XING oder LinkedIn Premium: Der lokale Vorteil kostet deutlich weniger

|Autor: QUASA-Redaktion|5 Min. Lesezeit| 1
XING oder LinkedIn Premium: Der lokale Vorteil kostet deutlich weniger

Wer vor allem in Deutschland, Österreich oder der deutschsprachigen Schweiz gefunden werden möchte, zahlt für XING Premium deutlich weniger als für LinkedIn Premium Career. XING bewirbt eine zwölfmonatige Laufzeit für 3,95 Euro pro Monat statt regulär 9,95 Euro. Dafür nennt das Unternehmen eine prominentere Platzierung des Profils in der Suche, Einblick in Profilbesuche und Nachrichten an Personen außerhalb des eigenen Netzwerks.

LinkedIn Premium Career passt eher zu einer Suche mit internationalen Kontakten oder regelmäßigem Bedarf an zusätzlichen Bewerbungswerkzeugen. Die offizielle Euro-Preisliste beginnt bei 29,98 Euro für einen Monat oder 179,88 Euro für ein Jahr; enthalten sind unter anderem fünf InMail-Guthaben pro Monat und LinkedIn Learning. LinkedIn bezeichnet diese Beträge als Schätzwerte: Steuern, Aktionen und der Buchungsweg können den tatsächlichen Preis verändern.

Was der niedrigere Preis tatsächlich kauft

Bei XING ist der beworbene Monatspreis an die Jahreslaufzeit gebunden. Rechnerisch werden dafür 47,40 Euro im Voraus fällig. Nach der ersten Laufzeit verlängert sich die Mitgliedschaft bei ausbleibender Kündigung als monatlich abgerechneter Vertrag zum regulären Preis. Für eine kurze Jobsuche zählt deshalb der gesamte gebundene Betrag, nicht nur die kleine Monatszahl im Angebot.

Der ausgewiesene Jahrespreis von LinkedIn entspricht rechnerisch 14,99 Euro pro Monat und liegt damit weiterhin deutlich über dem XING-Angebot. Die beiden Beträge sind jedoch unterschiedlich ausgewiesen: XING nennt einen befristeten Aktionspreis einschließlich Umsatzsteuer, LinkedIn einen geschätzten Einstiegspreis, der Steuern ausschließen kann. Wer nur einen oder zwei Monate zusätzliche Funktionen braucht, muss zudem den LinkedIn-Monatstarif mit der XING-Jahresbindung vergleichen. Zwei LinkedIn-Monate ergeben auf Basis des genannten Einstiegspreises bereits 59,96 Euro.

Welche Funktionen zur jeweiligen Jobsuche passen

XING Premium setzt bei der Auffindbarkeit an. Wer ein aussagekräftiges Profil hat und für Recruiter im deutschsprachigen Raum sichtbar sein will, kann von der prominenteren Platzierung und der Anzeige seiner Profilbesucher profitieren. Daraus folgt jedoch keine garantierte Anfrage: Die höhere Sichtbarkeit beschreibt eine Funktion des Tarifs, keinen gemessenen Vorsprung bei Einstellungen. Ein Profilbesuch zeigt Interesse an einem Profil, aber noch kein konkretes Stellenangebot.

LinkedIn Premium Career ergänzt die Suche stärker vor und während einer Bewerbung. Dazu gehören Hinweise zur Passung einer Stelle, erweiterte Suchfilter, die Kennzeichnung einer Bewerbung als bevorzugte Wahl und Lernangebote. Diese Funktionen sind vor allem dann einen Aufpreis wert, wenn jemand passende Stellen gezielt eingrenzt, Personalverantwortliche direkt anschreibt oder für eine angestrebte Rolle Fähigkeiten aufbauen möchte. Die von LinkedIn veröffentlichten Wirkungszahlen beruhen auf eigenen Plattformdaten; sie belegen keinen individuellen Erfolg durch den Kauf eines Abos.

Für die Wahl des Netzwerks ist die Zielregion entscheidender als eine weltweite Mitgliederzahl. Ein Vergleich von CompLeadly ordnet XING als relevanten zusätzlichen Kanal für Recruiting und Jobsuche im deutschsprachigen Raum ein, LinkedIn dagegen als naheliegendes Netzwerk für internationale Kontakte. Die Einordnung stammt von einem Anbieter von LinkedIn-Werkzeugen und ist kein unabhängiger Wirkungstest der Bezahlfunktionen.

