Split Pay erhält 125 Mio. Dollar – der Kredit hat einen festen Aufpreis

Split Pay bestätigte am 10. September 2026 zwei aufeinanderfolgende Finanzierungsrunden unter Führung von Khosla Ventures. Zusammen belaufen sich Series A und Series B auf 125 Millionen Dollar; Thrive Capital und der PayPal-Mitgründer Max Levchin beteiligten sich ebenfalls, wie der Bericht von Refresh Miami festhält.
Die am 10. September bestätigte Finanzierung soll ein Modell ausbauen, bei dem Split Pay bis zu 50 Prozent einer großen Monatsrechnung für höchstens 30 Tage vorstreckt. Der Axios-Bericht vom 8. September nennt dafür eine Preisformel von 2 Prozent der gesamten Rechnung plus 10 Dollar monatlich. Der im Titel genannte feste Aufpreis ist damit keine unveränderliche Gesamtsumme: Fest stehen die Monatsgebühr und der Prozentsatz, während der Dollarbetrag mit der Rechnung steigt.
Die 125 Millionen Dollar stammen aus zwei Runden

Split Pay hat nicht eine einzelne Runde über 125 Millionen Dollar abgeschlossen. Von der Gesamtsumme entfallen 25 Millionen Dollar auf die im vergangenen Herbst geschlossene Series A und rund 100 Millionen Dollar auf die Series B, deren Umfang nach den veröffentlichten Angaben noch etwas wachsen könnte. Beide Runden wurden von Khosla Ventures angeführt.
Hinzu kommt eine Seed-Runde über 15 Millionen Dollar aus dem Jahr 2023. Diese frühere Finanzierung ist in den nun genannten 125 Millionen Dollar nicht enthalten. Wie hoch die Bewertung bei Series A und Series B ausfiel, wurde nicht offengelegt.
Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen Eigenkapital und Kreditmitteln: Die 125 Millionen Dollar bezeichnen die Finanzierung des Unternehmens, nicht automatisch den Kapitalpool, aus dem Kundenvorschüsse bezahlt werden. Die vorliegenden Veröffentlichungen erläutern nicht, welcher Anteil für Personal, Technik, Vertrieb oder die Finanzierung der Forderungen vorgesehen ist.
Split Pay finanziert höchstens die halbe Rechnung

Das Angebot richtet sich zunächst an Menschen mit großen, monatlich fälligen Zahlungen. Split Pay begleicht etwa eine Miet- oder Hypothekenzahlung vollständig zum Fälligkeitstermin; der Kunde kann bis zu 50 Prozent des Betrags spätestens 30 Tage später zurückzahlen. Als weitere mögliche Rechnungsarten werden Auto- und Studienkreditzahlungen genannt.
Ökonomisch handelt es sich um einen kurzfristigen Kredit und nicht um einen Zahlungsaufschub des Vermieters oder Kreditgebers. Split Pay zahlt den aufgeschobenen Anteil zunächst aus und übernimmt bis zur Rückzahlung das Ausfallrisiko. Laut den veröffentlichten Konditionen werden weder Verzugsgebühren noch ausdrücklich als Zinsen bezeichnete Beträge berechnet; wer nicht zurückzahlt, soll den Dienst anschließend nicht mehr nutzen können.
Die Laufzeit ist kurz, doch die Kosten beziehen sich nicht nur auf das geliehene Geld. Die prozentuale Gebühr wird auf die gesamte Monatsrechnung berechnet, obwohl der Vorschuss höchstens die Hälfte davon ausmacht. Deshalb unterschätzt die isolierte Angabe von 2 Prozent die relative Belastung des tatsächlich finanzierten Betrags.
Aus 2 Prozent werden im Beispiel 5 Prozent

Bei einer beispielhaften Monatsrechnung über 2.000 Dollar beträgt die prozentuale Gebühr 40 Dollar. Nutzt ein Kunde den maximalen Vorschuss von 1.000 Dollar, kommen 10 Dollar Monatsentgelt hinzu. Die Finanzierung kostet für einen Zeitraum von bis zu 30 Tagen somit insgesamt 50 Dollar.
Bezogen auf die tatsächlich vorgestreckten 1.000 Dollar entsprechen die 50 Dollar 5 Prozent für diesen Nutzungszeitraum. Das Ergebnis ist eine Verhältnisrechnung, kein ausgewiesener effektiver Jahreszins. Eine einfache Hochrechnung auf zwölf Monate wäre ohne genaue Angaben zur wiederholten Nutzung, zur Abrechnung des Abonnements und zu den jeweiligen Rückzahlungszeitpunkten nicht belastbar.
Je kleiner der Vorschuss im Verhältnis zur Rechnung ausfällt, desto höher wird die relative Belastung. Bei derselben Rechnung über 2.000 Dollar, aber nur 500 Dollar Vorschuss, bleiben die Kosten nach der genannten Formel bei 50 Dollar. Sie entsprechen dann 10 Prozent des für höchstens 30 Tage bereitgestellten Betrags.
Wachstum und KI-Underwriting sind noch nicht belegt
Split Pay verbindet die Finanzierungsnachricht mit der Behauptung, innerhalb von zwölf Monaten um den Faktor 70 gewachsen zu sein. Der Unternehmensbeitrag zur Finanzierungsrunde nennt jedoch weder den Ausgangswert noch die zugrunde liegende Kennzahl. Offen bleibt damit, ob sich die Angabe auf registrierte Mitglieder, aktive Kunden, Kreditvolumen, Umsatz oder eine andere Größe bezieht.
Auch die Aussage zum KI-gestützten Underwriting ist bislang eine Unternehmensthese. Mitgründer und CEO Andrew Borovsky erklärte, Split Pay habe zwei Jahre an einem eigenen Modell mit Schwerpunkt auf Menschen unter 40 gearbeitet. Öffentlich zugängliche Vergleichsdaten, die bessere Kreditentscheidungen gegenüber herkömmlichen Verfahren zeigen, enthalten die geprüften Veröffentlichungen nicht.
Insbesondere fehlen vergleichbare Ausfallquoten, Angaben zur Zusammensetzung einer Testgruppe und eine externe Validierung des Modells. Die abgeschlossenen Finanzierungsrunden belegen daher die Unterstützung der Investoren, aber nicht die behauptete Qualität der Risikoprüfung. Bestätigt sind die Gesamtsumme, die Führung beider Runden durch Khosla Ventures und die berichtete Preisformel; belastbare Leistungs- und Kreditqualitätsdaten stehen noch aus.
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