
Miro oder FigJam: Workshop-Tiefe kostet pro Teammitglied

Für regelmäßig moderierte Workshops ist Miro die stärkere Wahl, wenn private Boards, Abstimmungen und ein privater Modus den Ablauf prägen. Diese Möglichkeiten hängen an bezahlten Teammitgliedern: Miros Preisseite nennt für Starter 8 US-Dollar und für Business 20 US-Dollar pro Mitglied und Monat bei jährlicher Abrechnung. Besuchende können auf freigegebenen Boards mitarbeiten, ohne selbst einen Sitz zu belegen.
FigJam ist für bestehende Figma-Teams häufig die günstigere Ergänzung, weil vorhandene Sitze auch das Whiteboard abdecken. Figmas Preisseite nennt bei jährlicher Abrechnung 16 US-Dollar pro Full-Sitz und 3 US-Dollar pro Collab-Sitz im Professional-Tarif; ein Collab-Sitz im Organization-Tarif kostet 5 US-Dollar. Für die Auswahl zählt deshalb weniger die Zahl aller Workshop-Teilnehmenden als die Zahl der Personen, die dauerhaft bearbeiten müssen.
Wer braucht dauerhaft einen Sitz?
Bei Miro ist die Mitgliedschaft im bezahlten Team die Kostengrenze. Miros Tarifhilfe unterscheidet Mitglieder von zeitweisen Besuchern und Gästen: Jedes dauerhafte Mitglied benötigt eine Lizenz; Starter und Business setzen mindestens zwei Lizenzen voraus. Wer nach einem Workshop regelmäßig eigene Boards anlegt oder im Team weiterarbeitet, gehört in diese Rechnung. Für einzelne Termine lässt sich Bearbeitungszugang dagegen über eine Besucherrolle organisieren.
Figma ordnet den Sitz nach der benötigten Tätigkeit zu. Laut Figmas Beschreibung der Sitztypen enthält Full den Zugriff auf Figma Design und FigJam, während Collab die Bearbeitung in FigJam und Figma Slides umfasst. Der kostenlose View-Sitz erlaubt Ansehen und Kommentieren, aber keine dauerhafte Bearbeitung. Eine Designerin mit vorhandenem Full-Sitz benötigt für FigJam somit keinen zweiten Sitz; Kolleginnen aus Research oder Produktmanagement können für reine Whiteboard-Arbeit einen Collab-Sitz erhalten.
Gastzugang und Moderation verändern die Rechnung
Miro Starter erlaubt öffentliche Bearbeitungslinks sowie private Boards. Das ist für einen einmaligen Kundenworkshop praktisch, verlangt aber eine bewusste Freigabe des betreffenden Boards. Wer externe Personen namentlich als angemeldete Gäste mit Bearbeitungsrecht einladen möchte, benötigt Business. Gäste arbeiten dann an ausgewählten Boards mit, während interne Personen, die dauerhaft zum Team gehören, weiterhin bezahlte Mitglieder sind.
Bei FigJam können Teams in bezahlten Plänen eine offene Sitzung für zeitweise Teilnehmende starten. Figmas Regeln für offene Sitzungen beschreiben Bearbeitungszugang für jeweils 24 Stunden ohne zusätzliche Teamabrechnung. Besuchende dürfen Beiträge hinzufügen, den Timer nutzen und an einer Abstimmung teilnehmen. Sie dürfen selbst keine Abstimmung starten; Kommentare und Audiogespräche mit Besuchenden werden in der offenen Sitzung nicht unterstützt.
Damit haben beide Whiteboards Timer und Abstimmungen, aber unterschiedliche Schwerpunkte. Miro bündelt in Starter außerdem private Vorbereitung und einen privaten Modus für moderierte Phasen. FigJam unterstützt Audiogespräche im gemeinsamen Dokument, doch diese Funktion steht den zeitweisen Besuchenden einer offenen Sitzung nicht zur Verfügung. Bei kurzen Ideensammlungen kann der einfache Gastzugang genügen; bei wiederkehrenden, gezielt gesteuerten Workshops wiegen Moderationsrechte und Freigaben stärker.
Drei Teammodelle mit getrennten Rollen
Die folgenden Fälle sind ausdrücklich angenommene Teamzuschnitte, keine Kundenfälle. Gerechnet wird mit den oben genannten veröffentlichten Dollarpreisen pro Monat bei jährlicher Abrechnung. Steuern, Rabatte, Währungsumrechnung und bestehende Sonderverträge sind nicht enthalten. Moderierende, dauerhafte Bearbeitende, zeitweise Gäste und reine Betrachter werden jeweils getrennt gezählt.