Drei Suchsituationen im Vergleich

Lokale Stellen suchen

Bei einer Suche nach Stellen im deutschsprachigen Raum ist XING Premium die günstigere bezahlte Ergänzung, wenn zusätzliche Auffindbarkeit gebraucht wird. Für die eigentliche Stellensuche beschreibt die XING-Hilfe zur Jobsuche Anzeigen, Filter und Suchaufträge sowie Job-Wünsche im Profil, über die Recruiter passende Kandidatinnen und Kandidaten finden können. Ein gut ausgefülltes Profil bleibt damit die Grundlage; die Anzeige von Profilbesuchern ersetzt weder passende Suchbegriffe noch eine Bewerbung.

Bei einer angenommenen Laufzeit von zwölf Monaten stehen sich rechnerisch 47,40 Euro für das beworbene XING-Angebot und 179,88 Euro als ausgewiesener LinkedIn-Einstiegspreis gegenüber. Die Differenz beträgt 132,48 Euro, bevor mögliche Abweichungen beim LinkedIn-Endpreis berücksichtigt sind. Für jemanden, der hauptsächlich lokale Anzeigen durchsucht und sich direkt bewirbt, muss keine der zusätzlichen Funktionen diesen Betrag wert sein. Die regionale Ausrichtung des Netzwerks ist schließlich auch ohne Premium-Mitgliedschaft relevant.

International bewerben

Wer sich außerhalb des deutschsprachigen Raums oder bei international vernetzten Arbeitgebern bewirbt, hat einen stärkeren Grund für LinkedIn. Premium Career kann dabei helfen, passende Ausschreibungen einzugrenzen, Bewerbungen hervorzuheben und Personen außerhalb des eigenen Netzwerks anzuschreiben. LinkedIn Learning bietet einen weiteren möglichen Gegenwert, sofern die Kurse zu einer konkreten Qualifikationslücke passen.

Die internationale Reichweite gehört allerdings zum Netzwerk und ist nicht exklusiv im Career-Abo enthalten. Für eine gelegentliche Auslandsbewerbung genügt möglicherweise das kostenlose Profil. Bei regelmäßiger Suche ist wiederum die Laufzeit wichtig: Drei Monate zum ausgewiesenen monatlichen Einstiegspreis ergeben rechnerisch 89,94 Euro. Das ist weniger als der ausgewiesene Jahrespreis, auch wenn dessen rechnerischer Monatspreis niedriger ausfällt.

Passiv auf Recruiter-Anfragen warten

Bei einer passiven Suche zählen zunächst ein vollständiges Profil, passende Fähigkeiten und sichtbare Job-Wünsche. XING Premium kann ergänzend offenlegen, wer das Profil besucht hat; die Funktion schafft aber keinen Gesprächsanlass, wenn die Angaben zur gewünschten Rolle fehlen. Wer nur eingehende Anfragen abwartet, nutzt auch die Möglichkeit zur Nachricht an Nichtkontakte kaum.

Für eine gezielte eigene Ansprache ist das Kontingent begrenzt: Die XING-Regeln für Nachrichten erlauben regulären Premium-Mitgliedern fünf Nachrichten an Nichtkontakte pro Kalendermonat. Im Basiskonto sind solche Nachrichten nicht möglich; nach Annahme einer Kontaktanfrage können Kontakte miteinander schreiben. Das bezahlte Kontingent eignet sich somit für ausgewählte Kontakte, nicht für eine breite Ansprache von Personalverantwortlichen.

Wann das kostenlose Konto genügt

Ein Abo rechtfertigt seinen Preis erst, wenn eine seiner Zusatzfunktionen im eigenen Suchprozess tatsächlich fehlt. Wer Stellenanzeigen findet, sich direkt bewirbt und über ein gepflegtes Profil erreichbar ist, kann beide Netzwerke zunächst ohne Bezahlzugang nutzen. Bei XING spricht für Premium vor allem der Wunsch nach zusätzlicher Sichtbarkeit im regionalen Markt. Bei LinkedIn ist der höhere Preis eher nachvollziehbar, wenn internationale Kontakte, Bewerbungsfunktionen und Lernangebote regelmäßig zusammen genutzt werden.

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