
Physical AI Growth Lab startet – Bewerbung endet am 13. November

UnternehmerTUM Accelerator hat am 22. Oktober 2026 gemeinsam mit Microsoft, Infineon und NVIDIA das Physical AI Growth Lab vorgestellt; die Mitteilung von UnternehmerTUM nennt den 13. November 2026 als Bewerbungsschluss, 10 bis 15 geplante Plätze und Azure-Guthaben von 350.000 US-Dollar. Der Accelerator selbst soll von Januar bis April 2027 laufen. Geöffnet ist jetzt die Bewerbungsphase für junge Unternehmen aus Physical AI, Robotik und industrieller KI.
Bewerben können sich Start-ups mit Sitz in Europa, dem Nahen Osten oder Afrika sowie Teams, die aktiv Lösungen für diese Märkte entwickeln. Sie brauchen einen funktionsfähigen Prototyp oder ein Minimum Viable Product, mindestens ein technisches Gründungsmitglied und ein Team mit höchstens 20 Personen; die Gründung muss innerhalb der vergangenen drei Jahre erfolgt sein. Das Programm ist kostenlos und verlangt keine Unternehmensanteile, setzt aber die Teilnahme an Präsenzterminen in München voraus.
Welche Teams die Voraussetzungen erfüllen

Die technische Hürde ist ein bereits funktionierendes Produktstadium. Eine Idee oder ein Konzept allein erfüllt die veröffentlichte Voraussetzung eines Prototyps beziehungsweise Minimum Viable Product nicht. Zugleich muss die technische Verantwortung im Gründerteam liegen: Eine externe Entwicklungsfirma ersetzt die geforderte technische Mitgründerin oder den technischen Mitgründer nach dem Wortlaut der Ausschreibung nicht.
Beim Standort zählt der Bezug zu EMEA, nicht ein Firmensitz in München oder Deutschland. Damit kommt auch ein Team außerhalb der Region infrage, sofern es aktiv für Märkte in Europa, dem Nahen Osten oder Afrika entwickelt. Der fachliche Schwerpunkt ist enger als allgemeine KI: Gesucht werden Anwendungen aus Physical AI, Robotik oder industrieller KI mit einer tatsächlichen Software- oder KI-Komponente, die mit physischen Systemen zusammenwirkt.
Für die Auswahl beschreibt der Accelerator außerdem erste Kunden, Pilotprojekte oder unterschriebene Absichtserklärungen als Merkmale besonders passender Bewerbungen. Diese Hinweise erläutern, welche Art von Marktnachweis das Programm sucht; sie stehen neben den ausdrücklich genannten Voraussetzungen zu Prototyp, Gründungsteam, Unternehmensalter und Teamgröße. Ein Pilotprojekt allein verspricht keinen Platz, kann aber zeigen, dass die vorhandene Technik bereits für einen konkreten Einsatz erprobt wird.
Was die ausgewählten Start-ups erhalten sollen

Das Angebot verbindet Recheninfrastruktur mit Komponenten für Maschinen und Robotik. Microsoft stellt Azure-Dienste und Kontakte aus seinem Unternehmensnetzwerk in Aussicht. NVIDIA bringt Entwicklungswerkzeuge und offene Modelle für Training, Simulation und den Einsatz physischer KI sowie Leistungen seines Start-up-Programms Inception ein. Infineon nennt Halbleiter, Leistungselektronik, Mikrocontroller, Sensoren und Konnektivitätslösungen als technische Bausteine, zu denen teilnehmende Teams Zugang erhalten sollen.
Die Programmübersicht stellt bis zu 350.000 Euro Azure-Guthaben, Zugang zu mehr als 170 Fachleuten und einem Netzwerk von mehr als 200 Investoren in Aussicht. Beim Azure-Guthaben weicht damit die Währung von der Dollarangabe in der Ankündigung ab; beide Angaben betreffen Nutzungsguthaben und keine Auszahlung an Start-ups. Welche Höhe und Nutzungsbedingungen einem einzelnen Team tatsächlich zugesagt werden, lässt sich aus den allgemeinen Leistungsbeschreibungen nicht ableiten.
Zum Programm gehören technische Workshops zu Azure, NVIDIA und Infineon, fachliche Einzelgespräche sowie Kontakte zu möglichen Unternehmenskunden. Auch Unterstützung bei Geschäftsmodell, Vertrieb und Vorbereitung auf Investorengespräche ist vorgesehen. Agnes Heftberger, Microsofts Deutschlandchefin, bezeichnete die Verbindung von KI und industriellem Know-how in einer Reuters-Meldung als „Deutschlands große wirtschaftliche Chance“. Für die teilnehmenden Teams sind Unternehmens- und Investorenkontakte Teil des Angebots, während ein Kundenauftrag oder eine Finanzierung von weiteren Entscheidungen der jeweiligen Gegenüber abhängt.
Die Präsenztermine finden in München statt
Das Growth Lab ist als Hybridprogramm geplant, verlangt von den Gründerinnen und Gründern aber Reisen nach München. Der Auftakt ist für den 18. bis 20. Januar 2027 angesetzt. Am 24. Februar folgt eine Vorführung mit Kontakten zu möglichen Kunden; der Demo Day ist für den 15. April vorgesehen. Diese Termine machen den zeitlichen Aufwand neben den technischen und geschäftlichen Anforderungen zu einem Teil der Teilnahmeentscheidung.
Zwischen den Treffen sieht der Programmablauf eine Bestandsaufnahme des Entwicklungsstands, technische Schulungen, Arbeit an der Marktvalidierung und Vorbereitung auf Gespräche mit Investoren vor. Der Ansatz richtet sich damit an Teams, deren Prototyp bereits funktioniert und die nun sowohl die technische Umsetzung als auch den Weg zu industriellen Kunden voranbringen wollen. Nach dem Bewerbungsschluss entscheidet die Auswahl darüber, welche Start-ups beim Münchner Auftakt dabei sind.
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