kDrive oder Proton Drive: 3 TB treffen auf Ende-zu-Ende-Schutz

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit| 2
kDrive oder Proton Drive: 3 TB treffen auf Ende-zu-Ende-Schutz

Wer in der Schweiz für eine Person viel Cloud-Speicher sucht, findet bei kDrive Solo 3 TB für CHF 4.99 pro Monat im Jahresabo, ohne Mehrwertsteuer. Wer vorrangig verhindern will, dass der Speicherdienst Dateiinhalte lesen kann, ist mit Proton Drive besser bedient. Die Schweizer Herkunft beider Anbieter beantwortet diese Frage nicht: Entscheidend ist, wer die Schlüssel zum Entschlüsseln besitzt.

Die Preisliste von Proton führt Drive Plus mit 200 GB für 4,99 US-Dollar, Duo mit 2 TB für 19,99 US-Dollar und Family mit 3 TB für 29,99 US-Dollar auf, jeweils bei monatlicher Zahlung. Die Tarife bieten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung; für größere Bestände verlangt Proton jedoch einen deutlichen Tarifsprung. kDrive Solo ist damit der naheliegende Kapazitätstarif für eine Person, Proton Drive die Wahl bei höherem Anspruch an die Vertraulichkeit der Dateien.

Was der benötigte Speicher tatsächlich kostet

Die folgende eigene Rechnung verwendet die veröffentlichten Preise vom 29. Oktober 2026 und unterstellt zwölf Monate Nutzung ohne Aktionen oder zusätzliche Produkte. Bei kDrive gilt der Monatspreis eines Jahresabos in Schweizer Franken, ausdrücklich ohne Mehrwertsteuer. Bei Proton werden zwölf Zahlungen zum angezeigten US-Dollar-Monatspreis addiert. Ein verbindlicher CHF-Endpreis für einen Schweizer Proton-Checkout einschließlich möglicher Steuern liegt damit nicht vor; Beträge in den beiden Währungen sind kein direkter Preisvergleich.

  • 200 GB, eine Person: Proton Drive Plus deckt diesen angenommenen Bedarf genau ab. Zwölf Monatszahlungen ergeben 59,88 US-Dollar. kDrive Solo kostet im Jahresabo rechnerisch 59,88 CHF ohne Mehrwertsteuer und bietet erheblich mehr Platz, als in diesem Szenario genutzt wird. Wer nur einen kleinen Bestand vertraulicher Dateien unterbringen möchte, gewinnt durch die zusätzliche Kapazität allein wenig.
  • 1 TB, eine Person: kDrive Solo deckt den angenommenen Bedarf für 59,88 CHF ohne Mehrwertsteuer im Jahr. Unter den betrachteten Proton-Privattarifen ist Duo mit seinem gemeinsamen Kontingent von 2 TB die nächstgrößere passende Option; zwölf Monatszahlungen ergeben 239,88 US-Dollar. Der Tarif erlaubt mehrere Konten, auch wenn hier nur eine Person Speicher benötigt.
  • 3 TB, eine Person oder Familie: kDrive Solo erreicht den Bedarf mit seinem gesamten Kontingent für 59,88 CHF ohne Mehrwertsteuer im Jahr, bleibt aber auf ein Nutzerkonto begrenzt. Proton Family stellt das Kontingent für mehrere Konten bereit und kostet bei zwölf Monatszahlungen rechnerisch 359,88 US-Dollar. Wer getrennte Zugänge für Angehörige braucht, vergleicht deshalb unterschiedliche Nutzungsmodelle und nicht bloß gleich große Speicherpakete.

Bei vollständig belegtem Kontingent kostet kDrive Solo rechnerisch rund CHF 1.66 je gebuchtem TB und Monat ohne Mehrwertsteuer; bei Proton Family sind es rund 10 US-Dollar je gebuchtem TB und Monat vor einem möglichen Aufschlag im Checkout. Diese Kennzahl setzt volle Auslastung voraus. Bei einem kleinen Datenbestand zählt stärker, was das passende Abo insgesamt kostet und welche Schutzfunktion es dafür liefert.

Verschlüsselung und Schweizer Datenstandort

Proton Drive schützt gespeicherte Fotos Ende zu Ende; kDrive beschreibt eine Verschlüsselung auf seinen Servern.

Proton Drive verschlüsselt Dateien auf dem Gerät, bevor sie hochgeladen werden. Auch Datei- und Ordnernamen sind Ende zu Ende geschützt; berechtigte Empfänger erhalten Zugriff über die Freigabe, Proton selbst besitzt keinen Schlüssel zum Lesen der Inhalte. Für vertrauliche Arbeitsunterlagen ist das ein konkreter Vorteil. Die Kehrseite liegt bei der Kontowiederherstellung: Der Schutz der eigenen Zugangsdaten und Wiederherstellungswege wird wichtiger, wenn der Anbieter die Dateien nicht selbst entschlüsseln kann.