Designteam mit vorhandenen Figma-Sitzen
Angenommen, sechs Designer besitzen bereits Full-Sitze. Vier Personen aus Produktmanagement und Research sollen FigJam regelmäßig bearbeiten; weitere Stakeholder sehen Ergebnisse nur an. Die zusätzlichen vier Collab-Sitze kosten rechnerisch 12 US-Dollar pro Monat. Die sechs vorhandenen Full-Sitze sind bestehende Ausgaben und werden für FigJam nicht erneut gekauft. Reine Betrachter benötigen keinen bezahlten Bearbeitungssitz.
Sollen dieselben zehn Personen dauerhaft in einem neuen Miro-Starter-Team arbeiten, ergeben zehn Sitze rechnerisch 80 US-Dollar pro Monat. Das sind zusätzliche Whiteboard-Kosten, während die vorhandenen Figma-Sitze auch Designarbeit abdecken. Für dieses Team spricht die Kostenrechnung für FigJam, solange dessen Moderationsmöglichkeiten und Freigaben für die Workshops ausreichen.
Einmaliger Kundenworkshop
Angenommen, zwei Personen moderieren und zwanzig Kunden nehmen einmalig teil. Zwei Miro-Starter-Sitze kosten rechnerisch 16 US-Dollar pro Monat; die Kunden können während des Termins über einen freigegebenen Bearbeitungslink teilnehmen. Zwei FigJam-Collab-Sitze im Professional-Tarif kosten rechnerisch 6 US-Dollar pro Monat, während die Kunden eine offene Sitzung nutzen. In beiden Varianten erzeugen die zwanzig zeitweisen Teilnehmenden keine zusätzlichen bezahlten Sitze.
Sollen Kunden namentlich eingeladen werden und nach dem Termin weiterbearbeiten, ändert sich das Rollenmodell. Zwei Miro-Business-Sitze für die Moderierenden kosten rechnerisch 40 US-Dollar pro Monat und ermöglichen bearbeitende Gäste an ausgewählten Boards. Bei FigJam endet der zeitweise Bearbeitungszugang mit der offenen Sitzung; für spätere Mitarbeit braucht es eine neue Freigabe und gegebenenfalls bezahlte Sitze. Der niedrigere Sitzungspreis beschreibt also nur den angenommenen einmaligen Termin.
Bereichsübergreifendes Unternehmen
Angenommen, zwanzig Personen moderieren regelmäßig, weitere 180 bearbeiten Whiteboards dauerhaft und 300 sehen Ergebnisse lediglich an. Benötigen alle 200 Bearbeitenden ausschließlich FigJam, ergeben Collab-Sitze in Figma Organization rechnerisch 1.000 US-Dollar pro Monat. Werden dieselben 200 Personen Mitglieder in Miro Business, ergeben sich rechnerisch 4.000 US-Dollar pro Monat. Die 300 reinen Betrachter sind in dieser Rechnung keine bezahlten Bearbeitungssitze.
Diese Beträge beschreiben ein einheitliches Rollenmodell, keinen vollständigen Unternehmensvertrag. Bereits vorhandene Full-Sitze können den zusätzlichen FigJam-Bedarf senken; benötigen Personen Figma Design, passt für sie ein reiner Collab-Sitz nicht. Auf Miro-Seite hängt die tatsächliche Beschaffung auch davon ab, wer teamweit eigene Boards benötigt und wer nur an ausgewählten Boards als Gast arbeitet. Enterprise-Konditionen werden individuell vereinbart und lassen sich aus dem Business-Listenpreis nicht ableiten.
Welche Wahl trägt den Workshop?
Für ein Designteam mit Figma-Sitzen ist FigJam wirtschaftlich naheliegend, wenn dauerhafte Mitarbeit auf Collab-Sitze begrenzt bleibt und zeitweise Gäste in offenen Sitzungen arbeiten können. Miro rechtfertigt höhere laufende Kosten eher dort, wo private Vorbereitung, gezielte Moderation und verwalteter Gastzugang regelmäßig gebraucht werden. Die entscheidende Größe ist die dauerhaft lizenzierte Gruppe: Eine lange Teilnehmerliste verteuert einen einzelnen Workshop nicht automatisch, ein wachsendes Team mit ständigen Bearbeitungsrechten dagegen schon.
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