
FOX baut Creator Studios aus – Werbepartner rücken näher an Creator-IP

Fox Corporation hat am 5. Oktober 2026 zwei neu geschaffene Führungsrollen für FOX Creator Studios bekannt gegeben. Bryan Thoensen übernimmt als Senior Vice President die Content-Partnerschaften und soll Creator-geführte Franchises entwickeln. Kirsten McAuliffe wird als Senior Vice President für strategische Partnerschaften und Wachstum die kommerzielle Strategie leiten, einschließlich Werbepartnerschaften, Umsatzentwicklung und Lizenzchancen.
Die Einordnung von Influencer Daily beschreibt die Aufteilung zwischen Creator-Partnerschaften und Content-Entwicklung einerseits sowie Vermarktung und Wachstum andererseits. Für Werbepartner entsteht damit eine eigene Verbindung zur Entwicklung von Creator-IP: McAuliffes Rolle ist ausdrücklich an den Werbeverkauf angebunden. Ob daraus neue Kampagnen oder Lizenzverträge entstehen, hängt von konkreten Formaten und Vereinbarungen ab.
Thoensen entwickelt die Creator-Formate

Thoensen berichtet an Billy Parks, den Leiter von FOX Creator Studios. Sein Auftrag umfasst die Entwicklung und Umsetzung Creator-geführter Content-Franchises gemeinsam mit Creatorn, Entwicklungsteams und möglichen Werbepartnern. Dabei geht es um Formate, deren Inhalt und wiedererkennbare Idee über eine einzelne Veröffentlichung hinaus tragen können.
Thoensen kommt von TikTok, wo er die Content-Partnerschaften leitete. C21Media nennt außerdem Spotify, Hulu und Fullscreen als frühere Stationen und beschreibt sein neues Mandat als Entwicklung Creator-geführter Franchises. Seine Aufgabe beginnt somit bei der Beziehung zum Creator und der Form des Angebots: Welche Idee lässt sich gemeinsam entwickeln, und wie kann daraus ein wiederkehrendes Unterhaltungsformat werden?
Werbepartner sind bereits in diesem Entwicklungsauftrag vorgesehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Sponsor den Inhalt eines Formats vorgibt. FOX beschreibt vielmehr das Ziel, Formate für Werbung anschlussfähig zu machen und zugleich die Eigenart des Creators zu bewahren. Genau in dieser Verbindung liegt der Unterschied zu einem einmaligen gesponserten Beitrag: Ein dauerhaftes Format schafft mögliche Anknüpfungspunkte für weitere Inhalte und Nutzungen. Welche Rechte daran Creator und FOX jeweils halten, lässt sich aus den Ernennungen allein nicht ableiten.
McAuliffe führt die kommerzielle Seite

McAuliffe berichtet an Katrina Cukaj, Executive Vice President für Entertainment Advertising Sales. Sie soll FOX Creator Studios mit FOX Advertising Sales verbinden und die Markteinführung von Angeboten, Umsatzentwicklung und Beziehungen zu Werbekunden verantworten. Zu ihrem Auftrag gehört es auch, aus Creator-IP Möglichkeiten für Werbung, Lizenzen und Franchises im FOX-Portfolio zu entwickeln.
McAuliffe war zuvor in Führungsrollen bei Moonbug Entertainment und Warner Bros. Discovery tätig; zu den dort genannten Marken gehören Adult Swim, Bleacher Report und CNN. Cukaj hebt in einem Bericht von Net Influencer McAuliffes Erfahrung mit „building strategic partnerships and commercializing creator-led businesses“ hervor. Die kurze Formulierung benennt den wirtschaftlichen Teil ihres Mandats: Partnerschaften sollen zu Angeboten werden, die sich über den FOX-Werbeverkauf betreuen lassen.
Damit liegt die Verantwortung für die Entwicklung eines Formats bei Thoensen, während McAuliffe dessen kommerzielle Möglichkeiten vorantreibt. Die Aufgaben berühren sich: Werbekunden können schon bei der Gestaltung geeigneter Formate eine Rolle spielen, und die spätere Vermarktung braucht ein klar erkennbares Angebot. Die getrennten Berichtslinien zeigen zugleich, wo die Schwerpunkte liegen. Thoensen ist an die Studioleitung angebunden, McAuliffe an die Leitung des Entertainment-Werbeverkaufs.
Das Studio startete mit Food-Content und eigener IP
Die neuen Rollen bauen auf einem Studio auf, dessen Auftrag von Beginn an über einzelne Creator-Posts hinausging. FOX Entertainment stellte FOX Creator Studios am 7. Januar 2025 als Einheit für Creator-Partnerschaften, neue Formate und entwicklungsfähige IP vor. Der erste Schwerpunkt war Food-Content; zum angekündigten Kreis gehörten Gordon Ramsay, Rosanna Pansino, Jolly, Sorted Food, Food Theorists und Little Remy Food.
FOX brachte für dieses Modell Produktion, Werbeverkauf und Vertrieb zusammen. Die Personalentscheidungen weisen nun zwei Bestandteilen dieser Arbeit eigene Verantwortliche zu. Auf der Content-Seite sollen aus Ideen und Creator-Beziehungen Formate entstehen. Auf der kommerziellen Seite geht es darum, für solche Formate passende Werbeangebote und mögliche weitere Nutzungen zu entwickeln. Das erklärt, warum die Zuständigkeit für Lizenzen neben der für Werbepartnerschaften steht: Eine Formatidee kann wirtschaftlich mehr umfassen als die Platzierung einer Marke in einem Video.
FOX beschreibt das Studio als plattformübergreifend; zu den möglichen Wegen für entwickelte Ideen zählen YouTube, lineares Fernsehen, Streaming und Film. Diese Bandbreite ist ein Entwicklungsanspruch für das Studio, kein angekündigter Ausspielplan für jedes Projekt. Auch die Namen aus dem Food-Bereich bezeichnen den Kreis der zum Start vorgestellten Creator-Partner, nicht automatisch neue Formate unter der nun erweiterten Führung.
Was die Struktur für Werbepartner verändert
Für Werbekunden wird ein Creator-Format damit als längerfristiger Gegenstand einer Partnerschaft organisierbar. Ein einzelner Sponsoring-Post wird für eine bestimmte Veröffentlichung gebucht; bei einem wiederkehrenden Format können Inhalt, Creator und mögliche Nutzungsrechte über mehrere Veröffentlichungen hinweg relevant bleiben. Das ist eine Folgerung aus den beschriebenen Aufgaben, keine Meldung über einen bereits abgeschlossenen neuen Vertrag. Die konkrete Ausgestaltung hängt weiterhin vom jeweiligen Projekt ab.
Gerade deshalb ist die Verbindung von Formatentwicklung und Werbeverkauf für die Branche interessant. Thoensens Team soll ein Angebot schaffen, das aus der Arbeit mit Creatorn hervorgeht; McAuliffes Bereich soll daraus tragfähige kommerzielle Partnerschaften entwickeln. Sichtbar werden die Folgen dieser Struktur erst an den nächsten angekündigten Creator-Formaten und daran, ob FOX dafür Werbe- oder Lizenzpartner gewinnt.
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