Leonardo-AI-Prompts verbessern: Motiv, Medium und Stil statt Befehlsprosa

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 1
Leonardo-AI-Prompts verbessern: Motiv, Medium und Stil statt Befehlsprosa

Ein Leonardo-AI-Prompt beginnt mit dem sichtbaren Motiv und seiner Umgebung, nicht mit einer höflichen Bitte an das Modell. Die deutsche Leonardo-Hilfe empfiehlt beschreibende Szenenbegriffe und nennt Motiv, Medium und Stil als typische Bestandteile. So erhält das Modell Angaben zu dem Bild, das entstehen soll.

Ein wiederverwendbares Schema lautet: Motiv und Handlung → Ort und sichtbare Details → Medium → Stil. Licht, Bildausschnitt und Schrift kommen hinzu, wenn sie für das gewünschte Bild wichtig sind. Beginne mit einer kurzen Beschreibung; nach einem unpassenden Ergebnis lässt sich der fehlende oder widersprüchliche Bestandteil gezielt ändern.

Aus einer Bitte wird eine sichtbare Szene

„Bitte mach mir ein schönes Bild von einer Katze“ lässt offen, welche Katze gemeint ist, was sie tut und wo sie sich befindet. Auch „schön“ legt keinen sichtbaren Bildbestandteil fest. Eine knappe Szenenbeschreibung beantwortet diese Fragen, ohne den Prompt mit Anweisungen an das Modell zu füllen.

Ein frei erfundenes Vorher-nachher-Beispiel: Aus „Bitte zeichne mir eine schöne Katze“ wird „Orangefarbene Katze schläft auf einer Fensterbank, Topfpflanze neben ihr, analoge Fotografie, ruhige Alltagsszene“. Die Katze ist das Motiv; Schlafen, Fensterbank und Pflanze bestimmen Handlung und Umgebung. „Analoge Fotografie“ legt die Darstellungsart fest, „ruhige Alltagsszene“ ihre Anmutung. Das Beispiel zeigt den Aufbau eines Prompts, kein garantiertes Bildergebnis.

Eine Angabe zum Medium beantwortet vor allem die Frage, ob die Szene wie eine Fotografie, Zeichnung oder Malerei erscheinen soll. Stilbegriffe präzisieren anschließend die Wirkung oder Machart, etwa „sachlich“, „verspielt“ oder „mit sichtbaren Pinselspuren“. Die Grenze ist im Sprachgebrauch nicht starr; wichtiger ist, dass die Begriffe zusammenpassen. „Analoge Fotografie“ und „sichtbare Pinselspuren eines Ölgemäldes“ würden für dasselbe Bild unterschiedliche Richtungen vorgeben.

Bildausschnitt und Licht beschreiben, was sichtbar sein soll

Kameraangaben helfen, wenn das Motiv im Ergebnis zu klein oder angeschnitten erscheint. „Katze vollständig auf der Fensterbank sichtbar“ verlangt einen anderen Ausschnitt als „Nahaufnahme des Katzengesichts“. Die erste Formulierung hält die Umgebung im Bild, die zweite konzentriert sich auf ein Detail. Wer beides zugleich fordert, macht die beabsichtigte Bildaufteilung unklar.

Für die Komposition genügen oft räumliche Beziehungen statt einer langen Liste fotografischer Fachbegriffe. Soll links Platz für eine später eingefügte Überschrift bleiben, kann die Katze rechts im Bild sitzen und links eine freie Wandfläche sichtbar sein. Diese Beschreibung sagt, wo das Motiv und der freie Bereich liegen sollen. Sie verlangt noch keine Schrift im erzeugten Bild.

Licht ist besonders dann eine nützliche Ergänzung, wenn Motiv und Umgebung bereits stimmen, die Szene aber anders wirken soll. „Weiches Morgenlicht fällt durch das Fenster auf die Katze“ verbindet Lichtquelle, Richtung und Motiv. Eine Reihe konkurrierender Wörter wie „sonnig, dunkel, neblig und grell“ macht die gewünschte Wirkung dagegen schwerer erkennbar. Auch hier reicht zunächst die Angabe, die den sichtbaren Unterschied ausmachen soll.

