Grafana Cloud oder Datadog: Kardinalität trifft auf Hostpreise

|Autor: QUASA-Redaktion|7 Min. Lesezeit| 1
Grafana Cloud oder Datadog: Kardinalität trifft auf Hostpreise

Grafana Cloud kann für SRE- und Plattformteams günstiger sein, wenn sie die Zahl aktiver Metrikserien und die Abtastrate begrenzen. Bei Datadog bilden Hosts den Ausgangspunkt der Infrastruktur- und APM-Rechnung; Logs, zusätzliche Custom Metrics und indexierte Spans können hinzukommen. Welche Wahl günstiger ist, hängt deshalb vom konkreten Workload und vom benötigten Funktionsumfang ab.

Die vier folgenden Profile sind bedingte Modellrechnungen, keine Kundenrechnungen. Sie verwenden monatliche Listenpreise in US-Dollar und legen Hosts, aktive Serien, Datenpunkte pro Minute (DPM), Log- und Trace-Volumen sowie indexierte Ereignisse offen. Jahresbindung, Aufbewahrungsdauer, Mengenrabatte und zusätzliche Produkte beeinflussen eine tatsächliche Rechnung.

Welche Einheiten werden abgerechnet?

Die Preise von Grafana Cloud nennen für Pro eine Plattformgebühr von 19 US-Dollar im Monat mit 10.000 aktiven Metrikserien und einem Einstiegssatz von 6,50 Dollar je 1.000 zusätzlichen Serien; für Logs und Traces beginnen die Sätze bei 0,05 Dollar je verarbeitetem und 0,40 Dollar je geschriebenem GB. Application Observability beginnt bei 0,025 Dollar je Hoststunde. Die Plattformgebühr gilt für den Pro-Plan, nicht gesondert für jedes dieser Produkte.

Die Datadog-Preise nennen bei Jahresabrechnung 15 Dollar je Infrastructure-Pro-Host und 31 Dollar je APM-Host mit Infrastructure Monitoring; eigenständiges APM kostet 36 Dollar je Host. Für Logs stehen 0,10 Dollar je eingelesenem GB sowie 1,70 Dollar je Million indexierter Ereignisse bei 15 Tagen und 2,50 Dollar bei 30 Tagen Aufbewahrung. APM umfasst je Host monatlich 150 GB eingelesene und eine Million indexierte Spans; zusätzliche indexierte Spans kosten bei 15 Tagen 1,70 Dollar je Million. Infrastructure Pro enthält ein Kontingent für Custom Metrics und Container, deren Überschreitung weitere Kosten auslösen kann.

Eine aktive Grafana-Serie lässt sich nicht unmittelbar in eine Datadog Custom Metric umrechnen. Welche Datadog-Metriken als zusätzlich abrechenbar gelten, hängt von ihrer Herkunft und dem gebuchten Kontingent ab. Die Beispiele setzen dort keinen Aufschlag an; ohne diese Zuordnung wäre ein genauer Betrag erfunden.

Kleine VM-Flotte: Aufbewahrung verändert den Vergleich

Bedingte Last: vier durchgehend aktive virtuelle Maschinen, 8.000 aktive Serien mit einem Messpunkt je Minute, also 8.000 DPM; monatlich 20 GB Logs, davon eine Million bei Datadog indexierte Ereignisse. Traces und indexierte Spans fallen nicht an. Diese Last liegt innerhalb der genannten kostenlosen Grafana-Grenzen für Metriken und Logs, sofern deren kürzere Aufbewahrung genügt.

Datadogs kostenlose Infrastrukturstufe umfasst bis zu fünf Hosts, bewahrt Metriken jedoch nur einen Tag auf; die Logs sind separat zu rechnen. Für die angenommenen Logs ergeben die Listenpreise 2 Dollar für Ingest und 1,70 Dollar für 15 Tage Indexierung. Soll die Flotte mit Infrastructure Pro überwacht werden, kommen 60 Dollar für die vier Hosts hinzu: zusammen 63,70 Dollar ohne mögliche Custom-Metrics-Aufschläge.

