
Instagram Edits baut Karussells – Fotos und Videos teilen sich eine Leinwand

Mit einer Ankündigung vom 7. Oktober 2026 (US-Zeit) hat Meta die Karussell-Erstellung in Edits für iOS freigegeben. Die zuvor vor allem auf Videos ausgerichtete App nimmt Fotos und Videos in einem gemeinsamen Projekt auf; auf dem Canvas lassen sie sich zu einem Instagram-Karussell anordnen und direkt aus Edits teilen. Der Einstieg führt in der App über „Projekte“, „+“ und „Karussell“.
Der Canvas erlaubt mehr als eine Reihe separat bearbeiteter Aufnahmen: Ein Foto kann sich auf dem nächsten Slide fortsetzen, eine Überschrift über mehrere Slides laufen. Dan Moreno, Design Engineer im Edits-Team, beschrieb den Wunsch der Creator in PetaPixel mit den Worten „carousels came up again and again“.
Vom Projekt zum gemischten Karussell

Im Tab „Projekte“ öffnet „+“ die Formatauswahl. Nach „Karussell“ wählen Creator ein oder mehrere Fotos und Videos aus und platzieren sie auf dem Canvas. Edits führt die Auswahl als ein Projekt für einen Beitrag. So können Standbilder und Bewegtbild bereits beim Aufbau der Reihenfolge zusammenspielen, statt erst beim Hochladen in Instagram aufeinanderzutreffen.
Ein hypothetisches Storyboard zeigt den Ablauf: Auf dem Auftakt-Slide liegt ein Foto einer Geburtstagstorte. Danach folgt ein kurzer Clip vom Anschneiden; eine weitere Aufnahme zeigt die angeschnittene Torte. Diese Medienfolge ist nur ein Beispiel, keine Vorlage der App. Das Foto hält einen Zustand fest, der Clip zeigt den Vorgang, das Schlussbild dessen Ergebnis. Die Reihenfolge gibt dem gemischten Karussell damit seinen erzählerischen Verlauf.
Für zusätzliche Stationen bietet der Editor eine „+“-Schaltfläche für einen leeren Slide. Wer sich bereits auf dem letzten Slide befindet, kann durch Wischen nach links ebenfalls einen weiteren anlegen. Über „…“ am jeweiligen Slide lassen sich dieser duplizieren, neue Slides davor oder dahinter einfügen und die Reihenfolge ändern. Bei einer Mischung aus Fotos und Clips lässt sich dadurch die Abfolge noch während der Gestaltung umbauen, ohne einen neuen Beitrag anzulegen.
Der Canvas verbindet die Slide-Grenzen

Die auffälligste Gestaltungsmöglichkeit liegt zwischen den einzelnen Ansichten. Ein Foto lässt sich so platzieren, dass es an einer Slide-Kante endet und auf dem nächsten Slide weiterläuft. Auch eine Überschrift kann sich über mehrere Slides erstrecken. Beim Wischen wird die Trennlinie damit Teil der Gestaltung: Zunächst ist nur ein Ausschnitt zu sehen, dann folgt die Fortsetzung desselben Motivs oder Textzugs.
Im hypothetischen Torten-Storyboard könnte das Auftaktfoto rechts angeschnitten sein und auf dem folgenden Slide weiterlaufen. Dort kann der Videoclip einen späteren Moment zeigen; eine übergreifende Überschrift bindet die Folge optisch zusammen. Entscheidend ist die Platzierung an der Kante: Wo ein Ausschnitt aufhört und der nächste beginnt, bestimmt den sichtbaren Übergang. Die Slides bleiben einzelne Teile des Instagram-Beitrags, auch wenn ein Motiv sie gestalterisch verbindet.
Zum Ausrichten stehen in Edits Werkzeuge zum Skalieren, Drehen und zur Farbanpassung zur Verfügung. Damit lässt sich etwa ein Bildausschnitt über eine Grenze hinweg abstimmen oder die Gewichtung eines Motivs auf einem Slide verändern. Wie die Fortsetzung beim Wischen wirkt, hängt von den ausgewählten Medien und ihrer Position auf dem Canvas ab.
Layouts und Stile innerhalb der Slides
Auch die Gestaltung eines einzelnen Slides bleibt flexibel. Vorgegebene Layouts nehmen mehrere Fotos auf; Abstände und Zwischenräume lassen sich verändern. Jedes dieser Bilder kann eigene Filter und Farbanpassungen erhalten. So kann ein Slide aus mehreren Ausschnitten bestehen, während ein anderer einem einzigen Foto oder Video Raum gibt. Ein Layout ordnet Motive innerhalb des Slides, die Position auf dem Canvas schafft die Verbindung zum nächsten.
Text und Sticker gehören ebenfalls zu den Werkzeugen. Sticker lassen sich mit dem Ausschneidewerkzeug aus Bildern herstellen. Bereits gespeicherte Edits-Presets können auch beim Karussell genutzt werden, etwa für Farben, Bild- und Videoanpassungen, Textstile und Audio. Im Beispiel könnte eine wiederkehrende Textgestaltung die Tortenaufnahme und den Clip verbinden, während Filter nur auf ausgewählte Fotos wirken. Die Slides können so zusammengehören, ohne identisch aufgebaut zu sein.
Aus Edits direkt zu Instagram
Nach der Bearbeitung lässt sich das fertige Karussell direkt aus Edits auf Instagram teilen. Wer es später oder auf einer anderen Plattform veröffentlichen möchte, kann es herunterladen. Der direkte Weg schließt an das Projekt an, in dem Reihenfolge, Layouts und slideübergreifende Elemente bereits gestaltet wurden; die Medien müssen dafür nicht außerhalb der App erneut zu einem Beitrag zusammengesetzt werden.
Edits selbst gibt es auch für Android, die neue Karussell-Funktion ist dort jedoch noch nicht freigegeben. Android-Nutzer müssen auf die angekündigte Unterstützung warten; ein Termin dafür steht noch aus.
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