Schrift vorgeben, störende Details gezielt ausschließen

Für Schrift im Bild empfiehlt der Prompt-Ratgeber von Leonardo.Ai, den gewünschten Wortlaut in Anführungszeichen zu setzen, kurz zu halten und seine Platzierung zu beschreiben. Ein bedingtes Beispiel wäre: „Plakat mit dem Wort ‚Sommer‘ als große Überschrift über einer Strandillustration“. Längere Sätze und genaue Textpositionen bleiben für Bildmodelle schwierig; die Schreibweise sollte deshalb im erzeugten Bild kontrolliert werden.

Bei einem unerwünschten Bildelement ist eine positive Beschreibung häufig der klarere Anfang. Soll auf der Fensterbank nichts stehen, beschreibt „leere Fensterbank“ den gewünschten Zustand unmittelbar. Ein negativer Prompt eignet sich eher für einen wiederkehrenden, konkret benennbaren Fehler: etwa „zusätzliche Pfote“ bei einem Tierbild oder „Falten im Stoff“ bei einer Produktaufnahme. Allgemeine Ausschlüsse wie „schlecht“ oder „hässlich“ sagen wenig darüber aus, was verschwinden soll. Negative Prompts sind zudem weiche Vorgaben und sollten der positiven Beschreibung nicht widersprechen.

Bildformat und Modell in den Einstellungen wählen

Das Seitenverhältnis gehört in Leonardo.Ai zu den Bildabmessungen. Die englische Hilfe zur Bildgenerierung beschreibt die Auswahl von Modell und Bildabmessungen und weist darauf hin, dass verfügbare Einstellungen je nach Modell variieren. Für ein breites Titelbild wählst du daher ein passendes Format in den Einstellungen; im Prompt beschreibst du, wo das Motiv innerhalb des Bildes stehen soll.

Auch die Stilwahl in den Einstellungen beeinflusst die Darstellung. Der Prompt kann anschließend die Szenendetails ergänzen, die diese Auswahl nicht festlegt: welches Objekt zu sehen ist, was es tut und welche Elemente es umgeben. Wenn du zugleich Modell, Format und Formulierung wechselst, lässt sich eine Veränderung im Ergebnis schwer einem einzelnen Auslöser zuordnen. Für eine gezielte Korrektur ist es sinnvoll, zunächst die Einstellung oder den Promptteil zu ändern, der zum sichtbaren Problem passt.

Aus der Abweichung die nächste Änderung ableiten

Ein misslungenes Bild verlangt keinen vollständig neuen Prompt. Ordne die auffälligste Abweichung dem Bestandteil zu, der sie beschreibt, und überarbeite zuerst diesen Teil:

  • Falsches Hauptobjekt: Benenne das Motiv genauer und verbinde die gewünschte Handlung unmittelbar damit.
  • Richtige Objekte, falscher Ort: Ergänze die Umgebung und die Beziehung der Objekte, etwa „Katze auf der Fensterbank, Pflanze daneben“.
  • Passende Szene, falsche Darstellung: Präzisiere Medium oder Stil und streiche Begriffe, die eine andere Machart verlangen.
  • Motiv angeschnitten oder zu klein: Beschreibe den gewünschten Ausschnitt und prüfe, ob das gewählte Bildformat dazu passt.
  • Störendes Detail: Formuliere zuerst den erwünschten Zustand; ergänze nur bei Bedarf einen spezifischen negativen Prompt.

Fehlt bei der Katze beispielsweise die Fensterbank, hilft ein genauerer Ortsbezug mehr als eine zusätzliche Lichtangabe. Ist die Fensterbank vorhanden, aber die Katze abgeschnitten, betrifft die nächste Änderung den Ausschnitt. So wächst der Prompt nur dort, wo eine sichtbare Entscheidung noch offen ist.

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