Pipedrive oder Salesforce: Ab 25 Euro beginnt erst die echte Kostenfrage

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit| 4
Pipedrive oder Salesforce: Ab 25 Euro beginnt erst die echte Kostenfrage

Für ein Vertriebsteam mit klarer Deal-Pipeline ist Pipedrive meist die einfachere Wahl; Salesforce bietet mehr Spielraum für umfassend angepasste Daten und Prozesse. Die deutsche Sales-Preisliste von Salesforce nennt eine kostenlose Suite und die kostenpflichtige Starter Suite für 25 Euro pro Nutzer und Monat, mit E-Mail-Synchronisierung und integrierten Flows. Laut Pipedrives Euro-Preisliste kosten Lite 14 Euro, Growth mit E-Mail-Synchronisierung und Automationen 39 Euro, Premium 59 Euro und Ultimate 79 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung; Smart Docs wird als Add-on ab 32,50 Euro angeboten.

Die günstigere Lizenz ist damit noch keine Antwort auf die Kostenfrage. Wer Angebote im CRM erstellt, eine API oder eine getrennte Testumgebung braucht, muss andere Tarifstufen und Zusätze einrechnen. Hinzu kommt die Zeit für Rechte, Datenpflege und Änderungen an Automationen. Für Teams in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz ist deshalb der benötigte Funktionsumfang die sinnvollere Vergleichsbasis als der jeweils niedrigste beworbene Preis.

Welche Funktionen sind im passenden Einstiegstarif enthalten?

Pipedrive Lite deckt Leads, Kontakte, Termine und anpassbare Pipelines ab. Growth ist die passende Ausgangsbasis, wenn E-Mails vollständig mit dem CRM synchronisiert und wiederkehrende Aufgaben automatisiert werden sollen. Wer lediglich Verkaufschancen durch feste Phasen führt, benötigt diese Erweiterung möglicherweise nicht. Wer dagegen Korrespondenz am Deal sehen und Nachfassaktionen auslösen will, würde mit einem Vergleich von Lite und Salesforce Starter seinen tatsächlichen Bedarf zu niedrig ansetzen.

Salesforce Starter vereint Vertrieb, Service, Marketing und Commerce in einer Suite. Die enthaltenen E-Mail- und Flow-Funktionen machen Starter jedoch nicht automatisch gleichwertig mit Pipedrive Growth: Maßgeblich ist, ob die benötigten Regeln, Berichte und Anpassungen in der jeweiligen Edition möglich sind. Salesforce Pro Suite erweitert Automatisierung und Anpassung und umfasst auch Angebotserstellung und Prognosen. Der Sprung auf diesen Tarif verändert die Rechnung erheblich, sobald Angebote direkt im CRM entstehen sollen.

Bei Pipedrive ist ein technischer Anschluss nicht erst höheren Tarifen vorbehalten: Die Funktionsübersicht der aktuellen Pläne führt API-Zugriff und Webhooks bereits für Lite auf. Sie ordnet E-Mail-Synchronisierung und Automationen Growth zu; Smart Docs ist in Lite und Growth ein kostenpflichtiges Add-on und ab Premium enthalten. Diese Unterschiede sind für Teams mit vorhandenen Systemen oder einem festen Angebotsprozess relevanter als die Länge einer allgemeinen Funktionsliste.

Was ergeben die Lizenzen für fünf, 20 und 50 Nutzer?

Pipedrive Growth und Salesforce Starter Suite im Kostenvergleich für fünf, 20 und 50 Nutzer.

Die folgende Modellrechnung multipliziert die veröffentlichten Preise je Nutzer mit der Teamgröße. Sie zeigt Monatswerte bei jährlicher Zahlung, keine monatlich kündbaren Verträge. Steuern, Rabatte, Einführung und zusätzliche Produkte bleiben zunächst außen vor. Das erste Szenario setzt E-Mail-Synchronisierung und Automationen voraus und vergleicht Growth mit Starter; das zweite verwendet für Angebote Premium und Pro Suite.

  • Fünf Nutzer: Growth ergibt 195 Euro und Starter 125 Euro pro Monat. Für das Angebotsszenario ergeben Premium und Pro Suite 295 beziehungsweise 500 Euro.
  • 20 Nutzer: Growth ergibt 780 Euro und Starter 500 Euro. Premium und Pro Suite liegen bei 1.180 beziehungsweise 2.000 Euro.
  • 50 Nutzer: Growth ergibt 1.950 Euro und Starter 1.250 Euro. Premium und Pro Suite liegen bei 2.950 beziehungsweise 5.000 Euro.

Diese Beträge sind Lizenzkosten, keine vollständigen Betriebskosten. Ein transparentes Rechenmodell ergänzt die monatlichen Stunden für Nutzerverwaltung, Datenqualität, Regeln und Integrationen sowie einen internen Stundensatz. Als rein hypothetische Annahme können 60 Euro je Stunde gelten: Bei fünf, 20 und 50 Nutzern fallen für Pipedrive beispielhaft zwei, vier und acht Stunden an, für Salesforce vier, acht und 16 Stunden. Daraus werden im Angebotsszenario 415, 1.420 und 3.430 Euro für Pipedrive sowie 740, 2.480 und 5.960 Euro für Salesforce pro Monat. Die Stunden sind weder Testergebnisse noch zugesicherte Produkteigenschaften.

