NASA bucht SpaceX für StarBurst – der Detektor startet frühestens 2028

NASA wählte SpaceX am 17. September 2026 für den Startdienst der StarBurst-Mission aus. Laut der Vertragsmeldung der NASA soll der kleine Satellit frühestens 2028 auf einer Falcon 9 vom Space Launch Complex 40 in Florida abheben. Vorgesehen ist ein Platz auf einer Bandwagon-Rideshare-Mission, kein eigener Flug. Die Vergabe erfolgte als Festpreis-Einzelauftrag unter dem VADR-Rahmenvertrag, dessen Obergrenze von einer Milliarde US-Dollar sämtliche Aufträge während eines zehnjährigen Bestellzeitraums umfasst.
StarBurst soll die anfängliche hochenergetische Strahlung kurzer Gammastrahlenausbrüche erfassen und diese Beobachtungen mit Gravitationswellenmessungen verbinden. Bestätigt sind damit SpaceX als Startdienstleister, die Falcon 9, das Mitflugmodell und 2028 als frühestmögliches Jahr. Ein konkreter Starttag oder eine bereits benannte Bandwagon-Mission stehen noch nicht fest.
Gebucht ist ein Mitflug, nicht die gesamte Mission
Der Auftrag betrifft den Transport von StarBurst in den Orbit. Bei einem Rideshare-Start teilen sich mehrere Raumfahrzeuge eine Rakete; StarBurst wird deshalb als eine von mehreren Nutzlasten fliegen. Aus der Vergabe folgt weder, dass SpaceX den wissenschaftlichen Detektor entwickelt, noch dass das Unternehmen die Forschung der Mission leitet.
Auch die Milliarde US-Dollar aus der NASA-Mitteilung ist kein Preis für StarBurst. Sie bezeichnet den Höchstwert des gesamten VADR-Vertragsrahmens, über den NASA unterschiedliche dedizierte Starts und Mitfluggelegenheiten beschaffen kann. Den Wert des einzelnen StarBurst-Auftrags veröffentlichte die Behörde nicht. Damit lassen sich aus der Vertragsobergrenze weder die Startkosten noch das Gesamtbudget der Forschungsmission ableiten.
„Frühestens 2028“ ist kein fester Starttermin
Die Formulierung setzt lediglich eine zeitliche Untergrenze: StarBurst soll nicht vor 2028 starten. Monat, Tag, konkrete Flugnummer und weitere Mitflug-Nutzlasten nennt die Vergabemeldung nicht. Ein unabhängiger Bericht von Starlust bestätigte am 18. September die Auswahl von SpaceX, den Bandwagon-Mitflug auf einer Falcon 9 und das neue frühestmögliche Startjahr.
Auf der älteren NASA-Missionsseite zu StarBurst steht weiterhin 2027 als geplantes Startjahr; die Seite wurde zuletzt am 9. Januar 2026 aktualisiert. Für den aktuellen Zeitplan ist daher die jüngere Vertragsmeldung vom 17. September maßgeblich. Sie nennt ausdrücklich „no earlier than 2028“. Das ist eine Verschiebung der frühesten Startmöglichkeit, aber noch keine Terminierung auf einen bestimmten Zeitpunkt im Jahr 2028.
Zwölf Detektoren überwachen den sichtbaren Himmel
StarBurst ist ein SmallSat für eine niedrige Erdumlaufbahn. Sein Instrument besteht aus zwölf mit Thallium dotierten Cäsiumiodid-Szintillationsdetektoren. Trifft Gammastrahlung auf die Kristalle, wird ein Teil ihrer Energie in sichtbares Licht umgewandelt; lichtempfindliche Sensoren und die nachgeschaltete Elektronik machen daraus messbare Signale. Aus den unterschiedlichen Signalstärken der Detektoren lässt sich die ungefähre Richtung eines Ausbruchs bestimmen.
Das Observatorium soll den gesamten Himmelsbereich erfassen, der aus seiner Umlaufbahn nicht von der Erde verdeckt wird. Seine wirksame Detektorfläche ist nach NASA-Angaben mehr als fünfmal so groß wie die des Gamma-ray Burst Monitor am Weltraumteleskop Fermi. StarBurst bildet dabei keinen kleinen Ausschnitt hochauflösend ab. Entscheidend sind ein großes Blickfeld, eine genaue Zeitmessung und die schnelle Lokalisierung kurzer, flüchtiger Signale.
Zwei Signalarten erzählen mehr über eine Kollision
Kurze Gammastrahlenausbrüche können entstehen, wenn zwei Neutronensterne verschmelzen. Der elektromagnetische Blitz und die dabei ausgesandten Gravitationswellen tragen unterschiedliche Informationen: Gammastrahlen zeigen die frühe hochenergetische Emission, während Gravitationswellendetektoren Veränderungen der Raumzeit messen, die durch die Bewegung der kompakten Objekte verursacht werden.
Werden beide Signale zur passenden Zeit aus derselben Himmelsregion registriert, können Forschende sie einem gemeinsamen Ereignis zuordnen. Diese Multimessenger-Astronomie verbindet mehrere kosmische „Boten“. Nachbeobachtungen in anderen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums können anschließend helfen, die Überreste der Verschmelzung, die Eigenschaften extrem dichter Materie und die Struktur der relativistischen Ausströmungen einzugrenzen.
StarBurst ersetzt weder die Gravitationswellenobservatorien noch größere Weltraum- und Bodenteleskope. Seine Aufgabe ist es, den kurzen Gammastrahlenimpuls mit großer Himmelsabdeckung zu finden und zeitlich einzuordnen. Der wissenschaftliche Mehrwert entsteht erst, wenn diese Daten mit den Messungen anderer Observatorien zusammengeführt werden.
Entscheidende Flugdaten bleiben offen
Der Stand nach der Vergabe ist klar umrissen: SpaceX soll StarBurst als Mitflug-Nutzlast auf einer Falcon 9 starten, jedoch nicht vor 2028. Noch offen sind der konkrete Bandwagon-Flug, das engere Startfenster, die Zusammensetzung der übrigen Nutzlasten und der Wert des Einzelauftrags.
Erst mit der Zuweisung zu einer bestimmten Mission wird aus dem frühestmöglichen Jahr ein belastbareres Startfenster. Wissenschaftliche Ergebnisse sind wiederum erst nach dem Start, der Inbetriebnahme im Orbit und gemeinsamen Beobachtungen mit Gravitationswellendetektoren zu erwarten.
Lesen Sie auch:
Newsletter abonnieren
Erhalten Sie die neuesten Nachrichten zu Web3, KI und Krypto direkt in Ihren Posteingang.