SumUp oder Zettle: Der Kartenmix entscheidet trotz gleichem Standardsatz

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit| 1
SumUp oder Zettle: Der Kartenmix entscheidet trotz gleichem Standardsatz

Für reguläre Kartenzahlungen vor Ort berechnet SumUp im Standardtarif 1,39 Prozent ohne Monatsgebühr; die Tarifseite für Zahlungen Plus nennt für das Monatsabo 19 Euro und einen reduzierten Satz von 0,79 Prozent für begünstigte Zahlungen. Die Gebührenübersicht von PayPal Point of Sale, früher Zettle, weist für Kartentransaktionen ebenfalls 1,39 Prozent und keine wiederkehrende Gebühr für die Zahlungsannahme aus.

Bei gleichem regulärem Vor-Ort-Kartenumsatz kosten die Standardmodelle damit gleich viel. Günstiger wird SumUps Monatsabo nur, wenn der Rabatt auf persönliche, im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ausgestellte Karten die feste Gebühr übersteigt. Für den Vergleich zählt deshalb der Eurobetrag dieser Zahlungen, nicht allein der gesamte Kartenumsatz.

Welche Karten den Aborabatt erhalten

Eine private EWR-Verbraucherkarte wird am SumUp Solo Lite bezahlt; für Firmenkarten gilt der niedrigere Abosatz nicht.

Der niedrigere Satz gilt für Vor-Ort-Zahlungen mit EWR-Verbraucherkarten. Die SumUp-Hilfe zu Zahlungen Plus beschreibt sie als Debit- oder Kreditkarten, die im EWR ausgestellt und auf Privatpersonen statt auf Unternehmen registriert sind; für Firmen-, Premium- und Nicht-EWR-Karten nennt sie 1,39 Prozent. Dazu zählt SumUp auch American Express. Eine gewöhnliche persönliche Kreditkarte kann also begünstigt sein, während eine Firmen-Debitkarte es nicht ist.

Der Ort des Einkaufs bestimmt die Kartenkategorie nicht. Bezahlt ein Kunde in Deutschland mit einer außerhalb des EWR ausgestellten Karte, gehört der Umsatz im Monatsabo zur Gruppe ohne Rabatt. Ebenso wenig lässt sich aus der bloßen Unterscheidung zwischen Debit- und Kreditkarte ableiten, welcher Satz anfällt. Wer diese Gruppen zusammenfasst, überschätzt unter Umständen den Teil seines Umsatzes, mit dem sich die Abogebühr decken lässt.

Die folgende Rechnung umfasst reguläre Vor-Ort-Kartenzahlungen. Online-Zahlungen haben bei SumUp eine eigene Gebührenregel; persönliche SumUp-Karten werden dort ebenfalls gesondert behandelt. Beides gehört nicht zum hier verglichenen Kartenumsatz. Gerätekäufe, individuelle Konditionen und zusätzliche Kassenprodukte bleiben ebenfalls außerhalb der laufenden Tarifrechnung.

Die rechnerische Schwelle und die Anbieterorientierung

Auf jeden Euro begünstigten Umsatz spart das Monatsabo gegenüber dem Standardsatz 0,60 Prozentpunkte. Teilt man die feste Monatsgebühr von 19 Euro durch 0,006, ergibt sich eine rechnerische Schwelle von 3.166,67 Euro begünstigtem Umsatz. Bei diesem Betrag sind beide SumUp-Tarife gleich teuer; darüber wird Zahlungen Plus bei den verglichenen Gebühren günstiger. Ein unabhängiger Anbietervergleich rundet die Schwelle auf etwa 3.200 Euro.

Die deutsche SumUp-Preisliste nennt mindestens 3.500 Euro monatlichen Zahlungsumsatz als Orientierung für Zahlungen Plus. Das ist ein Gesamtumsatz und keine Garantie für eine Ersparnis: Bei genau 3.500 Euro müssten mehr als 90 Prozent auf begünstigte Karten entfallen, um die rechnerische Schwelle zu überschreiten. Enthält der Umsatz viele Firmen-, Premium- oder Nicht-EWR-Karten, reicht auch ein höherer Gesamtbetrag möglicherweise nicht.

Bei 4.000 Euro gesamtem Kartenumsatz muss der begünstigte Anteil über rund 79 Prozent liegen. Bei 6.000 Euro genügen rechnerisch mehr als 53 Prozent, bei 8.000 Euro mehr als 39 Prozent. Diese Anteile beschreiben jeweils den Punkt, an dem die laufenden Gebühren gleich hoch sind. Ein nur knapp überschrittener Wert verschafft dem Abo entsprechend wenig Abstand zum Standardtarif.

Was verschiedene Monatsumsätze tatsächlich kosten

Bei 6.000 Euro Monatsumsatz und 80 Prozent begünstigten Karten kostet Zahlungen Plus im Rechenbeispiel 73,60 Euro gegenüber 83,40 Euro bei PayPal Point of Sale.

