator und startender Person sowie deren Besprechungsrollen. Für die weitere Diagnose bietet das Microsoft 365 Admin Center ein Werkzeug für Teams-Transkripte, das das betroffene Nutzerkonto und die Besprechungs-URL abfragt. Die dokumentierte Ausnahme ist für betroffene Umgebungen relevant: In Microsoft 365 Deutschland steht diese Diagnose nicht zur Verfügung.

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