
ClickUp oder Wrike: Der günstigere Sitz verliert bei Freigaben

Für Teams mit Sprints und begrenztem Budget ist ClickUp meist die günstigere Wahl. Die ClickUp-Tarifseite zeigt allerdings zwei Preisansichten: Unlimited kostet 7 US-Dollar und Business 12 US-Dollar je Nutzer und Monat bei Jahreszahlung; eine weitere Ansicht nennt Core für 9 US-Dollar und Business für 17 US-Dollar. Der niedrigere Sitzpreis entscheidet weniger, sobald ein Team verbindliche Freigaben für seine Arbeit braucht.
Dann ist Wrike Business der naheliegende Vergleichstarif, weil dort Freigabeabläufe vorgesehen sind. Die Wrike-Preisseite nennt bei jährlicher Abrechnung 10 US-Dollar je Nutzer und Monat für Team sowie 25 US-Dollar für Business; Team ist auf 15 Nutzer begrenzt. Die ausgewiesenen Preise gelten für Neukäufe ab dem 21. Januar 2026. Welche ClickUp-Tarifansicht ein Team beim Abschluss erhält, verändert die Kostenrechnung, aber nicht den Unterschied zwischen Korrektur und formaler Entscheidung.
Was 10, 50 und 100 Sitze im Jahr kosten

Die folgenden Beträge sind Modellrechnungen für volle, zwölf Monate lang bezahlte Nutzersitze. Bei ClickUp stehen jeweils zuerst die ältere Ansicht mit Unlimited und Business und danach die weitere Ansicht mit Core und Business. Für Wrike Business ist der veröffentlichte Preis angesetzt; Wrike Team kommt nur bei der kleinsten Gruppe infrage. So bleiben die beiden ClickUp-Preisstände sichtbar, ohne sie als gleichzeitig buchbare Angebote für jedes Team auszugeben.
- 10 Sitze: ClickUp Unlimited kostet rechnerisch 840 US-Dollar, Core 1.080 US-Dollar im Jahr. ClickUp Business liegt je nach Tarifansicht bei 1.440 oder 2.040 US-Dollar. Wrike Team kostet 1.200 US-Dollar, Wrike Business 3.000 US-Dollar.
- 50 Sitze: Für ClickUp ergeben sich 4.200 US-Dollar mit Unlimited, 5.400 US-Dollar mit Core und 7.200 oder 10.200 US-Dollar mit Business. Wrike Business kostet 15.000 US-Dollar im Jahr; Wrike Team ist für diese Gruppengröße nicht vorgesehen.
- 100 Sitze: ClickUp Unlimited kommt auf 8.400 US-Dollar, Core auf 10.800 US-Dollar und Business auf 14.400 oder 20.400 US-Dollar. Für Wrike Business ergeben sich 30.000 US-Dollar.
Bei 100 Sitzen liegt Wrike Business damit rechnerisch 9.600 US-Dollar über ClickUp Business in der teureren Tarifansicht; gegenüber der älteren Ansicht beträgt der Abstand 15.600 US-Dollar. Das ist ein Lizenzvergleich, keine Berechnung eingesparter Arbeitszeit. Wrike verkauft Sitze zudem in Gruppen, sodass eine andere Teamgröße zu zusätzlich bezahlten Plätzen führen kann. Steuern, Währungsumrechnung und mögliche Zusatzpakete sind nicht eingerechnet.
Auch die Tarifstufen sind funktional nicht deckungsgleich. ClickUps günstiger Einstieg bringt Gantt-Ansichten und viele Werkzeuge für die laufende Projektarbeit mit. Wrike Team bietet ebenfalls Gantt-Planung, während die für diesen Vergleich maßgeblichen Freigaben erst mit Business einsetzen. Wer nur Preise der jeweils billigsten bezahlten Stufe nebeneinanderstellt, vergleicht deshalb nicht den Ablauf, für den das Geld ausgegeben werden soll.
Warum Freigaben den Preisvergleich verändern