Die folgenden Beträge sind bedingte Rechenbeispiele für jeweils einen Monat. Für die beiden Standardmodelle wird der gesamte reguläre Vor-Ort-Kartenumsatz mit 1,39 Prozent berechnet. Bei Zahlungen Plus werden begünstigte Umsätze mit 0,79 Prozent, alle übrigen Umsätze im Modell mit 1,39 Prozent angesetzt; anschließend kommen 19 Euro Monatsgebühr hinzu. Die Beispielbeträge sind aus diesen veröffentlichten Tarifsätzen berechnet.

  • Bei 2.000 Euro Kartenumsatz kosten die Standardmodelle jeweils 27,80 Euro. Selbst wenn der gesamte Umsatz begünstigt ist, kostet Zahlungen Plus 34,80 Euro. Die mögliche Ersparnis bei den Transaktionen deckt die Monatsgebühr hier nicht.
  • Bei 4.000 Euro Kartenumsatz kosten beide Standardmodelle jeweils 55,60 Euro. Sind 50 Prozent des Umsatzes begünstigt, kostet Zahlungen Plus 62,60 Euro. Bei 80 Prozent sind es 55,40 Euro: Das Abo liegt dann lediglich 20 Cent vorn.
  • Bei 6.000 Euro Kartenumsatz beträgt die Standardgebühr jeweils 83,40 Euro. Zahlungen Plus kostet bei 30 Prozent begünstigtem Umsatz 91,60 Euro, bei 60 Prozent 80,80 Euro und bei 80 Prozent 73,60 Euro.
  • Bei 8.000 Euro Kartenumsatz kosten beide Standardmodelle jeweils 111,20 Euro. Für Zahlungen Plus ergeben sich bei 25 Prozent begünstigtem Umsatz 118,20 Euro, bei 50 Prozent 106,20 Euro und bei 75 Prozent 94,20 Euro.

Der Unterschied zwischen den Fällen liegt nicht in der Zahl der Kartenzahlungen, sondern in den Eurobeträgen je Gebührenklasse. Bei 6.000 Euro Umsatz und 80 Prozent begünstigten Karten werden 4.800 Euro zum niedrigeren Satz abgerechnet. Bei demselben Gesamtumsatz und nur 30 Prozent begünstigten Karten sind es 1.800 Euro. Der zusätzliche Rabatt auf diese Umsätze reicht im zweiten Fall nicht aus, um die feste Gebühr aufzuwiegen.

Warum der übrige Kartenumsatz die Rechnung verschiebt

Firmen-, Premium- und Nicht-EWR-Karten verteuern Zahlungen Plus im Vergleich zum Standardsatz nicht zusätzlich pro Zahlung: Im betrachteten Modell fallen für sie dieselben 1,39 Prozent an. Sie tragen aber auch nichts zur Deckung der Monatsgebühr bei. Steigt der Gesamtumsatz allein durch solche Karten, bleibt die Ersparnis des Abos unverändert.

Für einen Betrieb mit vielen Geschäftskunden oder internationaler Kundschaft kann deshalb selbst ein hoher Kartenumsatz wenig über den günstigeren Tarif aussagen. Umgekehrt kann ein niedrigerer Gesamtumsatz reichen, wenn fast alle Zahlungen mit begünstigten Verbraucherkarten erfolgen. Maßgeblich ist der monatliche Umsatz dieser Kartenart; der Anteil am Gesamtumsatz hilft nur, wenn der Gesamtbetrag zugleich bekannt ist.

Auch die Stabilität des Kartenmixes verändert die praktische Entscheidung. Ein rechnerischer Vorsprung von wenigen Cent, wie im Beispiel mit 4.000 Euro Umsatz und 80 Prozent begünstigten Karten, kann schon bei einer kleinen Verschiebung im nächsten Monat verschwinden. Bei 6.000 Euro Umsatz und demselben Kartenanteil beträgt der Abstand dagegen 9,80 Euro pro Monat. Die Rechnung zeigt damit sowohl die Gewinnschwelle als auch, wie viel Spielraum oberhalb dieser Schwelle tatsächlich bleibt.

Welcher Tarif für den Betrieb günstiger ist

Bleibt der begünstigte Monatsumsatz unter der rechnerischen Schwelle, sind SumUp Standard und PayPal Point of Sale bei den hier verglichenen laufenden Kartengebühren gleich teuer; Zahlungen Plus kostet mehr. Dann können der Preis des benötigten Lesegeräts, die Kassenfunktionen und die Einbindung in bestehende Abläufe den Ausschlag zwischen den Standardmodellen geben.

Liegt der begünstigte Umsatz dauerhaft und mit deutlichem Abstand über der Schwelle, spricht die Gebührenrechnung für Zahlungen Plus. Nahe an der Grenze ist die Entscheidung weniger eindeutig: Die feste Gebühr fällt auch in Monaten an, in denen weniger passende Karten genutzt werden. Für eine belastbare Wahl sollten Händler daher die begünstigten Euro-Umsätze mehrerer Monate betrachten und Firmen-, Premium- sowie Nicht-EWR-Karten getrennt davon halten.

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