Android Studio Quail 4 bringt Gemma lokal – AGP 9.4 setzt die Grenze

Google hat Android Studio Quail 4 am 1. September 2026 als Version 2026.1.4 in den Stable-Kanal gebracht. Die Veröffentlichung integriert Gemma 4 für lokale KI-Codeunterstützung und akzeptiert Projekte mit Android Gradle Plugin (AGP) 7.1 bis 9.4; die unabhängige Versions- und Kompatibilitätsübersicht bestätigt Datum, Status und diese Eckdaten.
Für bestehende Projekte trennt sich damit der Wechsel der Entwicklungsumgebung von der Migration des Build-Systems. Wer bereits eine unterstützte AGP-Version verwendet, muss nicht allein wegen Quail 4 auf AGP 9.4 wechseln; erst der tatsächliche Einsatz von AGP 9.4 setzt mindestens Gradle 9.6.0 voraus.
Stable-Release erweitert das AGP-Fenster

Quail 4 ist keine Canary- oder RC-Ausgabe mehr, sondern die aktuelle stabile Android-Studio-Version. Die IDE lässt sich über die integrierte Update-Funktion oder als vollständiges Paket für Linux, ChromeOS, macOS und Windows beziehen.
Googles am 3. September aktualisierte Release- und Kompatibilitätsseite weist für Quail 4 die AGP-Spanne 7.1 bis 9.4 aus. Bei Quail 3 endete das Fenster noch bei 9.3; die Untergrenze bleibt unverändert. Die neue IDE erweitert somit die Obergrenze, ohne kompatible Projekte automatisch auf die jüngste Plugin-Version zu zwingen.
Neben Gemma 4 umfasst die Ausgabe mehrere konkrete Werkzeugverbesserungen. Firebase Authentication und Cloud Firestore lassen sich über Agent Mode konfigurieren, der Layout Inspector schlüsselt Zustandszugriffe bei Compose-Recompositions auf, und Compose Interactive Preview erhält Steuerelemente für Predictive-Back-Übergänge.
Die Upgrade-Matrix entscheidet über den Gradle-Wechsel

Die maßgebliche Frage lautet nicht, welche Gradle-Version Quail 4 pauschal verlangt, sondern welches AGP im jeweiligen Projekt eingesetzt wird. Android Studio, AGP und Gradle sind getrennte Komponenten mit gekoppelten Kompatibilitätsgrenzen.
- AGP 7.1 bis 9.3: Das Projekt liegt innerhalb des von Quail 4 unterstützten Fensters. Der reine IDE-Wechsel verlangt deshalb weder AGP 9.4 noch automatisch einen neuen Gradle-Wrapper.
- AGP 9.4: Quail 4 unterstützt diese Plugin-Linie. Das Projekt muss dafür jedoch auf mindestens Gradle 9.6.0 setzen.
- AGP älter als 7.1: Die Konfiguration liegt außerhalb des ausgewiesenen Fensters. Android Studio verlangt bei einem inkompatiblen Projekt eine AGP-Aktualisierung.
- AGP neuer als 9.4: Eine solche Version ist nicht von der Stable-Matrix für Quail 4 abgedeckt und benötigt eine dazu passende spätere Studio-Ausgabe oder Preview-Konfiguration.
Die offiziellen Kompatibilitätsangaben zu AGP 9.4 nennen Gradle 9.6.0 als Mindest- und Standardversion, dazu SDK Build Tools 36.0.0 und JDK 17. Ein Projekt auf AGP 9.3 kann Quail 4 daher nutzen, ohne nur wegen der IDE auf diese Kombination umzusteigen; wer AGP 9.4 aktiviert, muss die gekoppelte Gradle-Untergrenze erfüllen.
Gemma 4 läuft lokal, Cloud-Funktionen bleiben getrennt

Quail 4 kann Gemma-4-Modelle über eine in Android Studio integrierte Laufzeit direkt auf dem Entwicklungsrechner ausführen. Die Modelle werden unter Settings, Tools, AI, Model Providers und Gemma ausgewählt und heruntergeladen. Codeunterstützung für Entwurf, Refactoring und Fehlersuche benötigt auf diesem Pfad keinen Drittanbieter, der das Modell hostet.
„Lokal“ beschreibt jedoch nur diesen Modellpfad. Firebase im Agent Mode bindet weiterhin Backend-Dienste ein, und andere Modellanbieter können über gehostete Zugänge arbeiten. Die Gemma-Integration macht somit nicht sämtliche KI- und Cloud-Funktionen von Android Studio zu Offline-Funktionen.
Modellgewichte und Inferenz beanspruchen außerdem Ressourcen des Entwicklungsrechners. Welche Gemma-Variante sinnvoll läuft, hängt von der konkreten Hardware ab – dieselbe praktische Grenze, die auch bei lokal ausgeführten Modellen außerhalb von Android Studio gilt, ohne dass die Laufzeitumgebungen identisch wären.
Compose-Werkzeuge verkürzen gezielte Prüfungen
Compose Interactive Preview kann Rückwärtsnavigation nun direkt im Vorschaubereich simulieren. Mit einer Navigate-Back-Aktion und einem Predictive Back Progress Slider lassen sich Zwischenstände eigener Übergänge untersuchen, ohne die Animation für jeden Schritt auf einem physischen Gerät oder Emulator bereitzustellen. Abschließende Tests auf realen Zielgeräten ersetzt diese Vorschau nicht.
Der Layout Inspector setzt an einer anderen Stelle an: Bei beobachteten Recompositions zeigt er, welche Zustandsvariablen gelesen und welche verändert wurden. Frühere Recomposition-Daten lassen sich durchgehen; zusätzlich kann eine natürlichsprachliche Erklärung der Zustandszugriffe angefordert werden. Damit werden Ursachen auffälliger Neuberechnungen sichtbarer, während Interactive Preview den Navigationsablauf prüfbar macht.
Für den Wechsel auf Quail 4 bleibt daher die Projektkonfiguration ausschlaggebend. Innerhalb von AGP 7.1 bis 9.4 ist kein automatischer Sprung auf die Obergrenze nötig; nur Projekte, die AGP 9.4 tatsächlich übernehmen, müssen auch Gradle 9.6.0 oder neuer einsetzen. Individuelle IDE-Plugins und eigene Build-Skripte bleiben von dieser offiziellen Matrix unberührt und können zusätzliche Anpassungen erfordern.
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