Grafana Pro beginnt für dieselbe Last bei 19 Dollar, weil Serien und Logvolumen innerhalb der enthaltenen Mengen bleiben. Die Tarife bieten dabei unterschiedliche Historien: Grafana nennt für Pro 13 Monate Metrik- und 30 Tage Logaufbewahrung, Datadog für Infrastructure Pro 15 Monate Metrikaufbewahrung; die berechnete Logindexierung läuft dort 15 Tage. Gerade bei einer kleinen Flotte entscheidet diese Anforderung stärker als die Hostzahl.

Kubernetes: Gleiche Hosts, mehr abrechenbare Messpunkte

Bei derselben Kubernetes-Hostzahl erhöhen mehr Metrikserien und ein kürzeres Abtastintervall die für Grafana Cloud relevante Nutzung.

Bedingte Last: 80 Hosts, 160.000 aktive Serien und ein Messpunkt je Serie und Minute, also 160.000 DPM. Dazu kommen monatlich 100 GB eingelesene und geschriebene Logs, von denen Datadog zehn Millionen Ereignisse für 15 Tage indexiert; Traces und indexierte Spans entfallen. Angenommen sind höchstens so viele Container und Custom Metrics, wie der Datadog-Infrastrukturplan einschließt. Das separate Kubernetes-Monitoring-Produkt von Grafana ist ebenfalls nicht Teil dieses Vergleichs.

Die Metrikabrechnung von Grafana verwendet das 95. Perzentil aktiver Serien und DPM; im Pro-Plan ist ein DPM je Serie enthalten, und bei höherem Takt zählt die größere der beiden normalisierten Größen. Bei der angenommenen gleichmäßigen Last sind 150.000 Serien über dem Pro-Kontingent. Das ergibt 975 Dollar für zusätzliche Metriken, 19 Dollar Plattformgebühr sowie rechnerisch 5 Dollar Logverarbeitung und 20 Dollar für 50 geschriebene GB über der enthaltenen Menge: zusammen 1.019 Dollar vor Mengenrabatten.

Für Datadog ergeben 80 Infrastructure-Pro-Hosts 1.200 Dollar. Zehn Dollar Log-Ingest und 17 Dollar für die indexierten Ereignisse erhöhen den Modellbetrag auf 1.227 Dollar. Ein zusätzlicher Container- oder Custom-Metrics-Aufschlag würde diesen Wert verändern; aus der Grafana-Serienzahl lässt er sich nicht ableiten.

Der Abstand kann sich schon ohne neuen Host umkehren. Bei einem Messpunkt alle 15 statt alle 60 Sekunden entstehen bedingt 640.000 DPM aus denselben 160.000 Serien. Für Grafana würden dann 630.000 Einheiten über dem enthaltenen Serienwert liegen: Die Metrikposition stiege zum Einstiegssatz auf 4.095 Dollar, der modellierte Gesamtbetrag auf 4.139 Dollar. Der kurze Abtasttakt ist hier ebenso entscheidend wie die Kardinalität.

Logintensive Anwendung: Die Frist kippt das Ergebnis

Bedingte Last: 20 Hosts, 20.000 aktive Serien bei 20.000 DPM, monatlich 2.000 GB eingelesene und geschriebene Logs sowie 200 Millionen bei Datadog indexierte Ereignisse. Traces und Spans entfallen. Die Logabrechnung von Grafana trennt empfangene von geschriebenen GB; für das Schreiben gilt eine Freimenge von 50 GB. Werden Logs nach der Verarbeitung verworfen, sinkt das geschriebene Volumen, während die Verarbeitung der empfangenen Daten bestehen bleibt.

Ohne Verwerfen ergeben sich bei Grafana 100 Dollar für Verarbeitung und 780 Dollar für 1.950 zusätzlich geschriebene GB. Zusammen mit 65 Dollar für zusätzliche Metrikserien und 19 Dollar Plattformgebühr sind das rechnerisch 964 Dollar vor Mengenrabatten und möglichen vertraglichen Anrechnungen.

