sevdesk oder Lexware Office: Vier Euro lösen die Buchhaltungsfrage nicht

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit
sevdesk oder Lexware Office: Vier Euro lösen die Buchhaltungsfrage nicht

Für Buchhaltung mit EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung kostet sevdesk Buchhaltung regulär 25,90 Euro und Lexware Office L 21,90 Euro netto im Monat bei monatlicher Zahlung: vier Euro Unterschied. Wer allein arbeitet und diese Funktionen benötigt, fährt mit Lexware Office L beim regulären Monatsabo günstiger.

Für ein Team oder einen Betrieb mit eigener Lohnabrechnung entscheidet der Grundpreis die Wahl dagegen selten allein. Zusätzliche Zugänge, das Lohnmodul, der Arbeitsablauf mit der Steuerkanzlei und die Bindung an einen Vertrag verändern die Rechnung. Auch der spätere Export verdient Aufmerksamkeit, wenn bereits Buchungsdaten und Belegbilder im Programm liegen.

Warum die Einstiegstarife der falsche Maßstab sind

Die günstigeren Stufen lösen andere Aufgaben. sevdesk bietet einen kostenlosen Tarif für ein kleines Rechnungsvolumen und den Tarif Rechnung für Angebote und Ausgangsrechnungen. Lexware Office S dient vor allem der Belegerfassung und Archivierung; M ergänzt Angebote und Rechnungen. Wer laufende Buchhaltung samt EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung selbst erledigen will, landet bei sevdesk Buchhaltung oder Lexware Office L.

Auch auf dieser Stufe sind die Pakete nicht deckungsgleich. sevdesk Buchhaltung umfasst unter anderem Bankanbindung, Belegerfassung und die Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER. Lexware Office L enthält Buchhaltung und Steuerfunktionen. Für eine eigene Programmierschnittstelle ist bei sevdesk Buchhaltung Pro und bei Lexware Office XL erforderlich. Deshalb sollte die benötigte Funktion zuerst feststehen und erst danach der passende Tarifpreis verglichen werden.

Solo-Dienstleister: Die Zahlweise verkleinert den Abstand

Für einen Solo-Dienstleister ohne zusätzliche Benutzer ergeben die regulären Monatsabos rechnerisch 310,80 Euro netto pro Jahr bei sevdesk Buchhaltung und 262,80 Euro bei Lexware Office L. Die Differenz beträgt 48 Euro im Jahr. Diese Rechnung setzt voraus, dass der Dienstleister weder eine Funktion aus den höheren Tarifen noch ein zusätzliches Modul benötigt.

Bei jährlicher Abbuchung weist sevdesk für Buchhaltung einen regulären Monatswert von 22,90 Euro aus, also 274,80 Euro für das Jahr. Gegenüber zwölf Monaten Lexware Office L sinkt der rechnerische Abstand damit auf 12 Euro. Für eine Bindung über zwei Jahre zeigt sevdesk einen noch niedrigeren Monatswert von 19,90 Euro, bucht aber für diesen Zeitraum ab; Lexware Office bezeichnet seine Tarife als monatlich kündbar. Der niedrigere Wert einer längeren Laufzeit ist deshalb eine andere Vertragsentscheidung. Befristete Einstiegsrabatte beider Anbieter sind aus diesen Rechnungen ausgeklammert.

Agentur: Mehr Zugänge erhöhen die Kosten bei sevdesk

Wenn in einer Agentur drei Personen selbst im Buchhaltungsprogramm arbeiten, benötigt sevdesk zusätzlich zum enthaltenen Zugang weitere Benutzer. Der Tarifvergleich von Softwarebegleiter beziffert sevdesk Buchhaltung für diese Konstellation auf 37,11 bis 37,70 Euro netto im Monat; die Spanne hängt davon ab, wie der Administrator bei der Rabattstaffel gezählt wird. Weitere Benutzer kosten bei Lexware Office nach diesem Vergleich keinen Aufpreis.

