Asana oder monday.com: Automationslimits entscheiden vor dem Funktionsumfang

|Autor: QUASA-Redaktion|6 Min. Lesezeit
Asana oder monday.com: Automationslimits entscheiden vor dem Funktionsumfang

Für Teams mit vielen wiederkehrenden Übergaben spricht viel für Asana Starter: Der Tarif führt unbegrenzte Automatisierungen auf und weist kein monatliches Aktionskontingent für deren Ausführung aus. Bei monday.com hängt die Tarifwahl stärker davon ab, wie viele Aktionen alle Regeln eines Kontos zusammen verbrauchen. Wer diesen Verbrauch vor dem Kauf unterschätzt, kann trotz passender Planungsfunktionen im falschen Paket landen.

Bei wenigen automatischen Zuweisungen und Benachrichtigungen kann monday Standard genügen. Für häufige Freigaben kommt eher Pro infrage; für ein bereichsübergreifendes Portfolio liegen die relevanten Funktionen nochmals auf einer anderen Tarifstufe. Teamgröße und externe Gäste verändern die Rechnung zusätzlich. Deshalb lässt sich die Wahl weder an einer einzelnen Funktionsliste noch am Preis pro Person allein festmachen.

Welche Tarifgrenzen zählen?

Die Preisangaben von Asana nennen für Starter 10,99 US-Dollar und für Advanced 24,99 US-Dollar pro Person und Monat bei jährlicher Abrechnung. Starter umfasst Zeitleiste und Gantt, Projekt-Dashboards, Formulare, benutzerdefinierte Felder, unbegrenzte Automatisierungen und kostenlose Gäste ohne zahlenmäßige Begrenzung. Advanced ergänzt Portfolios für die gemeinsame Sicht auf mehrere Projekte. „Unbegrenzte Automatisierungen“ beschreibt dabei das Tarifmerkmal; es sollte nicht mit einem veröffentlichten Versprechen über jede denkbare Ausführung oder Integration verwechselt werden.

Die Tarife von monday.com weisen bei jährlicher Abrechnung für Standard 12 Euro und für Pro 19 Euro pro Nutzer und Monat aus. Standard enthält monatlich 250 Automatisierungsaktionen und separat 250 Integrationsaktionen; Pro nennt jeweils 25.000. Beide Pakete bieten Planungsansichten, während das ausdrücklich benannte Portfoliomanagement unter Enterprise mit individuellem Preis steht. Die angezeigten Eurobeträge gelten zuzüglich Steuern; der endgültige Preis richtet sich nach dem Abrechnungsland.

Asana verkauft kostenpflichtige Abos schon für zwei Personen, monday.com beginnt bei drei. Für die hier betrachteten Teams ist entscheidender, was bei Wachstum passiert: Asana fasst Plätze oberhalb kleiner Teams in größeren Schritten zusammen, und monday.com berechnet ebenfalls Platzgruppen. Ein freier Platz innerhalb einer Gruppe kann deshalb bei Gästen nützlich sein; knapp oberhalb der Gruppengrenze wird derselbe zusätzliche Zugang deutlich teurer.

Was kosten drei, zehn und fünfzig Personen im Jahr?

Die Platzregeln von monday.com beginnen bei drei Plätzen und steigen danach auf Gruppen zu fünf, zehn und weiteren Vielfachen von fünf. Für das folgende Modell werden die veröffentlichten Monatsbeträge mit zwölf multipliziert. Es rechnet ohne Gäste, Steuern und zusätzliche Käufe; Asana bleibt in US-Dollar, monday.com in Euro. Ohne Wechselkurs und konkretes Abrechnungsland ergibt sich daraus keine direkte Preisrangfolge zwischen den Anbietern.

  • Drei Personen: Asana Starter kostet rechnerisch 395,64 US-Dollar im Jahr, Advanced 899,64 US-Dollar. Bei monday.com ergeben sich 432 Euro für Standard und 684 Euro für Pro. Beide Anbieter decken diese Teamgröße ohne ungenutzte Plätze ab.
  • Zehn Personen: Asana Starter ergibt 1.318,80 US-Dollar, Advanced 2.998,80 US-Dollar. monday Standard liegt rechnerisch bei 1.440 Euro, Pro bei 2.280 Euro im Jahr. Das monatliche Aktionskontingent von monday.com bleibt ein Kontingent des Kontos; zehn Mitglieder erhalten dadurch kein zehnfaches Limit.
  • Fünfzig Personen: Asana Starter ergibt 6.594 US-Dollar, Advanced 14.994 US-Dollar im Jahr. Eine bloße Fortschreibung der monday.com-Listenpreise ergäbe 7.200 Euro für Standard und 11.400 Euro für Pro. Diese Eurobeträge sind Modellwerte, keine zugesagten Kaufpreise: Für mehr als 40 Nutzer verweist monday.com auf ein individuelles Angebot.

Die Teamgrößen des Modells treffen bei Asana jeweils eine verfügbare Platzstufe. Ein Team knapp darüber kann bereits in die nächste Gruppe rutschen. Bei monday.com gilt das auch unterhalb der Schwelle für ein individuelles Angebot. Die Zahl der Beschäftigten ist somit nur der Ausgangspunkt; abrechenbar ist die benötigte Platzgruppe.