Datadog kommt auf 300 Dollar für Infrastructure Pro und 200 Dollar für Log-Ingest. Bei 15 Tagen Indexierung kosten die angenommenen Ereignisse weitere 340 Dollar, insgesamt also 840 Dollar. Für eine mit Grafanas Standard näher vergleichbare Frist von 30 Tagen steigt die Indexposition auf 500 Dollar und der Gesamtbetrag auf 1.000 Dollar. Der scheinbare Kostenvorteil der kürzeren Datadog-Variante beruht damit wesentlich auf der kürzeren Suchhistorie. Auch die Anzahl indexierter Ereignisse muss im selben Umfang festgelegt werden: Sie ist ein anderer Zähler als die eingelesenen GB.

APM-lastiges System: Hosttarif und Telemetrie addieren sich

Beim modellierten Datadog-APM-System überschreiten 45 Millionen indexierte Spans das Kontingent von 30 Millionen um 15 Millionen.

Bedingte Last: 30 durchgehend aktive Hosts, 30.000 aktive Serien bei 30.000 DPM, 100 GB eingelesene und geschriebene Logs mit zehn Millionen indexierten Ereignissen sowie 500 GB eingelesene und geschriebene Traces. Bei Datadog werden 45 Millionen Spans für 15 Tage indexiert. Das Beispiel verlangt sowohl Infrastruktur-Monitoring als auch APM und unterstellt keine zusätzlichen Custom Metrics.

Bei Datadog kosten Infrastructure Pro und das daran gebundene APM zusammen rechnerisch 1.380 Dollar für die Hosts. Von den 45 Millionen indexierten Spans liegen 30 Millionen im Hostkontingent; die übrigen 15 Millionen kosten 25,50 Dollar. Die 500 GB Trace-Ingest bleiben unter dem aufsummierten Hostkontingent. Mit 10 Dollar Log-Ingest und 17 Dollar Logindexierung beträgt der modellierte Betrag 1.432,50 Dollar. Der eigenständige APM-Preis wäre für dieses Profil kein vollständiger Ersatz, weil hier auch Infrastruktur-Monitoring verlangt wird.

Die Regeln für Application Observability rechnen Hoststunden und Telemetrie getrennt ab; für Kunden, die vor dem 13. Februar 2026 begonnen haben, gilt ein anderes Modell mit Telemetrie-Gutschriften. Unter dem Modell ohne solche Gutschriften ergeben 30 Hosts zu je 720 Stunden und dem genannten Einstiegssatz 540 Dollar brutto für Hoststunden. Hinzu kommen rechnerisch 130 Dollar für Metriken, 25 Dollar für Logs, 205 Dollar für Traces und 19 Dollar Plattformgebühr: zusammen 919 Dollar vor etwaigen enthaltenen Hoststunden und Mengenrabatten. Der tatsächlich geschriebene Trace-Anteil ist dabei wichtig: Werden von den eingelesenen 500 GB weniger gespeichert, sinkt die Schreibposition.

Offenheit und Betriebsaufwand

Grafana Cloud kann bestehende Prometheus- und OpenTelemetry-Instrumentierung aufnehmen; für über OTLP eingehende Metriken gilt dieselbe Serienabrechnung. Das erleichtert die Übernahme offener Erfassungswege, beseitigt aber die Arbeit an Labels und Abtastintervallen nicht. Ein wechselnder Labelwert kann aus einer Metrik viele aktive Serien machen, auch wenn die Hostflotte unverändert bleibt.

Datadog verbindet Infrastruktur- und APM-Funktionen stärker über gebuchte Produkte. Für Teams, die diese Funktionen unmittelbar nutzen wollen, kann das eigenen Konfigurationsaufwand sparen; der Preis hängt dann zusätzlich von den Hosttarifen und den gewählten Datenkontingenten ab. Die vier Profile zeigen den wirtschaftlichen Kern der Auswahl: Eine kleine Flotte wird durch Aufbewahrung geprägt, Kubernetes durch Serien und DPM, eine Loganwendung durch Schreibvolumen und Indexfristen, ein APM-System durch Hosts und gespeicherte Spans.

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