Die kDrive-FAQ von Infomaniak beschreibt die Verschlüsselung auf eigenen Servern in Genf und einen Tresor mit eigenem Schlüssel als geplante Funktion; beim Solo-Kontingent nennt sie an verschiedenen Stellen widersprüchlich 2 und 3 TB. Für die Kostenrechnung gilt der ausdrücklich bepreiste Solo-Tarif. Eine standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des gesamten kDrive-Speichers lässt sich aus der Serververschlüsselung nicht ableiten.

Der Datenstandort und das Schlüsselmodell lösen verschiedene Probleme. Ein Schweizer Rechenzentrum macht den Speicherort nachvollziehbar, beschränkt aber für sich genommen nicht den technischen Zugriff des Betreibers auf lesbare Inhalte. Umgekehrt bedeutet die Schweizer Herkunft von Proton nicht, dass jede Verarbeitung ausschließlich in der Schweiz stattfindet. Wer einen strikt schweizerischen Speicherort verlangt, sollte diese Anforderung getrennt von der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bewerten.

Zusammenarbeit, Wiederherstellung und Geräte

kDrive Solo lässt Dateien teilen und Office-Dokumente gemeinsam bearbeiten, ist als eigener Drive aber auf ein Nutzerkonto ausgelegt. Für getrennte Konten mit gemeinsamen Ordnern und verwaltbaren Rechten sieht Infomaniak Team- und Pro-Angebote vor. Proton bietet geteilte Dateien sowie gemeinsame Arbeit in Docs und Sheets; Duo und Family verteilen ihr Kontingent auf mehrere Konten. Ein Familienabo ist deshalb nicht dasselbe wie ein einzelner, von allen gemeinsam verwalteter Ordnerbestand.

Beide Dienste bieten Papierkorb und frühere Dateiversionen. Das hilft nach versehentlichem Löschen oder Überschreiben, ersetzt aber keine getrennte Sicherung wichtiger Originale: Eine Synchronisations-App überträgt lokale Änderungen und Löschungen auf andere Geräte. Für laufende gemeinsame Arbeit ist das erwünscht; für ein Archiv, das von späteren Fehlern unberührt bleiben soll, ist es eine andere Funktion als ein unabhängiges Backup.

Bei den Geräten hat kDrive für Linux-Nutzer einen praktischen Vorsprung: Neben Windows und macOS gibt es eine Linux-App zur automatischen Ordnersynchronisation. Unter Linux fehlen allerdings einige Komfortfunktionen; Infomaniaks offizieller Support gilt nur für bestimmte Ubuntu-Desktop-Umgebungen. Proton bietet grafische Desktop-Apps für Windows und macOS sowie mobile Apps für iOS und Android. Unter Linux stehen Browserzugang und eine Kommandozeile zur Verfügung, bislang aber keine entsprechende grafische Sync-App. Für jemanden, der regelmäßig lokale Projektordner unter Linux abgleicht, ist dieser Unterschied wichtiger als eine bloße Liste unterstützter Betriebssysteme.

Was die unabhängigen Leistungstests zeigen

Viele kleine Dateien verlangsamten den Upload von Proton Drive im unabhängigen Praxistest.

Im Praxistest des F.A.Z. Kaufkompass erreichte eine einzelne 8-GB-Datei an einem Anschluss mit 400 Mbit/s Upload höchstens 32 MB/s beim Hochladen und rund 85 MB/s beim Herunterladen; ein Paket aus 1.000 kleinen Dateien kam beim Upload auf 18 MB/s. Das sind Messwerte dieser Testumgebung, keine allgemeine Geschwindigkeit des Dienstes und kein direkter Messvergleich mit kDrive. Viele kleine Dateien beanspruchen bei Proton zusätzlich die lokale Verschlüsselung jedes Elements, was einen großen Erst-Upload spürbar verlängern kann.

Die Zusammenfassung der Stiftung Warentest zu Untersuchungen französischer und belgischer Partner sieht Proton Drive und kDrive Solo bei Sicherheit und Datenschutz stark, aber mit Schwächen bei Übertragungstempo und Backup-Funktionen. Die Partner gewichten ihre Kriterien unterschiedlich; ihre Gesamtplatzierungen liefern deshalb keine gemeinsame Rangliste für Schweizer Nutzer. Bei den mobilen Apps fiel kDrive unter iOS schwächer aus, während beide Angebote unter Android besser bewertet wurden.

Für große Foto- und Videoarchive mit einem Konto spricht der belegte Speicherpreis für kDrive Solo, besonders wenn eine Linux-Synchronisation gebraucht wird. Bei sensiblen Dateien entscheidet Protons Schutz der Inhalte und Namen vor dem Zugriff des Betreibers. Wer häufig viele kleine Dateien hochlädt, sollte dabei die gemessenen Verzögerungen und die Grenzen der App-Funktionen in die Wahl einbeziehen; aus den veröffentlichten Tests lässt sich keine feste Übertragungszeit für die eigene Leitung berechnen.

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