Warum eine Regel mehrere Aktionen verbrauchen kann

Die Erklärung der Automatisierungsaktionen beschreibt die Ausführung als Zähleinheit: Eine ausgelöste Vorlage verbraucht meist eine Aktion, bei Benachrichtigungen an mehrere Empfänger oder beim Übertragen mehrerer Felder können es mehr sein. Das Limit gilt für das Konto und erneuert sich monatlich. Eine kombinierte Vorlage mit Automatisierungs- und Integrationsbausteinen kann dem Automatisierungskontingent zugerechnet werden.

Ein hypothetischer Kampagnenablauf zeigt die Folge. Fallen im Monat 80 Freigaben an und erzeugt jede Auslösung drei abrechenbare Aktionen, sind bereits 240 Aktionen verbraucht. Im Standard-Paket bliebe dann kaum Raum für Erinnerungen, Statuswechsel oder andere Projekte desselben Kontos. Die Zahl eingerichteter Regeln allein verrät also wenig: Ausschlaggebend sind Auslösungen mal Aktionen je Auslösung, zusammengezählt über die Arbeitsabläufe des Teams.

Das unterscheidet auch zwei scheinbar ähnliche Automatisierungen. Eine Regel, die bei einem Statuswechsel genau eine Person benachrichtigt, belastet das Kontingent anders als eine Benachrichtigung an mehrere Beteiligte. Für einen Betrieb mit häufigen Übergaben kann der Sprung von Standard zu Pro daher eine Kapazitätsentscheidung sein, selbst wenn die Ansichten und Aufgabenfunktionen von Standard ausreichen.

Wie Gäste den Preis verschieben

Die Gastregeln von monday.com erlauben im Standard-Paket bis zu drei externe Gäste ohne zusätzlichen Platz; jede begonnene Gruppe von vier Gästen zählt danach als ein abrechenbarer Platz. Pro und Enterprise erlauben unbegrenzt viele Gäste. Gäste erhalten Zugang zu freigegebenen Boards, nicht zum gesamten Konto, und müssen eine andere E-Mail-Domain als die Organisation verwenden.

Ein hypothetisches Team mit zehn internen Personen und acht externen Kampagnenbeteiligten benötigt in monday Standard zwei Plätze für Gastgruppen. Damit steigt sein Bedarf auf zwölf Plätze und wegen der Platzstaffel auf das Paket mit fünfzehn Plätzen. Mit dem angesetzten Listenpreis wären das 2.160 Euro im Jahr statt 1.440 Euro für zehn Plätze. Pro kostet im selben Modell für zehn interne Personen 2.280 Euro und benötigt für diese Gäste keinen zusätzlichen Platz: Der Abstand zwischen beiden Konfigurationen beträgt damit nur 120 Euro jährlich.

Dieser Vergleich betrifft Gäste im tariflichen Sinn. Wer externe Personen als reguläre Mitglieder mit weitergehenden Rechten einplant, muss sie als solche zählen. Bei Asana Starter verändern kostenlose Gäste die im Modell angesetzte Zahl bezahlter Mitglieder nicht. Für Agenturen oder Teams mit dauerhafter Kundenbeteiligung kann die Zugriffsrolle damit ebenso wichtig werden wie die Größe des internen Teams.

Welche Schwelle trifft den jeweiligen Arbeitsablauf?

Kampagne: Briefings, Termine und Freigaben lassen sich in beiden Systemen abbilden. Asana Starter bietet dafür Formulare, eigene Felder und Automatisierungen; bei monday Standard entscheidet die Summe der Aktionen aus Freigaben, Benachrichtigungen und Statuswechseln. Arbeiten mehrere Auftraggeber oder Agenturen direkt auf freigegebenen Boards mit, kommt die Gaststaffel hinzu. Bei einer kleinen Kampagne mit wenigen Übergaben kann Standard ausreichen, bei vielen parallelen Kampagnen wird das gemeinsame Monatskontingent zum Engpass.

Produkt-Roadmap: Eine Roadmap braucht zunächst eine verständliche Sicht auf Termine, Zuständigkeiten und Abhängigkeiten. Wenn Aufgaben überwiegend manuell priorisiert werden, liefert ein größeres Aktionspaket dafür allein keinen Vorteil. Entstehen dagegen häufig automatische Übergaben zwischen Produkt, Entwicklung und anderen Bereichen, bietet monday Pro erheblich mehr monatliche Kapazität als Standard. Asana Starter ist hier besonders interessant, wenn die wiederkehrenden Regeln im Vordergrund stehen und noch keine gemeinsame Portfolioebene benötigt wird.

Bereichsübergreifendes Portfolio: Ein Projekt-Dashboard zeigt den Stand eines Projekts; eine Portfolioansicht bündelt mehrere Initiativen für die übergreifende Steuerung. Asana führt Portfolios ab Advanced, monday.com sein benanntes Portfoliomanagement unter Enterprise. Wer diese Ebene benötigt, sollte deshalb Asana Advanced mit einem Enterprise-Angebot von monday.com vergleichen. Die zuvor berechnete Fortschreibung für monday Pro beschreibt keinen gleichwertigen Portfolio-Tarif.

Für die Kaufentscheidung ist die Reihenfolge damit konkret: Das erwartete Aktionsvolumen legt bei monday.com die erste Tarifschwelle fest, die Zahl interner und externer Zugänge die tatsächlich benötigte Platzgruppe und der Bedarf an gemeinsamer Projektsteuerung die Portfolioebene. Erst auf dieser Grundlage sagen die Jahresbeträge etwas über die passende Konfiguration aus.

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