Google Ads baut Videos aus Prompts – die Markenprüfung bleibt Handarbeit

Google hat Multimodal Video Creation in Asset Studio am 27. August 2026 für allgemein verfügbar erklärt. Das August-Update von Google Ads bestätigt einen durchgängigen Ablauf vom Storyboard zu horizontalen und vertikalen Werbevideos für das Demand-Gen-Inventar.
Seit dem 27. August ist die Funktion damit kein bloß angekündigter Test mehr, sondern regulär verfügbar. Auch MediaPost beschreibt die allgemeine Verfügbarkeit und die Produktion beider Ausrichtungen in einem Workflow. Eine automatische Freigabe von Markenauftritt, Werbeaussagen oder Pflichtangaben gehört jedoch nicht zum veröffentlichten Funktionsumfang.
Vier Stufen führen vom Briefing zur Kampagne

Der Produktionsweg beginnt mit Markenmaterial und einer Aufgabenbeschreibung, nicht zwingend mit fertigem Filmmaterial. Ein Detailbericht von Search Engine Land nennt Markenrichtlinien, Website-URL, Briefing und vorhandene statische Assets als mögliche Eingaben, gliedert den Ablauf in Markenverankerung, Konzeptentwicklung, Überarbeitung und Export und warnt zugleich davor, sich bei der Markenkonformität allein auf die Interpretation des Modells zu verlassen.
Aus den Eingaben erzeugt Gemini Omni zunächst Konzepte, Storyboards und bewegte Szenen. Weitere natürlichsprachliche Anweisungen können einzelne Szenen, Hintergründe, Voice-over, Tempo und Seitenverhältnis verändern. Frühere Anweisungen sollen dabei im Bearbeitungskontext erhalten bleiben, sodass das Video schrittweise weiterentwickelt werden kann.
Für Produktionsteams liegt der Zeitgewinn vor allem in dieser Verbindung der Arbeitsschritte: Varianten müssen nicht jeweils von Grund auf neu aufgebaut werden. Das Ergebnis eines Prompts ist dennoch eine neue Produktionsfassung und keine automatisch freigegebene Anzeige.
16:9 und 9:16 entstehen aus demselben Ausgangspunkt

Asset Studio kann eine Werbeidee als horizontales Video im Verhältnis 16:9 und als vertikale Fassung in 9:16 ausgeben. Die fertigen Assets lassen sich anschließend direkt in Demand Gen, Performance Max und weitere Kampagnen bei Google oder YouTube exportieren. Damit rücken Entwurf, Formatadaption und Kampagnenübergabe technisch enger zusammen.
Die gemeinsame Grundlage macht beide Fassungen jedoch nicht visuell gleichwertig. Ein Motiv, eine Texteinblendung oder eine Produkthandlung kann im Hochformat anders beschnitten und gewichtet werden als im breiten Video. Deshalb müssen beide Ausgaben separat auf Lesbarkeit, Blickführung und vollständig sichtbare Kernelemente geprüft werden.
Auch der direkte Export ist nur eine technische Übergabe. Er belegt weder die sachliche Richtigkeit eines Claims noch die Übereinstimmung mit internen Markenregeln oder die Freigabe für einen bestimmten Zielmarkt.
Die Markenprüfung bleibt ein eigener Produktionsschritt

Google stellt die Funktion als markenbewussten Generierungsprozess dar: Das Modell soll bereitgestellte Vorgaben zu visueller Identität und Tonalität bei der Szenenerzeugung berücksichtigen. Veröffentlicht ist aber weder eine Garantie für die fehlerfreie Umsetzung jeder Regel noch ein unabhängiger Prüfmechanismus für Claims und Pflichtangaben. Genau an dieser Grenze bleibt die menschliche Entscheidung notwendig.
Eine belastbare Freigabe sollte deshalb vier Bereiche getrennt abdecken:
- Markenidentität: Farben, Tonalität, Bildwelt, Produktdarstellung und verwendete Markenelemente müssen mit der freigegebenen Vorlage übereinstimmen.
- Claims und Pflichtangaben: Sprechertext, Texteinblendungen, Preise, Leistungsversprechen und Einschränkungen sind auf Belegbarkeit, Aktualität und Freigabe für den vorgesehenen Markt zu kontrollieren.
- Seitenverhältnisse: Die Fassungen in 16:9 und 9:16 benötigen jeweils eine Prüfung von Beschnitt, Lesbarkeit, Blickführung und Platzierung wesentlicher Inhalte.
- Gesamtqualität: Stimme, Aussprache, Timing, Szenenübergänge, Hintergrunddetails und Konsistenz zwischen den Varianten müssen abschließend gesichtet werden.
Dabei sollten Generierung, fachliche Kontrolle und endgültige Kampagnenfreigabe als getrennte Zuständigkeiten dokumentiert bleiben. Wird eine beanstandete Szene per Prompt korrigiert, entsteht eine neue Fassung, die erneut geprüft werden muss: Die Änderung kann neben dem gewünschten Detail auch Timing, Kontext oder andere Bildelemente beeinflussen.
Allgemeine Verfügbarkeit beantwortet nicht jede Produktfrage
Bestätigt sind die allgemeine Verfügbarkeit, die promptbasierte Bearbeitung, horizontale und vertikale Ausgaben sowie der direkte Kampagnenexport. Nicht näher ausgewiesen sind in den öffentlichen Angaben mögliche Unterschiede zwischen einzelnen Konten oder Märkten und detaillierte Grenzen der Generierung bei anspruchsvollen Marken- oder Freigabevorgaben.
Damit ist der neue Status klar, seine praktische Grenze aber ebenso: Asset Studio verkürzt den Weg vom Briefing zu mehreren kampagnenfähigen Formaten. Ob ein erzeugtes Video markenkonform, sachlich belastbar und tatsächlich veröffentlichungsreif ist, entscheiden weiterhin die verantwortlichen Teams.
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