Der Nutzen dieser Annahme liegt in ihrer Austauschbarkeit. Brauchen beide Systeme gleich viel Pflege, entfällt der angenommene Unterschied beim Verwaltungsaufwand. Werden eigene Objekte, Freigaben und Integrationen regelmäßig geändert, kann er größer ausfallen. Einrichtung und Migration sollten getrennt als Kosten des ersten Jahres erscheinen, während wiederkehrende Betreuung in den laufenden Monatswert gehört. Pipedrive berechnet seine jährlichen Pläne als Jahresbetrag im Voraus; ein Monatswert allein beschreibt daher nicht den Zahlungszeitpunkt.

Wann verteuern Angebote, API und Sandbox das CRM?

Pipedrive und Salesforce unterscheiden sich bei den Tarifstufen für API-Zugriff und Sandbox.

Für Angebote bietet Pipedrive zwei Wege: Growth mit Smart Docs oder Premium mit eingeschlossener Dokumentfunktion. Die Smart-Docs-Anleitung von Pipedrive beschreibt die Erstellung von Angeboten und Verträgen aus Deal-Daten sowie das Add-on für Growth. Unter der ausdrücklichen Modellannahme, dass der beworbene Add-on-Einstiegspreis einmal für das Team anfällt, läge Growth mit Smart Docs bei fünf, 20 und 50 Nutzern rechnerisch bei mindestens 227,50, 812,50 und 1.982,50 Euro pro Monat. Die tatsächlichen Add-on-Konditionen und der benötigte Umfang an Signaturen gehören in das konkrete Angebot.

Premium wird interessanter, wenn zusätzlich mehrere E-Mail-Konten, Pflichtfelder, differenzierte Berechtigungen oder Berichte über eigene Felder gebraucht werden. Wer eine Sandbox für Änderungen an Setups und Workflows verlangt, landet bei Pipedrive bei Ultimate. Für fünf, 20 und 50 Nutzer ergeben sich daraus 395, 1.580 und 3.950 Euro monatliche Lizenzwerte. Der Editionssprung ist also an eine konkrete Anforderung gebunden, nicht an die bloße Größe des Vertriebsteams.

Bei Salesforce kostet die Webservices-API in Pro Suite zusätzlich 25 Euro pro Nutzer und Monat. Pro Suite samt API ergibt damit 125 Euro je Nutzer oder 625, 2.500 und 6.250 Euro für die drei Modellteams. Die höher angesetzte Core-Edition enthält laut Preismatrix eine Sandbox mit beschränktem Funktionsumfang. Für sie ergeben sich 975, 3.900 und 9.750 Euro monatlich. API-Zugriff und Sandbox sind unterschiedliche Anforderungen: Ein Team sollte nur die Erweiterung kalkulieren, die seine Integration oder seinen Änderungsprozess tatsächlich verlangt.

Für die DACH-Kalkulation ist außerdem wichtig, was der ausgewiesene Euro-Betrag umfasst. Pipedrive kennzeichnet seine Preise als Beträge ohne Mehrwertsteuer; bei Salesforce hängen Vertrags- und Zahlungsbedingungen vom gewählten Produkt ab. Die Modellwerte eignen sich deshalb zum Vergleich der veröffentlichten Tarife, während ein Budget auf den Konditionen des angebotenen Vertrags beruhen muss.

Wie viel Anpassung rechtfertigt die größere Plattform?

Pipedrive spielt seine Stärke bei einem gut sichtbaren, eng geführten Verkaufsprozess aus. Im Praxistest von TechRadar erwiesen sich die visuelle Pipeline und das Einrichten von Workflows als leicht zugänglich; der Autor schätzt Salesforce für eigene Objekte und komplexe Logik als leistungsfähiger ein. Das ist eine qualitative Einschätzung, keine gemessene Zeitersparnis oder Betriebskostenstudie für beliebige Unternehmen.

Ein Team, das vor allem Deals verfolgt und überschaubare Regeln automatisiert, erhält mit Pipedrive einen fokussierten Arbeitsablauf. Salesforce wird eher dann interessant, wenn mehrere Bereiche gemeinsame Datenstrukturen, eigene Objekte, abgestufte Rechte und umfangreiche Prozesslogik brauchen. Mit dieser Flexibilität wächst auch die Aufgabe, Änderungen zu entwerfen, zu testen und dauerhaft zu betreuen. Wer diese Arbeit in der Kostenrechnung sichtbar macht, kann den niedrigeren Einstiegspreis von der wirtschaftlich passenden Lösung unterscheiden.

Lesen Sie auch:

Teilen:

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Nachrichten zu Web3, KI und Krypto direkt in Ihren Posteingang.

0