Auf ein Jahr mit monatlicher Abrechnung gerechnet sind das für die Agentur 445,32 bis 452,40 Euro bei sevdesk gegenüber 262,80 Euro für Lexware Office L. Die Zugänge allein beschreiben allerdings noch nicht die Zusammenarbeit: Bei sevdesk lassen sich zusätzliche Nutzer mit definierten Rechten einrichten. Die Agentur muss deshalb auch klären, wer Rechnungen erstellt, Belege erfasst und Einblick in Buchungen erhalten soll. Benötigt sie etwa eine Funktion aus einem höheren Tarif, verschiebt sich die Rechnung erneut.

GmbH: Das Lohnmodul gehört in die Gesamtrechnung

Für eine GmbH, die ihre Löhne selbst abrechnet, bietet Lexware Office das optionale Modul Lohn & Gehalt. In der Preisstufe für bis zu zwei Beschäftigte kostet es regulär 12,90 Euro netto im Monat. Zusammen mit Office L ergibt das 34,80 Euro im Monat oder 417,60 Euro für zwölf Monate. Die Personalkosten werden laut Funktionsbeschreibung des Anbieters anschließend in der Buchhaltung verbucht; bei weiteren Beschäftigten muss die passende Preisstufe des Moduls gesondert ermittelt werden.

Für sevdesk Buchhaltung ergeben zwölf regulär abgerechnete Monate 310,80 Euro. Eine eigene Lohnabrechnung ist in den gegenübergestellten sevdesk Tarifen nicht enthalten, sodass für die GmbH ein weiterer Dienst oder die Kanzlei hinzukommt. Dessen Kosten lassen sich ohne konkretes Angebot nicht seriös in denselben Jahresbetrag einsetzen. Auch der Jahresabschluss ist eine eigene Aufgabe: Eine EÜR-Funktion beantwortet nicht, wer Bilanz und Abschluss der GmbH erstellt und welche Daten die Kanzlei dafür erhält.

Kanzleiablauf und API können den passenden Tarif ändern

Beide Programme bieten Wege, Buchungsdaten und Belegbilder für die Steuerkanzlei bereitzustellen. Entscheidend ist, ob die Kanzlei selbst Buchungen übernimmt, nur Belege benötigt oder mit bereits zugeordneten Bankumsätzen arbeitet. Diese Zuständigkeit bestimmt, welche Daten übergeben werden und wie viel Nacharbeit anfällt. Beim Einsatz von Lexware Office kann der Ablauf mit der Steuerkanzlei daher wichtiger sein als der geringe Abstand der Grundtarife.

Eine geplante Anbindung eigener Systeme verschiebt den Preisvergleich auf sevdesk Buchhaltung Pro mit regulär 34,90 Euro und Lexware Office XL mit 32,90 Euro netto im Monat. Bei zwölf Monaten monatlicher Zahlung ergeben sich 418,80 beziehungsweise 394,80 Euro. Vor der Tarifentscheidung zählt dann, ob die jeweilige API genau die benötigten Daten und Aktionen unterstützt. Kosten für Partnerintegrationen und Arbeiten der Kanzlei sind in diesen Abobeträgen nicht enthalten.

Was ein Export über den späteren Wechsel verrät

Die sevdesk-Anleitung zum Export beschreibt ZIP-Dateien mit einem DATEV-kompatiblen Buchungsstapel, Stammdaten und Belegbildern. Der Buchungsstapel enthält die für den Export ausgewählten Buchungssätze; die Stammdaten beziehen sich auf Kontakte im gewählten Zeitraum. Damit lässt sich konkret feststellen, welche Dateien für einen abgeschlossenen Beispielmonat bereitstehen. Eine unveränderte Übernahme der gesamten Historie in ein anderes Programm folgt daraus noch nicht.

Die Lexware-Anleitung für manuelle Exporte unterscheidet Belegbilder mit Buchungsvorschlag, einen Buchungsstapel ohne Bilder sowie Buchungsstapel und Belegbilder zusammen. Sie empfiehlt, den Datenbedarf mit der Kanzlei abzustimmen und Belege sowie Bankumsätze vor der Übergabe zuzuordnen; bucht die Kanzlei das Bankkonto selbst, kann der Ablauf anders aussehen. Für einen Wechsel ist deshalb ein kleiner Import im Zielsystem aussagekräftiger als die bloße Existenz eines Exportknopfs: Kontakte, Buchungen, Belegbilder und Bankzuordnungen müssen dort so ankommen, dass Betrieb und Kanzlei weiterarbeiten können.

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