Die Wrike-Tarifmatrix führt Aufgaben- und Projektfreigaben sowie anpassbare Freigabeabläufe ab Business auf; in Team fehlen diese Funktionen. Business umfasst außerdem Freigaben für Dateien und durch externe Beteiligte. Eine Entscheidung kann so an die betreffende Arbeit gebunden werden, statt nur als Kommentar neben ihr zu stehen.
ClickUp Business nennt Proofing für Dateien. Das ist für Korrekturen an einem Entwurf nützlich: Beteiligte können Änderungen anmerken, bevor das Ergebnis weiterverarbeitet wird. Eine Korrekturrunde beantwortet jedoch nicht automatisch, wer die Freigabe erteilen muss und ob sie bereits erteilt wurde. ClickUp bietet Status, Aufgaben und Automatisierungen, mit denen sich ein Entscheidungsweg gestalten lässt; dafür muss das Team seinen Ablauf entsprechend einrichten.
Der Aufpreis für Wrike ist besonders dann plausibel, wenn Kunden, Fachabteilungen oder interne Verantwortliche regelmäßig formell entscheiden müssen. Bei seltenen Freigaben kann die Einrichtung eines solchen Ablaufs in ClickUp wirtschaftlicher sein. Bei einem geregelten Prozess zählt dagegen auch, ob Freigabeschritte für alle Beteiligten an derselben Aufgabe erkennbar sind. Eine Softwarefunktion allein erfüllt dabei noch keine regulatorische Anforderung; maßgeblich sind die Regeln des jeweiligen Teams und ihre Umsetzung.
Automatisierung und KI: Kontingente statt Schlagworte
Beide Plattformen automatisieren wiederkehrende Arbeit, rechnen Nutzung aber unterschiedlich ab. Wrike staffelt Automatisierungsaktionen pro Sitz und Monat. ClickUp nennt für seine Business-Tarife Kontingente pro Workspace und bietet dort auch Webhooks und Automatisierungsintegrationen. Ein Team mit vielen kleinen Statuswechseln kann diese Grenzen anders erreichen als eines, das nur wenige, aber aufwendige Abläufe ausführt. Für die Auswahl ist deshalb die Zahl der erwarteten Auslösungen aussagekräftiger als ein allgemeines Automatisierungsversprechen.
Auch bei KI hängt der Nutzen an der konkreten Aufgabe. Wrike Team umfasst Hilfen für Inhalte und Zusammenfassungen; Business ergänzt einen Einstieg in KI-Agenten und Wrike Copilot. ClickUps Tarifansichten unterscheiden sich gerade hier: Die neuere Darstellung verbindet die Projektpläne mit nutzungsabhängigen KI-Kontingenten, während die ältere Ansicht zusätzliche KI-Angebote gesondert zeigt. Wer nur gelegentlich Kommentare zusammenfassen will, hat einen anderen Bedarf als ein Team, das regelmäßig mehrstufige Agentenabläufe einsetzt. Die Jahresbeträge oben enthalten keine zusätzlichen KI-Pakete.
Ressourcenplanung braucht die passende Stufe
„Ressourcenmanagement“ in einer Tarifübersicht sagt noch wenig darüber aus, wie oft ein Team Kapazität tatsächlich neu verteilen kann. Die ClickUp-Hilfe zur Workload-Ansicht nennt für Unlimited 100 Nutzungen und für Business unbegrenzte Nutzung. Schon das Öffnen der Ansicht, das Verschieben oder Zuweisen einer Aufgabe und das Festlegen von Kapazität können als Nutzung zählen. Die Grenze ist für einen gelegentlichen Überblick anders zu bewerten als für tägliche Einsatzplanung.
Wrike Business bietet eine Ressourcenansicht, Auslastungsdiagramme und die Zuordnung von Aufwand zu Aufgaben. Für weitergehende Planung nach Rollen, Ressourcenbuchungen und Budgets verweist die Tarifstruktur auf Pinnacle, dessen Sitzpreis öffentlich nicht beziffert wird. Ein Projektbüro, das verbindliche Kapazität über parallele Vorhaben reservieren muss, sollte diese Stufe deshalb nicht gedanklich mit dem veröffentlichten Business-Preis gleichsetzen. Wer lediglich Überlastung einzelner Personen erkennen möchte, braucht möglicherweise keines dieser erweiterten Werkzeuge.
Sprints und Wasserfall ergeben unterschiedliche Gewinner
Die 100-Punkte-Bewertung von AI PM Tools vergibt insgesamt 94 Punkte an ClickUp und 89 an Wrike, bewertet Wrike aber bei Wasserfallmethodik mit 5 statt 4 Punkten und bei prädiktiver Analytik mit 5 statt 3 Punkten. Bei agiler Arbeit und Kanban liegt ClickUp in dieser Methode vorn. Der Gesamtscore ist damit ein Urteil nach den Gewichten des Bewertungsmodells, keine Rangfolge für jeden Projektablauf.
Für ein Produktteam mit kurzen Sprints sprechen ClickUps Sprint-Funktionen, flexible Ansichten und der niedrigere veröffentlichte Sitzpreis. Ein Projektbüro mit aufeinanderfolgenden Phasen, Abhängigkeiten und regelmäßigen Freigaben kann Wrikes Business-Funktionen stärker ausnutzen. Gantt-Ansichten haben beide; entscheidend ist, ob das Team vor allem laufend umplant oder Übergaben zwischen Phasen kontrolliert. Bei gemischten Portfolios kann genau der Teil des Ablaufs ausschlaggebend sein, der Projekte sonst aufhält.
Die Kostenangaben derselben Bewertung weichen von den aktuellen Herstellerpreisen ab: Sie rechnen Wrike Business mit 24,80 US-Dollar und Wrike Team sogar für 50 Sitze hoch. Die Herstellerseite nennt für Business 25 US-Dollar und begrenzt Team auf 15 Nutzer. Für einen Budgetvergleich sind deshalb die oben berechneten Tarife maßgeblich; die Bewertung bleibt nützlich, um ihre unterschiedlichen Urteile zu agiler und klassischer Projektarbeit einzuordnen.
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